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NABU Interaktive Karte zeigt, wo Wölfe in Europa leben

Aufmerksamer Grauwolf im Wald
Nachdem in den 1960er Jahren Wölfe in Europa fast ausgerottet waren, erholen sich die Bestände langsam. Durch internationale Regelungen genießen die Wildtiere einen hohen Schutzstatus
© Karin Jähne - Adobe Stock
Wo leben derzeit Wölfe in Europa und wie geht es den Tieren? Der Naturschutzbund Deutschland hat eine interaktive Karte über das Wolfsvorkommen in Europa mit einer Übersicht der großen Populationen herausgebracht

Einst zählte der Wolf zu den am weitverbreitesten Säugetieren der Welt. Ganz Europa, weite Teile Asiens sowie Nord- und Mittelamerika zählten zu seinem Verbreitungsgebiet. In weiten Teilen, besonders aber in Westeuropa und Nordamerika, wurde der Wolf durch den Menschen jedoch ausgerottet oder auf wenige, isolierte Vorkommen zurückgedrängt. 

Heute gibt es weltweit noch etwa 170.000 frei lebende Wölfe. Die meisten von ihnen sind in Russland, Kanada und Alaska beheimatet. Schätzungsweise 15.000 Wölfe leben in Europa, die zum Teil von einander isoliert sind. Neueste Zahlen für Deutschland (von November 2021) melden 157 Wolfsrudel, das sind 26 Rudel mehr als im Vergleichsraum des Vorjahres.

Interaktive Karte zeigt: Wolfsbestände in Europa steigen

Wo genau sich die Wildtiere aufhalten, hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nun mit einer neuen interaktiven Karte veröffentlicht. Darüber hinaus bietet das Tool eine Übersicht über die wichtigsten Themen, die das Zusammenleben mit Wölfen in den europäischen Staaten betreffen.

Die Recherchen des NABU zeigen: Auch wenn fast überall der Bestand an Wölfen zahlenmäßig steigt, spricht das allein nicht immer für einen günstigen Erhaltungszustand. Die Apennin-Population in Italien beispielsweise hat mit Hybridisierung von Wölfen und Hunden zu kämpfen, in der Toskana sind schätzungsweise sogar bis zu 30 Prozent des Wolfsbestandes Hybriden.

Allen europäischen Ländern ist gemein, dass Wölfe per Gesetz geschützt sind und ihre Anwesenheit je nach Region unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt. Herdenschutz ist überall nötig, wo es Weidetierhaltung gibt. Herdenschutzsysteme müssen an die Gegebenheiten vor Ort angepasst eingesetzt werden. Die finanzielle staatliche Förderung unterscheidet sich sehr stark von Land zu Land. In einigen Ländern wird eher auf Entschädigungszahlungen gesetzt als auf die Verhinderung von Rissen.

Der NABU ist überzeugt, dass der Schlüssel für ein konfliktarmes Zusammenleben in der Prävention von Schäden liegt. "Auch in Deutschland ist es nötig, über weitere Verbesserungen des Fördersystems zu diskutieren. So wird zum Beispiel noch nicht von allen Bundesländern die Möglichkeit ausgeschöpft, auch den Unterhalt und Arbeitsaufwand von Herdenschutz zu finanzieren. Dies ist dringend nötig, um den oft ohnehin schon förderrechtlich schlechter gestellten Weidebetrieben ein zukunftssicheres Arbeiten zu ermöglichen", sagt NABU-Wolfsexpertin Marie Neuwald.


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