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Hilfe für Pflanzen Schwarze Fliegen aus der Blumenerde: So werden Sie Trauermücken wieder los

Trauermücken (Sciaridae) und Nahaufnahme einer Larve
Trauermücken (Sciaridae) legen gern in Blumenerde ihre Larven (Nahaufnahme) ab
© Tomasz Klejdysz - Shutterstock
Wenn viele kleine schwarze Fliegen aus der Blumenerde schwirren und sich auf den Pflanzen breit machen, ist der Fall klar: Trauermücken und deren Larven haben sich eingenistet. Wie Sie Trauermücken bekämpfen und was neben Gelbtafeln und Nematoden sonst noch wirkt

Oft sind die Trauermücken schon längst da, wenn Sie diese noch gar nicht bemerkt haben. Unsichtbar gelangen sie mit dem Kauf neuer Zimmerpflanzen in die eigenen vier Wände - gut versteckt in der Blumenerde. Denn die Weibchen der Trauermücken, wissenschaftlich Sciaridae, legen ihre Eier bevorzugt in feuchter Erde mit einem hohen Anteil organischer Humusbestandteile ab.

Dabei kann ein Trauermücken-Weibchen bis zu 200 Eier legen, aus denen dann etwa sechs Millimeter lange weiße Larven schlüpfen, die sich nach der Verpuppung nach etwa drei Wochen zu neuen erwachsenen Trauermücken entwickeln. Diese rasante Vermehrung der Schädlinge hält Betroffene lange auf Trab. So muss ein Trauermückenbefall immer aktiv behandelt werden, denn von allein verschwinden die Pflanzen-Schädlinge nicht.

Trauermücken-Larven ernähren sich von den Pflanzenwurzeln

Während die Larven der Trauermücken in der Erde heranwachsen, ernähren sie sich nicht nur von abgestorbenen Pflanzenbestandteilen, sondern auch von den Wurzeln. Werden die Schäden an den Pflanzenwurzeln zu groß, können betroffene Pflanzen nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Das Wachstum wird gestört, Pflanzenkrankheiten sind die Folge. Besonders junge Pflanzen und empfindlich Keimlinge sind gefährdet.

Trauermücken sind weltweit verbreitet - allein in Europa gibt es etwa 600 verschiedene Arten. Durch den globalen Pflanzenhandel breiten sich die kleinen Fliegen zunehmend aus. Ihre Namen verdanken Trauermücken ihrer dunklen Färbung und obwohl sie mit den Stechmücken verwandt sind, können sie den Menschen nicht stechen - immerhin.

Dafür zersetzen Trauermücken gern organisches Material. Während dieser Aktionismus in der freien Natur - zum Beispiel in Wäldern und Mooren - ein wichtiger Beitrag ist, erfüllt er Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner bei den eigenen Balkon- und Zimmerpflanzen hingegen mit wenig Begeisterung. Daher gelten Trauermücken in der freien Natur als Nützlinge, beim Befall von Zimmerpflanzen allerdings als Schädlinge. Die gute Nachricht lautet jedoch: Auch ohne den Einsatz von Insektiziden lassen sich Trauermücken bekämpfen.

Trauermückenbefall! Und jetzt?

Wenn vermehrt kleine schwarze Fliegen durch die Luft schwirren und Fruchtfliegen ausgeschlossen sind, ist der Trauermückenbefall schnell identifiziert. Die Schädlinge fliegen in Schwärmen auf, wenn die Pflanzen gegossen oder die Pflanzgefäße bewegt werden.

Ein weiterer Blick in die Erde der betroffenen Pflanze genügt - die weißen Larven der Trauermücken lassen sich mit bloßem Auge erkennen. Sobald eine Pflanze betroffen ist, sollte sie von anderen Pflanzen isoliert werden, damit sich die Schädlinge nicht weiter ausbreiten können. Anschließend sollten auch die anderen Pflanzen und deren Erde überprüft werden.

