Saisonstart im Garten Sechs Tipps für den Start in die Gartensaison

Am Ende des Winters gleichen viele Gärten einem Schlachtfeld. Auf dem es schon bald wieder grünen und blühen wird. Wir haben sechs Tipps, mit denen Sie Ihren Garten auf Vordermann bringen
Garten
In diesem Artikel
1. Was keimt denn da? Vogelfutterreste entsorgen
2. Klarschiff im Kübelgarten
3. Naturkost für Pflanzen
4. Ohne Moos ist im Rasen viel los
5. Buhmann im Rasen: Maulwürfe vertreiben
6. Bodyguards für Gemüse

1. Was keimt denn da? Vogelfutterreste entsorgen

Hungrige Vögel nehmen es im Winter am Futterhaus mit ihren Tischsitten nicht so genau, sie krümeln, schmeißen ganze Körner aus dem Haus und so landet Vieles auf dem Boden unter dem Haus oder in direkter Nachbarschaft. Wer mit reinen Sonnenblumenkernen gefüttert hat, wird im Frühjahr einen ordentlichen Haufen leerer Spelzen am ehemaligen Standort des Futterhauses finden. Die Spelzen können Sie als Mulch unter Sträuchern verteilen oder sie zusammen mit Küchenabfällen kompostieren. Ein paar keimende Sonnenblumen stören da nicht.

Bei Resten von Körnermischungen aus dem Handel sieht es allerdings anders aus, da das Futter mit den Samen der Ambrosia verseucht sein kann, die nun ebenfalls im Beet keimen können. Die Pflanzen mit den charakteristischen feinfiedrigen Blättern haben staubfeine Pollen und gelten als hoch allergen. Daher gehören mögliche Körnerreste besser in den Hausmüll. Überprüfen Sie im Frühjahr auch die Beete auf möglicherweise keimende Ambrosia.

2. Klarschiff im Kübelgarten

Holen Sie Fuchsien, Geranien und andere überwinternde Kübelpflanzen schon im April aus dem Winterquartier und lassen sie an einem hellen, warmen Platz austreiben. Würden Sie damit bis Mai warten, kämen die Pflanzen erst sehr spät im Jahr zur Blüte. Ins Freie dürfen Kübelpflanzen zur Zeit der Apfelblüten, bis Mitte Mai sollten Sie aber immer noch ein Frostschutzvlies bereithalten.

Schneiden Sie beschädigte und zu dicht stehende Triebe ab. Das gilt auch für die langen, hellgrünen Triebe, die sich im Winter bilden und die leicht abbrechen. Entfernen Sie außerdem krankes, verwelktes Laub. Außerdem sollten Sie Ihren Pflanzen jetzt auch frische Erde und einen etwas größeren Topf gönnen. Für sehr große Kübel gibt es einen Trick: Schneiden Sie einfach zwei sich gegenüber liegende, dreieckige “Kuchenstücke” aus dem Erdballen, stellen die Pflanze wieder in den alten Topf zurück und füllen frische Kübelerde auf.

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3. Naturkost für Pflanzen

Was eine Dose Spinat für Popeye ist, ist eine Portion Brennnessel-Jauche für Gemüse! Sie ist leicht herzustellen, enthält viel Stickstoff und reichlich Mineralstoffe. Und Sie schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn die Brennnesseln mit den steigenden Bodentemperaturen wieder aktiv werden: Sie werden die Pflanzen los und verwöhnen außerdem Ihre Pflanzen.  

Ernten Sie gut ein Kilo frische Brennnesseltriebe ohne Blüten. Lassen Sie Blätter in einem Maurerkübel oder einer alten Wäschewanne mit zehn Litern Wasser vergären. Stellen Sie das Gefäß in die Sonne, aber nicht gerade neben die Terrasse, da die schäumende Brühe stinkt. Um das ein bisschen abzumildern, geben Sie zwei Esslöffel Steinmehl in das Gefäß, das es als Bentonit oder auch Urgesteinsmehl zu kaufen gibt und die Geruchsstoffe bindet. Nach ein bis zwei Woche hört die Brühe auf zu schäumen und wird klar und dunkel. Sie können die Pflanzen mit der 1:10 verdünnten Jauche gießen oder diese noch weiter verdünnt als schnell wirkenden Blattdünger direkt spritzen.

