Gentechnik Mammut, Beutelwolf und Wandertaube: Vom Traum, ausgestorbene Arten zurückzubringen

In einer konservierenden Flüssigkeit lagert der Fötus eines Beutelwolfs in einer naturkundlichen Sammlung. Seine DNA könnte die Grundlage für neue Beutelwölfe sein
In einer konservierenden Flüssigkeit lagert der Fötus eines Beutelwolfs in einer naturkundlichen Sammlung. Seine DNA könnte die Grundlage für neue Beutelwölfe sein
© Museums Victoria/CC BY, Getty Images
Weltweit lagern in Museen Exemplare von Tieren, die längst ausgestorben sind. Sie enthalten noch immer DNA und damit den Bauplan ihrer Spezies. Lassen sie sich mithilfe der Gentechnik zurückholen?
Matthias Glaubrecht

Die Zukunft der Nördlichen Breitmaulnashörner liegt im italienischen Cremona auf Eis. Zwölf befruchtete Eizellen, herangereift zu wenige Tage alten Embryonen, lagern dort in einem Speziallabor des Unternehmens Avantea. Es ist spezialisiert auf die assistierte Reproduktion von Tieren. Schon bald sollen die ersten Versuche starten, die Embryonen einer Nashornkuh einzupflanzen. Wenn alles gut geht, könnten sie dann zu Föten gedeihen. Sie könnten als Nashörner geboren werden, heranwachsen, eine Herde bilden. Sie könnten sich untereinander paaren und Nachkommen zeugen.

Doch bis dahin sind diese zwölf gefrorenen Embryonen alles, was den Nördlichen Breitmaulnashörnern eine Zukunft verschaffen kann. Denn die Tiere, eine Unterart der in Afrika beheimateten Breitmaulnashörner, gelten technisch seit Jahren als ausgestorben. Nur zwei Nördliche Breitmaulnashörner leben noch: die Kuh Najin und ihre Tochter Fatu. Geboren in einem Wildpark in Tschechien, leben beide heute streng bewacht im Reservat Ol Pejeta in Kenia.


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