Tropischer Wirbelsturm Wie entsteht ein Hurrikan?

Immer wieder müssen die Bewohner Mittel- und Nordamerikas mit Zerstörungen durch Hurrikans rechnen. So entstehen die tropische Wirbelstürme
Hurrikan Irma

Hurrikan Irma wütet in Fort Lauderdale. Fast in jeder Hurrikan-Saison richten tropische Wirbelstürme in der Karibik und in den USA schwere Schäden an

In diesem Artikel
Wo und wie entstehen Hurrikans?
Welche Windgeschwindigkeiten erreichen Hurrikans?
Wann schwächt sich ein Hurrikan ab?
Wie groß wird ein Hurrikan?
Wann ist Hurrikan-Saison?

Wo und wie entstehen Hurrikans?

Viele der Hurrikans, die in den Sommer- und Herbstmonaten die Küsten Mittel- und Nordamerikas heimsuchen, entstehen und wachsen in den Gewässern vor der Westküste Afrikas. Auch der Hurrikan Florence, der sich aktuell auf die Ostküste der USA zubewegt, hat hier seinen Ursprung. Um einen Wirbelsturm auszubrüten, muss das Meer hier mindestens 26,5 Grad Celsius warm sein. Dann verdunsten große Mengen Wasser, die als Wasserdampf aufsteigen. Zunächst bilden sich nur Gewitterwolken, doch schon bald bringt das Luftdruckgefälle innerhalb des Baby-Hurrikans einen tödlichen Prozess in Gang: Da im Zentrum des zukünftigen Wirbelsturms ein geringer Luftdruck herrscht, strömen Luftmassen in Erdnähe von der Peripherie nach. Unter dem Einfluss der Erdrotation wird das ganze System in eine Drehbewegung versetzt. Die so genannte Corioliskraft sorgt dafür, dass sich Tiefdruckgebiete - also auch ein Hurrikan - auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn wirbeln, auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn.

Welche Windgeschwindigkeiten erreichen Hurrikans?

Stellt sich dem Sturm kein Hindernis entgegen, wie auf offenem Meer, kann er weiter wachsen und bedrohliche Ausmaße annehmen. Doch erst wenn er eine Windgeschwindigkeit von 118 Kilometern pro Stunde, also die Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala, erreicht hat, spricht man von einem Hurrikan. Eingeteilt werden die Wirbelstürme nach der Saffir-Simpson-Skala von 1 ("schwach") bis 5 ("verwüstend"). Florence ist zur Zeit eingestuft als Kategorie-4-Hurrikan. Die schlimmsten Hurrikane überhaupt erreichen Spitzengeschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern. Zum Vergleich: In Europa erreichen Stürme "nur" Höchstgeschwindigkeiten um 120 Stundenkilometer

Satelitenbild von einem Hurrikan

Montag, 29. August 2005: Um 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit wütet der Hurrikan "Katrina" an der Nordküste des Golfs von Mexiko

Wann schwächt sich ein Hurrikan ab?

Hurrikans bewegen sich von ihrem Entstehungsort vergleichsweise langsam in westlicher Richtung. Selbst der Jahrhundert-Hurrikan Katrina wälzte sich nur mit rund 20 Kilometern pro Stunde auf das Festland zu. Sobald ein Hurrikan das Festland erreicht hat, schwächt er sich ab. Denn die Wärme und Feuchtigkeit, die ihn bisher ernährt haben, fehlen nun. Bis zum Ende eines solchen Wirbelsturms vergehen eine bis maximal vier Wochen. Der Methusalem unter den Hurrikans ist der Sturm "John", der im Jahr 1994 31 Tage lang über den Pazifik zog.

Wie groß wird ein Hurrikan?

Hurrikane können gewaltige Ausmaße annehmen; Durchmesser von mehreren hundert Kilometern sind keine Seltenheit. Der Hurrikan "Tip" hatte mit 2200 Kilometern den bisher größten beobachteten Durchmesser. In der Höhe ragen die meteorologischen Ungeheuer bis zu 18 Kilometer in die Erdathmosphäre auf. Während der Wind am Rand eines Hurrikans verheerende Geschwindigkeiten erreicht, ist es in seinem Zentrum vollkommen windstill. Eine trügerische Ruhe, denn schon nach wenigen Minuten oder Stunden beginnt der Wind wieder in Sturmstärke zu wehen - diesmal aus der anderen Richtung.

Wann ist Hurrikan-Saison?

Die offizielle Hurrikan-Saison dauert von Juni bis November; in dieser Zeit müssen die Bewohner der Küsten Mittel- und Nordamerikas immer wieder mit schweren Verwüstungen und Überschwemmungen rechnen. Hurrikane können selbst Europa noch schwere Regenfälle bringen; doch ihre Windgeschwindigkeiten haben sich dann den gemäßigten Breiten angepasst, ihre tödliche Energie ist verpufft.

Mehr Informationen über Hurrikane auf den Seiten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA).

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