Die Jauche ist nur ein Düngemittel, gegen Blattläuse wirkt sie nicht. Der Wirkungsgrad dafür beträgt gut 30 Prozent – das ist exakt der von Wasser. Man spritzt die Läuse einfach von den Pflanzen.

4. Ohne Moos ist im Rasen viel los

Dicht, weich und nervig: Rasenmoos ist kein bloßes Winterwehchen, sondern ein Hilferuf des Rasens. Er hat Hunger! Denn Moos tobt sich mit Vorliebe in wenig gepflegtem Rasen aus, der oft noch aus ungeeigneten Rasenmischungen (Berliner Tiergarten & Co) besteht. Mit einer Packung Moosvernichter ist es da nicht getan ist. Die wirken zwar, beseitigen aber nicht die Ursachen für den Moosbefall. Rasenmoos ist eine Zeigerpflanze für Stickstoffmangel – hungriger Rasen kann sich weder gegen Moos noch gegen Unkraut behaupten. Wird dann noch regelmäßig zu tief gemäht, ist es um das dichte Grün geschehen.

Verteilen Sie ab März speziellen Rasendünger, keinen Beetdünger. Sonst könnte es passieren, dass Ihr Rasen schnell wächst und in die Höhe schießt, statt schön dicht zu werden. Mit dem Ergebnis, dass Sie ständig mähen müssen. Rasendünger wirken langsam, dafür aber monatelang.

Die Ideale Schnitthöhe von Gebrauchsrasen liegt bei gut vier Zentimetern. Stehen die Halme dicht an dicht, haben Moos und Unkräuter überhaupt keinen Platz zum Wachsen. Stellen Sie den Mäher so ein, dass er jedes Mal nur gut ein Drittel der Halmlänge kappt, Mähen Sie zu tief, fehlt den Gräsern der Regenerationspunkt auf halber Halmhöhe, aus dem sie neu austreiben. Sonst dauert es recht lange, bis die Gräser neu austreiben, und diese Zeit nutzen Moose aus.

5. Buhmann im Rasen: Maulwürfe vertreiben

Kaum jemand hat je einen gesehen, trotzdem ist der Maulwurf der absolute Buhmann im Rasen: Seine frisch aufgeworfenen Hügel werden fluchend zerstampft, platt geharkt oder die Erde wütend weggekarrt. Auch wenn Maulwürfe Engerlinge und andere Schädlinge vertilgen – geht es um den Rasen, ist eine friedliche Koexistenz von Gärtner und Maulwurf unmöglich: Der Maulwurf muss weg!

Die Tiere sind streng geschützt, Schlag- und auch Lebendfallen müssen im Schuppen bleiben. Man darf die Tiere nur vergraulen und vertreiben. Maulwürfe sind im Prinzip pelzige Sensorplattformen mit extrem empfindlichen Sinnesorganen, die auf Störungen beleidigt reagieren. Daher schikaniert man sie am besten solange mit Düften oder Geräuschen, bis sie freiwillig Reißaus nehmen. Infrage kommen Vergrämungsmittel aus dem Handel sowie selbst gemachte Stinkbomben aus Buttermilch und Molke. Geräte, die Maulwürfe mit Piepstönen nerven sollen, haben in der Regel keine Wirkung. Wirksamer sind im Sommer tobende Kinder oder Hunde.

Die Maulwürfe kommen aber irgendwann wieder. Richtig aussperren lassen sie sich nur mit einem engmaschigen Drahtgeflecht, das waagerecht einige Zentimeter tief unter der gesamten Rasenfläche verlegt.

6. Bodyguards für Gemüse

So schön Kohlweißlinge auch sind - ihre gefräßigen Raupen haben im Gemüsegarten nichts zu suchen und können Gemüsepflanzen ratzekahl fressen! Gift kommt nicht infrage. Spannen Sie am besten gleich nach dem Pflanzen ein Gemüseschutzvlies als Bodyguard über das Beet. Das sperrt die Falter wirkungsvoll aus, die sonst schon im Frühjahr nur allzu gerne ihre Eier auf Brokkoli-, Grün- oder Rosenkohljungpflanzen abladen.

Damit sich kein Falter einschleichen kann, sollte das Netz absolut dicht und auch am Boden undurchdringlich sein. Beschweren Sie die Ränder daher mit Erde und Steinen, die das Netz auch windsicher machen. Zum Gießen heben Sie das Netz kurz an und verschließen es dann wieder. Es bleibt bis kurz vor der Ernte im Beet.

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