In den frühen Morgenstunden ertönt immer häufiger Gezwitscher und Vogelgesang - etliche Vögel sind schon auf Partnersuche. "Viele Arten haben bereits Frühlingsgefühle", teilte der Naturschutzbund (Nabu) mit. Für viele Singvögel beginne die Balzzeit schon im Februar, erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.
Die Hauptbalzzeit der Vögel sei zwar zwischen März und Mai. Bei manchen geht es aber schon deutlich früher los, etwa bei Eulen: "Ein früher Flirter ist der Waldkauz", heißt es vom Nabu. Bereits im Januar habe seine Balz begonnen - vernehmbar durch "kollernde" Rufe des Männchens, mit denen es die Dame seines Herzens in sein Revier locken will. Ist das auserkorene Weibchen zufrieden, entscheidet es sich für eine Paarbeziehung - meist lebenslang. Etwa Anfang bis Mitte März legt das Weibchen zwei bis sechs Eier, rund vier Wochen schlüpfen die Küken.
Rebhuhn: "Ist Partner gefunden, hält die Verbindung oft lebenslang"
Derzeit lassen Kohl- und Blaumeisen morgens bei gutem Wetter ihr Gezwitscher erklingen. "Mit ihren Gesängen stecken die Männchen ihr Revier ab und imponieren Weibchen", sagte Rümmler. Aber auch der optische Eindruck sei wichtig. So bevorzugten Weibchen Partner mit glänzendem und farbenprächtigem Aussehen. "Ein attraktives Gefieder deutet darauf hin, dass der Bewerber vital und gesund ist – das verspricht einen guten Bruterfolg", erklärte der Experte.
Auch der Vogel des Jahres, das Rebhuhn, schaue sich bereits um. Allerdings betrifft das nicht alle Individuen. "Das gilt für Vögel, die sich zum ersten Mal paaren wollen", so Rümmler. "Ist erst einmal ein Partner gefunden, hält die Verbindung oft ein Leben lang." In den Morgen- und Abendstunden seien in der offenen Feldflur die Liebesrufe zu hören, mit denen die Hähne ihre Reviere absteckten und um Partnerinnen werben.
Unterschiedliche Taktiken beim Werben um Partner
Und die derzeit bereits zurückkehrenden Kranichen führen Rümmler zufolge ihre Balztänze noch während ihres Zugs in die Brutgebiete auf. Wenn die Vögel zurückkommen, suchen sie bei ihren Stopps gemeinsame Orte zum Fressen und Schlafen auf. Dabei gebe es dann Balztänze, -rufe und -gesänge. Das sei vor allem zur Paarbindung gedacht - denn seien die Tiere erst einmal vor Ort, müsse es mit der Paarung recht schnell gehen.
Beim Werben um einen Partner gibt es generell bei Vögeln unterschiedliche Taktiken. Neben dem Gesang können Klänge auch anders erzeugt werden, erläuterte Rümmler, etwa durch Flügelschlag. Das kenne man etwa vom Balzflug der Ringeltaube, erläuterte der Experte. Sie fliege in Wellenformen und klatsche dabei mit den Flügeln.
Und nicht bei allen Vogelarten geht es um die Liebe des Lebens. "Bei Weißstörchen gilt die Treue weniger dem Partner oder der Partnerin", erläuterte Rümmler. "Ihr Herz gehört ihrem Horst, dem sie treu bleiben", Wenn also das Weibchen aus dem Vorjahr nicht wieder am alten Nest eintreffe, habe der Storch kein Problem damit, für eine Andere "zu klappern und mit ihr eine neue Saisonehe einzugehen".