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Forschung einig Klimaskeptiker widerlegt: Menschengemachter Klimawandel ist jetzt wissenschaftliches Faktum

Begutachtete Fachveröffentlichungen statt Fox News: Kritiker werfen dem Sender Desinformation vor - auch zum Thema Klimawandel
Begutachtete Fachveröffentlichungen statt Fox News: Kritiker werfen dem Sender Desinformation vor - auch zum Thema Klimawandel
© mauritius images / Mark Kerrison / Alamy
Eine aktuelle Überblicksstudie förderte weniger als ein Prozent klimaskeptische Veröffentlichungen zum Klimawandel zutage. Damit ist die menschengemachte Erderwärmung so sicher wie die Evolution oder die Plattentektonik

Kaum jemand streitet noch ab, dass es eine Erderwärmung gibt. Aber ist er auch menschengemacht? Obwohl eine überwältigende Mehrheit der Klimaforscher und Klimaforscherinnen überzeugt ist, dass der Mensch die Ursache des Temperaturanstiegs seit dem 19. Jahrhundert ist, zeigen sich Zweifler hartnäckig. Doch sie stehen auf verlorenem Posten. Das zeigt nun eine Überblicksstudie: Mehr als 99 Prozent aller wissenschaftlichen Studien zum Thema erkennen menschliche Aktivitäten als Auslöser der Klimakrise an.

Nach Aussage der Forscher*innen von der Cornell University ist damit der menschengemachte Klimawandel wissenschaftlich ebenso unumstritten wie die Evolution oder die Plattentektonik.

Nur 28 von 90.000 Artikeln klimaskeptisch

Für ihre Studie, erschienen in der Zeitschrift Environmental Research Letters, wertete das Forscherteam fast 90.000 von Fachkollegen vorab begutachtete (peer-reviewed) Publikationen in Fachzeitschriften aus. In einem ersten Schritt nahmen sie aus dem Zeitraum zwischen 2012 und November 2020 insgesamt 3000 zufällig ausgewählte Artikel unter die Lupe – und fanden nur vier, die sich skeptisch zum menschengemachten Klimawandel äußerten. Im Anschluss durchsuchten die Wissenschaftler*innen 88.125 Artikel aus demselben Zeitraum. Die Suche nach Stichwörtern wie "natürliche Zyklen" und "kosmische Strahlung", die von Leugnern des menschlichen Einflusses gerne angeführt werden, förderte 28 Artikel zutage. Keiner davon wurde in einer der renommierten Fachpublikationen veröffentlicht.

Eine vorangegangene Studie aus dem Jahr 2013 hatte gezeigt, dass rund 97 Prozent aller Veröffentlichungen aus den Jahren 1991 bis 2012 den Zusammenhang zwischen menschlicher Aktivität und Klimaerwärmung anerkannten.

"Der Fall ist abgeschlossen", sagt der Erstautor der Studie, Mark Lynas von der Cornell University. "In der scientific community gibt es niemanden von Bedeutung, der den menschengemachten Klimawandel bezweifelt." Die Studie untermauert mit ihrem Ergebnis eine Feststellung des Weltklimarats IPCC aus dem Sechsten Sachstandsbericht, veröffentlich im August dieses Jahres: Es sei eindeutig, dass Atmosphäre, Ozeane und Landmassen sich durch menschlichen Einfluss erwärmt haben.

Skeptiker verlieren ein wichtiges "Argument"

Klimaskeptiker dürften es nun, mit der inzwischen erdrückenden Beweislage und der überwältigenden Einigkeit unter Forscherinnen und Forschern, noch schwerer haben. Denn bislang war eine beliebte Strategie von Leugnern des menschengemachten Klimawandels, natürliche Ursachen für die Erwärmung anzuführen – und den Eindruck zu erzeugen, die Wissenschaft sei sich in der Sache nicht einig.

Noch im Wahlprogramm der AfD zur Bundestagswahl 2021 findet sich der Passus: "Es ist bis heute nicht nachgewiesen, dass der Mensch, insbesondere die Industrie, für den Wandel des Klimas maßgeblich verantwortlich ist. Die jüngste Erwärmung liegt im Bereich natürlicher Klimaschwankungen, wie wir sie auch aus der vorindustriellen Vergangenheit kennen."


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