Schottland - Highlands und Lowlands

Reisebericht

Schottland - Highlands und Lowlands

Reisebericht: Schottland - Highlands und Lowlands

Weiße Nebelschwaden ziehen über eine einsame Hügellandschaft. Die sattgrüne, wilde Szenerie wird hier und da von einem glasklaren See unterbrochen und endet unvermittelt an einer schroffen Steilküste. Vereinzelt trotzen Schafe dem oft schlechten Wetter, die wohl kaum wissen, dass sie auf geschichtsträchtigem Boden weiden, der eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat. Welcome to Scotland!

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Insel Skye

Morgens ein erster Blick aus dem Fenster - nur dicker Nebel und Sprühregen zu sehen! Endlich lernen wir auch das angeblich typische schottische Wetter kennen. Dennoch überlegen wir, einfach im Bett zu bleiben. Wie immer siegt jedoch die Abenteuerlust, oder anders gesagt, die der Kinder, die von einem ruhigen Tag im Hotel gar nichts halten. Also raus aus den Federn und die wetterfeste Kleidung ganz unten aus der Tasche geholt. Schon kann die Inselrundfahrt beginnen.

Skye zählt zu den Inneren Hebrideninseln und wird auf Gälisch auch "Insel des Nebels" genannt. Wie passend für den heutigen Tag! Sie ist etwa 80 Kilometer lang und ihre breiteste Stelle beträgt 40 Kilometer. Skye ist sehr gebirgig, es gibt hier 12 Munros (Berge mit mehr als 914 Meter Seehöhe). Fjorde ragen weit ins Landesinnere hinein und bilden eine eindrucksvolle Küstenlinie. Die Hauptstadt der Insel ist Portree mit etwa 2000 Einwohnern. Auf ganz Skye leben circa 9000 Menschen.



Steinbrücke



Landschaft

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Unser erster Stopp ist ein kleiner Wasserfall inmitten der Cuilins Berge, den wir im dichten Nebel jedoch nur schemenhaft erkennen können.
Kurze Zeit später erreichen wir den eindrucksvollen Mealt Fall, der sich über eine 50 Meter hohe Klippe in die Meeresfluten stürzt. Hier befindet sich auch der Kilt Rock, eine imposante Felswand mit meterhohen, säulenartigen Basaltformationen. Die Steinpfeiler erinnern an die vielen Falten und Karos der Schottenröcke, daher der fantasievolle Name.



Mealt Fall



Duntulm Castle

Duntulm Castle

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Am nördlichsten Punkt unserer Rundreise über Skye treffen wir auf die spärlichen Überreste des Duntulm Castle. Die ehemalige Wehrburg beherbergte einst den Clan MacDonald, der sie im 14 Jh erbauen ließ. Im 18 Jh verließ die Familie die zugige Burg und zog in ein komfortableres Herrenhaus - das Monkstadt House - um.
Seit einiger Zeit ist die Ruine eingezäunt und für Besucher gesperrt, da sie droht, ins Meer zu stürzen.



Museum of Island Life

Skye Museum of Island Life

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Besonders interessant finden wir das Museum of Island Life. Sieben strohgedeckte Steinhäuser ("Blackhouses") aus dem 19 Jh wurden hier originalgetreu wieder aufgebaut und erlauben einen Blick in die Vergangenheit der Inselbewohner. Das "Old Crofthouse" mit drei Zimmern ist das größte Gebäude und war einst das Wohnhaus einer ganzen Familie. Daneben gibt es noch interessante Werkstätten wie beispielsweise eine Schmiede und eine Weberei zu sehen. In langen Winternächten traf man sich im Ceilidh House, wo Musik, Tanz und Erzählungen die Zeit verkürzten.



Skye Museum of Island Life



Dunvegan Castle

Dunvegan Castle

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Ein weiteres Highlight von Skye ist das Dunvegan Castle. Es wurde im Mittelalter von den MacLeods errichtet und ist seit dieser Zeit in Familienbesitz. Die Wurzeln des einflussreichen Clans reichen bis in die Wikingerzeit zurück. Das Innere der Burg beschäftigt sich mit der langen Geschichte der Familie. Unter anderem werden auch "magische" Gegenstände, wie beispielsweise die Fragmente einer "Feenflagge" ausgestellt. Viele Mythen ranken sich um dieses brüchige Stück Seide, soll es doch den MacLeods von den Feen selbst übergeben worden sein.
Leider ist das Fotografieren im Gebäude verboten. Im Garten der Burg können wir uns jedoch diesbezüglich richtig austoben. Schmale Pfade winden sich durch wuchernde, verwachsene Büsche, dazwischen Blumenbeete, die bunte Flecken in die grüne Landschaft zaubern. Wir schlendern weiter durch die Anlage, vorbei an akkurat geschnittenen Rasenflächen und überqueren auf mehreren Holzbrücken einen sanft plätschernden Bach. Das Rauschen des Wassers wird immer stärker, plötzlich taucht ein kleiner Wasserfall aus dem Dickicht auf. Die Kinder jubeln vor Freude, sodass wir mehrere Stunden im prächtigen Garten des Schlosses verbringen.





