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Nach Pilotprojekt Polen erlaubt in 425 Waldgebieten das Wildcampen

Wildcampen in Polen
Mit Hängematte, Zelt oder unter einer Plane können Reisende künftig in Polen in 425 Waldgebieten wild campen
© mauritius images / Konrad Zelazowski / Alamy
In Polen können Naturfreunde in einem Gebiet von rund 600.000 Hektar im Wald frei übernachten. Wer in den Wäldern campen möchte, muss sich allerdings an Regeln halten. Das rege Interesse an der Natur hat auch negative Folgen

Durch die Pandemie zieht es immer mehr Menschen in die Natur und das Interesse an Wildcamping steigt. Wer im Wald übernachten möchte, kann dies nun in 425 Waldgebieten in Polen tun. Doch Besucher müssen sich aber an Auflagen halten.

Der polnische Staatsforst "Lasy Państwowe" teilte auf Facebook mit, dass das freie Übernachten in bestimmten Gebieten erlaubt ist. Basierend auf einem Pilotprojekt und dem Corona-bedingten Interesse an Urlaub in der Natur im letzten Jahr, fiel die Entscheidung für die Öffnung, wie der "Rbb" berichtete.

Neue Wildcamping-Gebiete auf Online-Karte einsehbar

Mit dem Projekt "Night in the Woods" können Wildcamping-Freunde nun auf mehr als 600.000 Hektar in der Hängematte, unter einer Plane oder im Zelt übernachten. Bisher gab es nur 46 Gebiete, in denen das erlaubt war. An welchen Stellen das Übernachten im Freien erlaubt ist, wird in einer Karte im Internet ausgewiesen.

Camper müssen sich aber an Regeln halten: Sie dürfen nur für zwei Nächte an derselben Stelle bleiben. Gruppen mit mehr als neun Personen müssen sich vorher bei der Forstverwaltung anmelden. An ausgewiesenen Feuerstellen sind Lagerfeuer erlaubt. In einigen Bereichen dürfen Gaskocher genutzt werden. Wichtig: Die Wildcamper dürfen keinerlei Spuren oder Müll in der Natur hinterlassen.

Müll, laute Musik und Feuer – ein Problem für Flora und Fauna

Doch das so romantisch und gleichzeitig abenteuerlich wirkende Übernachten im Wald, hat auch seine Schattenseiten: Wildcamper, die sich nicht an die Regeln halten und den Wald und seine Bewohner (zer-)stören. Mit der Pandemie sind im letzten Jahr immer mehr Menschen in Wälder, auf Berge oder in Naturschutzgebiete gepilgert. Das Problem: Viele hinterlassen ihren Müll, machen Feuer an Stellen, wo sie zum Beispielwegen der Waldbrandgefahr verboten sind, oder fahren mit dem Auto mitten in geschützte Zonen.

Tiere sind es zumindest in der Nacht gewohnt, dass sie ihre Ruhe haben – zudem sind Rehe oder Wildschweine hauptsächlich in der Dämmerung und am Abend aktiv. Heißt: Hören Camper laute Musik, unterhalten sich laut oder machen Feuer, stören sie die Tiere.

Ein Problem wird es auch, wenn es voll wird. In der Sächsischen Schweiz beispielsweise dürfen Kletterer übernachten. Das Boofen – das freie Übernachten – dort für Kletterer erlaubt ist, versuchen viele Menschen auszunutzen. Im Nationalpark Sächsische Schweiz hat man in den Jahren 2017 bis 2019 zwischen 20.000 und 35.000 Menschen gezählt, die in den Boofen übernachtet haben. Wildcamper sollten der Natur also mit Respekt begegnen.

mit dpa

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