Senkrecht steht es im Wasser, sein schlangenförmiger Körper windet sich wie ein langes Band aus der Tiefe des Ozeans an die Wasseroberfläche. Die Haut glänzt silbern-metallisch und reflektiert das Wasser, ein roter Kamm ziert Kopf und Rücken. Das bizarre Wesen, das hier mit weit aufgerissenen Augen wie eine riesige Nadel aus der Tiefe des Ozeans emporsteigt, wirkt wie von einem anderen Planeten – und ist für zahlreiche Mythen, Legenden und Schauergeschichten verantwortlich. Sein Antlitz ziert Statuen und Tempel in Laos, Thailand und Kambodscha.
In Japan löst sein Erscheinen blankes Entsetzen aus, kündigt es doch, so der Glaube, Unheil und Katastrophen an. Und wenn in Europa Matrosen in See stachen, fuhr jahrhundertelang die Angst vor der mysteriösen Seeschlange mit, die in den Tiefen des Ozeans lauert und nur darauf wartet, nach oben zu schnellen, ganze Galeeren in ihren Würgegriff zu nehmen und mit sich in die Fluten zu ziehen.