Demenz Warum es ein Privileg sein kann, ein krankes Familienmitglied zu haben

Das Ich verschwimmt langsam: Der 16-jährige Oskar Seyfert mit seinem Vater im Garten der Familie, fünf Jahre nach dessen Demenz-Diagnose
Das Ich verschwimmt langsam: Der 16-jährige Oskar Seyfert mit seinem Vater im Garten der Familie, fünf Jahre nach dessen Demenz-Diagnose
© Roman Pawlowski
Oskar Seyfert ist elf Jahre alt, als sein Vater an Alzheimer erkrankt. Schleichend raubt die Krankheit dem Jungen sein Vorbild und seine Normalität. Doch sie schenkt ihm auch wertvolle Erfahrungen - ein autobiografischer Bericht 
von Oskar Seyfert

Hallo, mein Name ist Oskar.

Ich bin 16 Jahre alt. Früher waren wir eine ganz normale Familie: zwei Eltern mit drei Kindern, mein Bruder, meine Schwester und ich. Meine Eltern waren berufstätig, wir lebten in einem schönen großen Haus, hatten oft Besuch, waren gesund, glücklich und hatten alles oder fast alles, was dazugehört. Wir machten tolle Urlaube und hatten viel Spaß miteinander.

Wir waren zum Beispiel einmal in der Karibik, und damals habe ich mich oft gewundert, wie einfach das Leben ist. Die größte Hürde für mich war mein Silber-Schwimmabzeichen gewesen.

Vor fünf Jahren aber passierte etwas, was unser Leben extrem erschweren und unsere erste richtige Prüfung sein sollte. Mein Vater wurde dement … Dabei war er erst 54 Jahre alt.


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