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Sommerhitze Acht Tipps gegen Trockenheit im Garten

Aus einer Regenrinne läuft Wasser in eine Regentonne im Garten
Wasser wird auch hierzulande zunehmend ein knappes Gut – Regenwasser sammeln ist da eine gute Idee
© Ingo Bartussek - Adobe Stock
Viel Sonne, hohe Temperaturen und kaum Regen – die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Das macht auch den heimischen Gärten zu schaffen. Acht Tipps für Hobbygärtnerinnen, wie Gartenpflanzen die Trockenheit gut überstehen

Der Sommer ist dieses Jahr in weiten Teilen Deutschlands mit hohen Temperaturen und wenig Regen gestartet. In vielen Regionen ist es derzeit deshalb wieder viel zu trocken. Diese Trockenheit macht sich auch in den heimischen Gärten bemerkbar. "Böden und Pflanzen steckt noch die Dürreperiode von 2018 bis 2020 in den Knochen. Die Grundwasserverluste konnten noch nicht wieder ausgeglichen werden. Dafür hat es bisher viel zu wenig geregnet", erläutert NABU-Gartenexpertin Melanie Konrad.

Damit die Pflanzen im Garten trotz der Hitze gut gedeihen, sollten Gärtnerinnen und Gärtner einiges beachten. Gemeinsam mit dem NABU liefern wir Tipps, wie das liebe Grün auch längere Dürreperioden übersteht und wie Gartenfreunde dies aktiv beeinflussen können.

Regenwasser sammeln

Wasser wird zunehmend ein knappes Gut – auch in Deutschland. In manchen Regionen ist es inzwischen sogar verboten, Wasser aus Flüssen und Seen zu entnehmen oder seinen Pool mit Trinkwasser zu füllen. Regentonnen oder andere Sammelbehälter sind daher enorm wichtig, um den wenigen Niederschlag aufzufangen und ihn so für die Gartenbewässerung nutzen zu können. So lässt sich eine Menge Wasser sparen.

Wichtig dabei ist, dass die Regentonnen abgedeckt sind. Andernfalls können sich die Tonnen zu einer tödlichen Gefahr für kleine Tiere entwickeln, wenn sie hineinfallen und aus dem Behälter nicht mehr hinausgelangen können. Außerdem wird durch einen Deckel das schnelle Verdunsten des aufgefangenen Niederschlags verhindert und Mücken können das Wasser nicht als Brutstätte im Garten nutzen.

Zur richtigen Tageszeit gießen

Wer im Sommer gar nicht oder gar falsch gießt, kann im schlimmsten Fall die Gartenbepflanzung ruinieren. Besonders an heißen Tagen ist es daher wichtig, den richtigen Zeitpunkt für die Bewässerung zu wählen. "Bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet ein Teil der Gießmenge, ohne dass die Pflanzen das Wasser aufgenommen haben", erklärt NABU-Gartenexpertin Melanie Konrad. Daher sollte man keinesfalls zur Mittagszeit die Pflanzen bewässern.

Empfehlenswert sind stattdessen die frühen Morgenstunden kurz vor Sonnenaufgang, idealerweise zwischen drei und fünf Uhr. Meist sind die Pflanzen dann eh schon feucht vom Tau und es ist in der Regel am kühlsten.

Besser einmal kräftig, als mehrmals wenig gießen

Nicht nur mit der Tageszeit, sondern auch mit der Wassermenge können Gärtnerinnen und Gärtner bei der Bewässerung einen enormen Einfluss darauf nehmen, wie gut Pflanzen mit den hohen Temperaturen zurechtkommen. Im Idealfall sollte man den Boden am Wurzelbereich besser richtig durchfeuchten als täglich immer nur ein bisschen zu gießen.

Sonst werden die tieferen Bodenschichten nicht ausreichend mit Wasser versorgt. Außerdem bilden die Pflanzen in diesem Fall nur kurze Wurzeln aus. Wenn man die Gartenpflanzen "trainiert", indem man sie weniger häufig, aber dafür intensiver gießt, produzieren sie längere Wurzeln und kommen so auch an tiefere Bodenschichten, die weniger schnell austrocknen.

Einmal gehackt ist dreimal gegossen

Diese alte Gärtnerweisheit gilt in Zeiten der Trockenheit umso mehr. "Beim Hacken werden die Kapillaren im Boden unterbrochen. Diese kleinsten Poren leiten Wasser aus tieferen Bodenschichten nach oben, wo es verdunstet. Unterbricht man den Mechanismus, wird Wasser im Boden zurückgehalten", erklärt Melanie Konrad. "Am besten nach dem Gießen alle Beete einmal oberflächlich durchhacken. Dabei lassen sich auch gleich unerwünschte Wildkräuter entfernen."

Dürre-Monitor
Visualisierung der Trockenheit der letzten Jahre. Die Daten basieren auf der Abweichung der Niederschlagsmenge im genannten Zeitraum zum Referenzzeitraum.

Mulchen

Bei Trockenheit sollte der freie Boden zwischen den Gemüsepflanzen eine Mulchdecke erhalten. Sie kann zum Beispiel aus trockenem Rasenschnitt, Laub, Gemüseresten, Schafwolle oder gejäteten Wildpflanzen bestehen. Letztere sollten aber keine reifen Samen haben, damit man sie nicht ungewollt aussät. Der Mulch hält den Boden schön feucht und versorgt die Beete zudem mit Nährstoffen.

Mikroklima verbessern

Eine Hecke aus heimischen Gehölzen hält Wind ab und spendet Schatten. So geschützt verlieren die Pflanzen hinter der Hecke weniger Wasser durch Verdunstung. Auf dem Balkon wird derselbe Effekt mit einer Pergola aus Kletterpflanzen wie Jelängerjelieber oder Waldrebe erzielt. Ein Teich im Garten verdunstet Wasser und kühlt so seine Umgebung.

Rasen weniger mähen oder eine Wildblumenwiese anlegen

Ein raspelkurzer Golfrasen kapituliert bei längerer Trockenheit schnell. Wer seinen Rasen länger wachsen lässt und auch Wildkräuter im Grün duldet, braucht Trockenheit viel weniger zu fürchten. Eine Wildblumenwiese mit standortheimischen Pflanzen kommt sogar ganz ohne künstliche Bewässerung aus.

Auf heimische Pflanzen setzen

Viele Pflanzen von weither wie Hortensien oder Rhododendren brauchen regelmäßig Wasser. Heimische Gehölze und Stauden, die zum eigenen Boden und Klima passen, kommen meist besser mit vorhandenen Klimabedingungen und Trockenperioden zurecht. Heimische Alternativen wie Feldahorn, Natternkopf, Dost oder Wiesensalbei werden zudem gern von heimischen Insekten besucht.

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