Nach Angriff in Polen Bären: Wo es sie gibt und was bei einer Begegnung zu tun ist

Ein Bär am Rande der Bergstraße Transfagarasan in den Karpaten, Rumänien
Ein Bär am Rande der Bergstraße Transfagarasan in den Karpaten, Rumänien
© Kathrin Lauer / dpa
Braunbären sind in Europa selten, doch immer wieder kommt es zu Begegnungen. In Polen starb kürzlich eine Frau bei einem Angriff. Wie sollte man sich verhalten, wenn man auf einen Bären trifft?

In vielen Ländern Europas gibt es Braunbären – und dort machen die Bären manchmal Schlagzeilen, die Urlauber beunruhigen können. So wie aktuell im Südosten Polens: In einem Waldgebiet nahe der Ortschaft Plonna verletzte ein Bär eine Frau tödlich. 

Sind Braunbären eine realistische Gefahr für Wanderer und was ist zu tun, wenn man auf einen trifft?

"Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich auf einen Braunbären zu treffen, ist sehr gering", informiert die Organisation World Wide Fund for Nature (WWF). Denn Braunbären sind grundsätzlich sehr scheue Tiere. Sie gehen dem Menschen aus dem Weg, wo immer es ihnen möglich ist - sofern sie mitbekommen haben, dass ein Mensch in der Nähe ist.

Deshalb der erste Tipp bei Unsicherheit: Reden Sie beim Wandern lauter, singen Sie und meiden Sie dichtes Gebüsch, so der WWF. Wichtig auch: Lassen Sie keine Essensreste liegen, denn Futterquellen locken Bären in die Nähe von Menschen. 

Meistens hat der Bär einen Menschen weder gehört noch gerochen, wenn es doch zu einer Begegnung kommt. Was ist dann zu tun? 

"Bleiben Sie ruhig stehen und machen den Bären durch lautes Reden und Bewegen der Arme auf sich aufmerksam", rät der WWF. Während einer Bärenbegegnung sollte man nicht weglaufen und dem Bären gleichzeitig auch keine Angst machen. 

Das bedeutet: Nicht mit Steinen oder Stöcken werfen, und nicht versuchen, den Bären mit drohenden Gesten oder unkontrollierten Bewegungen zu verscheuchen. Und, das sollte selbstverständlich sein: Verzichten Sie auch zugunsten Ihrer eigenen Sicherheit auf ein Foto. Ziehen Sie sich nun langsam zurück - in die Richtung, aus der Sie gekommen sind.

Übrigens: Wenn sich der Bär aufrichtet, ist das keine Drohgebärde seinerseits. Das tut er, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. 

In einigen wenigen Fällen kommt es leider doch zu einem Angriff. In einem solchen Fall sollten Sie sich mit dem Gesicht zum Boden und den Händen im Nacken auf die Erde legen. 

"Stellen Sie sich tot und wehren Sie sich nicht", raten die Naturschützer. So wirke man am wenigsten bedrohlich. Idealerweise tritt der Bär dann den Rückzug an. Ist er weit genug weg, können Sie sich zurückziehen.

Wo könnten Urlauber auf Braunbären treffen? 

Laut dem WWF gibt es weltweit noch etwa 200.000 Braunbären (Stand 2023). Die größte Population lebe in Russland. In Europa gebe es derzeit rund 17.000 Braunbären, die meisten von ihnen leben in den Karpaten. 

Kleine Bestände wurden in den Alpen und dem Dinarischen Gebirge, Schweden und Norwegen, Italien, Spanien, Bulgarien und Griechenland gesichtet. In Deutschland gab es Braunbären mutmaßlich zuletzt zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Abgesehen von einem kleinen Gastauftritt: Problembär Bruno machte 2006 die deutsch-österreichische Grenze unsicher.