Mythen-Check Fünf populäre Irrtümer über das Energiesparen

Ladekabel, an denen kein Handy hängt, verbrauchen keinen Strom? Der Geschirrspüler ist energieschonender als der Handabwasch? Wir klären fünf hartnäckige Mythen über das Energiesparen auf
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Blöd, aber wahr: Ladekabel saugen auch Strom, wenn kein Handy angestöpselt ist

In diesem Artikel
1. Das Ladekabel verbraucht keinen Strom, wenn kein Handy angeschlossen ist
2. Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Energie als ein leerer
3. Der Geschirrspüler ist energieschonender als der Handabwasch
4. Mikrowellen sparen Energie
5. Bei 30 Grad wird Wäsche nicht richtig sauber

1. Das Ladekabel verbraucht keinen Strom, wenn kein Handy angeschlossen ist

Der gesunde Menschenverstand sagt ja: Wenn an das Ladekabel kein Smartphone angeschlossen ist, wird auch kein Strom verbraucht. Leider stimmt das nicht. Sobald der Transformator mit dem Stecker in der Steckdose steckt, saugt er Strom. Bis zu 0,5 Watt (das entspricht den aktuellen Anforderungen, Stand August 2019) klingt zwar nicht nach viel. Aber das lässt sich von anderen Standby-Anwendungen auch sagen. Und in der Summe ergibt das für Deutschland immerhin eine Strommenge, zu deren Erzeugung zwei mittelgroße Atomkraftwerke erforderlich sind. Also: Stecker ziehen!

2. Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Energie als ein leerer

Ein alter Irrtum: je voller der Kühlschrank, desto höher der Energieverbrauch. Stimmt nicht. Das Problem: Wird der Kühlschrank geöffnet, dringt warme Zimmerluft ein, die wieder heruntergekühlt werden muss. Oder anders gesagt: Je leerer der Innenraum, desto schneller entweicht die gekühlte Luft - und damit Energie.

Ein allgemeiner Tipp: Öffnen Sie den Kühlschrank immer nur so oft wie nötig, und dann nur kurz. Und orientieren Sie sich bei der Neuanschaffung an dem tatsächlichen Platzbedarf und einer möglichst guten Effizienzklasse (A+++).

3. Der Geschirrspüler ist energieschonender als der Handabwasch

Genau genommen, handelt es sich hier um zwei Mythen: nämlich, dass der Geschirrspüler sparsamer ist – und dass die Handwäsche sparsamer ist. Beide Positionen werden immer wieder vertreten. Die erste gerne von der Geschirrspüler-Industrie, die zweite von ambitionierten Hausmännern und -frauen. Allerdings sind beide pauschale Aussagen ebenso richtig wie falsch. Es kommt nämlich immer darauf an, was man womit vergleicht. Beim Geschirrspüler hängt viel vom Modell und von der richtigen Benutzung ab (ist die Maschine voll oder stehen nur ein paar Teller drin?). Bei der Handwäsche dagegen kommt es darauf an, wie man abwäscht. Wer in einem Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt nur das Nötigste mit wenig warmem Wasser und Spülmittel abwäscht, ist in puncto Ressourcen und Energie sehr wahrscheinlich auf der sparsameren Seite.

4. Mikrowellen sparen Energie

Auch bei der Mikrowelle gilt: An sich spart sie überhaupt keine Energie. Sondern nur dann, wenn wir sie sachgerecht statt einer energieintensiveren Methode – etwa dem Elektroherd – einsetzen. Grundsätzlich gilt: Bis zu rund einem halben Kilogramm Speise ist sie gegenüber Herd und Ofen bei Zeit- und Energieersparnis im Vorteil. Werden die Mengen größer, lohnt es sich, herkömmlich zu erwärmen.

5. Bei 30 Grad wird Wäsche nicht richtig sauber

Es ist ein Vorurteil, dass sich vor allem bei den Älteren hartnäckig hält: je heißer die Wäsche, desto sauberer. Dabei ist weniges so von Vorgestern wie die Kochwäsche. Heutige Waschmittel und Waschprogramme schaffen bei normaler Verschmutzung mühelos tadellose Sauberkeit auch bei 30 oder sogar nur 20 Grad. Das schont die Wäsche und den Geldbeutel. Denn 30 statt 60 Grad bedeutet: zwei Drittel der Heizenergie gespart. Bei drei Waschgängen pro Woche summiert sich das auf 30 Euro jährlich.