Tropenkrankheiten Flussblindheit: Die tückische Infektionskrankheit, die Menschen das Augenlicht raubt

Ein milchiges Blau trübt die Augen des Pastors Jerome Gendose Kayana aus dem Dorf Baleke. Er ist an der Flussblindheit erkrankt. Den Erreger überträgt die Kriebelmücke
Ein milchiges Blau trübt die Augen des Pastors Jerome Gendose Kayana aus dem Dorf Baleke. Er ist an der Flussblindheit erkrankt. Den Erreger überträgt die Kriebelmücke
© Brent Stirton/Getty Images
Kampf gegen eine vergessene Krankheit: In der Demokratischen Republik Kongo grassiert die Flussblindheit, die das Immunsystem schwächt und den Sehnerv zerstören kann. Die deutsche Forscherin Sabine Specht will den Parasiten bezwingen
Text: Issio Ehrich, Fotos: Brent Stirton

Etienne Kasuku taucht sein Paddel tief in die braune Brühe des Onane. Zwei Züge links, zwei Züge rechts. Er reißt die Augen auf, um die Stelle zu entdecken, an der er seine Fischfalle ausgeworfen hat. Doch vor seinen Augen verschwimmt alles: die Wellen, die seine Piroge schlägt, das flirrende Sonnenlicht, die Schatten der Bäume auf dem Wasser. Kasuku peilt die ungefähre Richtung an. Hektisch streckt er seinen Finger aus, als er die Falle erkennt, und steuert darauf zu. Er greift ein Tau und zieht den Korb herauf. An diesem Tag kommt der Fischer zu spät: Über seinen Fang haben sich Krebse hergemacht, die jetzt im Korb übereinanderkrabbeln. 


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