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Raus in die Natur Outdoor-Knigge zu Ostern: Worauf Ausflügler achten sollten

Hunde gehören in Naturschutzgebieten immer an die Leine
Hunde gehören in Naturschutzgebieten immer an die Leine
© Prystai/Shutterstock
An den Osterfeiertagen rechnen Nationalparks mit Besucheranstürmen. Wir verraten, welche Regeln Sie beachten sollten, damit Tiere, Pflanzen und andere Naturliebhaber möglichst wenig gestört werden

Naherholung war schon immer ökologisch. Denn die Auszeit in der Natur vor der Haustür hebt die Stimmung und belastet das Klima kaum. Dann, Anfang 2020, kam mit Corona der Ernstfall: "Stay at home" bescherte den grünen Rändern der Städte ebenso wie den Naturrefugien einen wahren Besucheransturm. Und schon bald wurden Klagen laut.

Lärm und hinterlassener Müll sorgten bei den Nationalparkverwaltungen für Unmut, Konflikte, etwa zwischen gemütlichen Genusswanderern und flotten E-Bike-Fahrern, waren programmiert. Oft zeigte sich auch, dass die Besucher nicht so recht wussten, was sie zum Beispiel in einem Nationalpark erwartet. So berichtete die Parkverwaltung des Bayerischen Waldes, sie habe Anfragen beantworten müssen, wo denn eigentlich die Fahrgeschäfte zu finden seien.

Ein Jahr später, am Anfang der dritten Corona-Welle, ist die Ausgangslage dieselbe. Alle wollen raus und ins Grüne. Das ist verständlich. Denn die Natur hilft uns dabei, mit Extra-Belastungen und Unsicherheit im Gefolge der Corona-Pandemie klarzukommen. Damit das aber nicht zur übermäßigen Belastung für die Tier- und die Pflanzenwelt gerät, müssen alle sich an Regeln halten. Zumal viele Tiere bei steigenden Temperaturen mit der Familiengründung beschäftigt sind. Störungen fallen in dieser Zeit besonders ins Gewicht.

Die wichtigsten Regeln:

Rücksicht ist Trumpf

Das oberste Gebot für den Ausflug in die Natur ist Rücksichtnahme. Und das heißt: möglichst wenige Tiere und Pflanzen, aber auch andere Menschen in der Natur zu beeinträchtigen. So formuliert das Bundesnaturschutzgesetz: „Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten; wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten“.

Lieber leise

Der Normalfall in der Natur ist die Stille. Machen Sie keinen unnötigen Lärm, um weder andere Erholungsuchende noch Wildtiere zu stören oder aufzuschrecken. Wer auf dem See mit dem aufgedrehten Ghettoblaster schippert, nervt nicht nur Brutvögel im Schilf, sondern auch die, die sich an ihrem Gesang erfreuen (möchten).

Auf dem Weg bleiben

Auch wenn die Verlockung groß ist, querfeldein zu laufen: Bleiben Sie lieber auf dem Weg, um zum Beispiel brütende Wiesenvögel nicht zu stören. In fast allen Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein strenges Wegegebot. Auch Ruhezonen auf und an Gewässern sollten Sie unbedingt beachten. Das gilt auch für Sportbootfahrer auf Nord- und Ostsee, Flüssen und Seen.

Keinen Müll hinterlassen

Wie bei jedem Ausflug in die Natur gilt auch auf dem Osterspaziergang: Lassen Sie nichts als Ihren Fußabdruck zurück. Nicht vermeidbaren Müll nehmen Sie bitte wieder mit nach Hause oder entsorgen ihn in den dafür vorgesehenen Mülleimern.

Maß halten

Wir haben auf GEO.de schon manchen Tipp gegeben, welche Wildpflanzen sich als Hausmittel oder für einen Salat eignen. Halten Sie dabei aber Maß. Die Grundregel für einen Waldbesuch heißt: eine Handvoll. Bei Pflanzen, die unter Naturschutz stehen, und darunter fallen zum Beispiel alle Orchideenarten, gilt natürlich: sich darüber freuen, aber unbedingt stehen lassen.

Nicht wild campen

Wild campen ist in Deutschland – von speziell dafür ausgewiesenen Flächen abgesehen - überwiegend verboten. Das mag engstirnig erscheinen, ist aber in einem Land mit hoher Besiedlungsdichte und wenigen Rückzugsräumen für die Natur eine wichtige Maßnahme, um wenigstens nächtliche Störungen zu vermeiden.

Nicht rauchen oder Feuer machen

Rauchen und offenes Feuer sind insbesondere in den trockenen und heißen Sommermonaten und in Waldgebieten tabu. Schon ein Glimmstängel reicht, hektarweise Wald zu vernichten und Tiere einem Inferno auszusetzen.

Hunde müssen an die Leine

Sicher: Hunde brauchen Auslauf. Aber gerade in einer Zeit, in der Wildtiere mit der Familiengründung beschäftigt sind, brauchen sie Ruhe. Nehmen Sie daher Ihren Hund an die Leine und lassen Sie ihm nur dort Auslauf, wo es explizit erlaubt ist (in zahlreichen Bundesländern regeln das entsprechende Gesetze) und wo er keine Wildtiere stören kann.


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