Trauermücken bekämpfen - die besten Mittel

Um Trauermücken bekämpfen zu können, braucht es einen langen Atem. Durch die schnelle Vermehrung der Fliegen ist ein Befall nicht von jetzt auf gleich aufzuhalten. Als beste Mittel gegen die Schädlinge gelten:

  • Gelbtafeln bzw. Gelbstecker
  • Fettkraut (Pinguicula vulgaris)
  • Nützlinge wie Nematoden oder Raubmilben
  • Trockenheit

Das eigene Gießverhalten überprüfen

Trauermücken lieben die Feuchtigkeit. Werden Zimmerpflanzen häufig gegossen und ist die Erde dauerhaft feucht, bietet das den perfekten Nährboden für die Schädlinge. Um Trauermücken die Eiablage zu erschweren und auch künftig einem Befall vorzubeugen, sollten Zimmerpflanzen nicht alle zwei Tage, sondern besser einmal in der Woche - dafür aber sehr intensiv - gegossen werden.

Als erste Maßnahme bei betroffenen Pflanzen empfiehlt es sich außerdem, diese eine Weile nicht zu gießen. Die kurzzeitige Austrocknung kann gegen die Trauermücken helfen.

Hilfe von Nützlingen holen: Nematoden ausbringen

Als Mittel gegen Trauermücken haben sich Nematoden bewährt. Dabei handelt es sich um mikroskopisch winzige Fadenwürmer, die Trauermücken-Larven befallen und absterben lassen. Für uns Menschen und Haustiere sind Nematoden völlig unbedenklich. Nematoden lassen sich in professionellen Gartenbetrieben erwerben oder auch online bestellen.

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Der frische Packungsinhalt wird in abgestandenes, auf Zimmertemperatur erwärmtes Wasser eingerührt und damit anschließend die befallenen Zimmerpflanzen gegossen. Die Nematoden parasitieren die Larven der Trauermücken. Dadurch werden die Larven abgetötet. Wichtig: Bis zu vier Wochen nach dem Nematoden-Einsatz sollten die Pflanzen nicht gedüngt werden.

Auch Raubmilben (Hypoaspis miles, Hypoaspis aculeifer und Macrocheles robustulus) lassen sich gegen Trauermücken einsetzen. Die winzigen Nützlinge werden meist in einem Granulat geliefert und über die Blumenerde gestreut. Erhältlich zum Beispiel bei FeldundStall.

Gegen ausgewachsene Trauermücken: Gelbtafeln aufhängen

Sind die Larven bereits geschlüpft und fliegen die Trauermücken schon durch die Luft, können Gelbtafeln oder auch Gelbstecker helfen. Die sehr klebrigen gelben Tafeln werden entweder in die Pflanzen gehangen oder in die Erde der Blumentöpfe gesteckt. Damit lassen sich die erwachsenen Trauermücken fangen und so den Befall reduzieren.

Trauermücken kleben an Gelbtafeln in einem Blumentopf
Mit Gelbtafeln lässt sich schnell das Ausmaß des Trauermückenbefalls einschätzen
© MarcOliver_Artworks - Shutterstock

Die gelbe Farbe lockt die Fliegen an und sie bleiben am Klebstoff hängen. Bereits nach wenigen Tagen kleben viele Tiere an den Gelbtafeln. Dann müssen die Gelbtafeln ausgetauscht werden - so lange, bis keine Trauermücken mehr nachkommen und an die Tafeln fliegen.

Gelbtafeln wirken übrigens auch gut gegen andere Schädlinge, zum Beispiel Blattläuse oder Weiße Fliegen. Die Gartenhelfer sind in jedem Pflanzenmarkt oder Baumarkt erhältlich, auch online lassen sich sich bestellen - zum Beispiel die Gelbtafeln von NEUDORFF oder auch die Gelb-Sticker von NEUDORFF.

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Wer Gelbtafeln aufhängen möchte, sollte dies aber bestenfalls nur in Innenräumen bei befallenen Zimmerpflanzen tun. Im Freien werden im schlechtesten Fall nämlich auch Wildbienen und Hummeln von den strahlend gelben Tafeln angezogen, die am Leim kleben bleiben und verenden.

Mit Fettkraut lästige Trauermücken bekämpfen

Eine weitere Methode, um die Fliegen loszuwerden, ist Fettkraut. Die fleischfressende Pflanze Pinguicula vulgaris fängt die Insekten mit ihren klebrigen Blättern ein - funktioniert also ganz ähnlich wie die oben erwähnten Gelbtafeln. In der Regel genügt schon einePflanze pro Fensterbank in der Nähe der betroffenen Zimmerpflanzen, um den Trauermückenbefall einzudämmen.

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