Dun Beag Broch

Unser letzter Stopp des heutigen Tages ist die Ruine des Dun Beag Broch, die sich im dichten Nebel versteckt und plötzlich wie ein Scherenschnitt vor uns aufragt. Ein Broch ist ein prähistorischer, runder Wohnturm, der einst hauptsächlich im Norden Schottlands errichtet wurde. Der Turm besaß damals mehrere Stockwerke und erreichte eine Höhe von über 13 Metern. Heute stehen davon nur noch 1,5 Meter. Seine Wandstärke beträgt jedoch noch immer stolze 4 Meter.



Dun Beag Broch



Eilean Donan Castle

Eilean Donan Castle

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Auch heute ist das Wetter nicht sehr einladend, denn unzählige Nebelschleier ziehen lautlos über die Insel.
Wir verlassen schließlich Skye über die Brücke und halten bei der Postkartenburg Eilean Donan Castle an. Diese imposante Anlage mit ihren wuchtigen Mauern thront auf einer Gezeiteninsel und kann nur über eine steinerne Brücke erreicht werden. Das Castle wurde im 13 Jh erbaut und 1719 fast zur Gänze zerstört. Erst 1911 begann der Wiederaufbau, der 21 Jahre dauern sollte. 1955 wurden die Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Burg ist ein wahrer Tourismusmagnet, zahlreiche Besucher drängen sich durch die engen Säle. Auch hier darf im Inneren leider nicht fotografiert werden.



Eilean Donan Castle



Landzunge

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Anschließend fahren wir der zerklüfteten Küste entlang in nördliche Richtung. Eine ungezähmte, raue Landschaft mit weißen Sandstränden und buckeligen Landzungen strahlt einen ganz eigenen Charme aus. Schroffe Berge, karge Grünflächen und kleine, geduckte Häuserzeilen prägen das Landesinnere.



Westküste Schottlands



Inverewe Gardens

Inverewe Gardens

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Direkt an der kargen Westküste befindet sich der Garten Eden dieses Landstriches, die blühenden Inverewe Gardens. Bedingt durch den Einfluss des warmen Golfstroms wachsen hier -hoch im Norden Schottlands- unzählige exotische Pflanzen und Bäume aus aller Welt. Die etwa 20 Hektar große Parkanlage wurde 1862 von Osgood Mackenzie als kleiner, ummauerter Garten angelegt und seitdem laufend vergrößert. Ursprünglich gab es hier nur einige Felsen und kümmerliche Bäume, die Erde wurde sogar extra aus Irland herangeschafft. In heutiger Zeit wandern die Besucher staunend durch ein buntes Blumen- und Pflanzenmeer.



Inverewe Gardens


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Kommentare

  • Blula

    That's great, liebe Tamara ! *****
    Was für ein toller Bericht und zugleich herrlicher Bilderbogen. Wer sich vielleicht bisher noch nicht so für eine Reise nach Schottland begeistern konnte, der kommt hier wahrhaftig auf den Geschmack.
    Hier ist alles drin. Du machst die interessierten Leser bekannt mit den wunderbaren und stillen Landschaften Schottlands, den Seen.... . Mir war übrigens bisher nur Loch Ness bekannt, wußte gar nicht, dass es auch noch weitere reizvolle "Löcher" gibt. Und so viele schöne Burgen gibt es in Schottland? Ich bin begeistert, schon allein vom Anschauen Deiner ausgezeichneten Fotografien.
    Ja, und dann, ich fasse es nicht, hast Du Dich sogar zur Pilotin ausbilden lassen??!!! Ha, das war aber ganz schön mutig, Tamara. Diesen Flug wirst sicher Dein Leben lang nicht vergessen. Sehr erstaunt war ich ja auch, dass Du in Schottland sogar auf Kamele ( im Highland Wildlife Park ) gestoßen bist. Ja, und diese Fahrt mit dem historischen Jacobite Dampfzug hätte mir natürlich auch gefallen.
    Ein extra Highliht war natürlich die Hochzeit Eurer Freunde im Barcaldine Castle. Fein, dass Du uns diese ebenso stilechte wie feierliche Zeremonie hier auch etwas miterleben lässt.... samt "Highland-Fling". Da habe sogar ich gerade beinahe heimlich das Tanzbein geschwungen....
    Nun hätte ja Eure Reise beinahe noch ein nicht so gutes Ende genommen, wenn die Security am Flughafen "falsch" reagiert hätte. Was für ein herrlicher Epilog....
    Tamara, mein Kompliment zu diesem ganz hervorragenden Bericht, der heute auch völlig zu Recht auf die Startleiste gekommen ist.
    LG Ursula

  • bezi

    Hallo Tamara, mir hat es sehr, sehr gut gefallen, wie Du hier die Highlands und Lowlands von Schottland präsentiert hast. Ich war ja auch noch nie da, bekomme aber jetzt richtig Reiselust. Dein schöner und überaus informativer Bericht, der auch noch mit vielen persönlichen Erlebnissen gespickt ist, wäre eine gute Vorlage für einen Reisefilm über Schottland.
    LG Claudia

  • Hortensie7

    Traumahft - ich war im Juli 2012 dort auf (fast der gleichen) Rundreise... Allerdings nicht so privat, sondern mit einer Reisegruppe. War aber genauso traumhaft! Die blühenden Ginsterbüsche, Rhododendren und die vielen "Lochs". Sehr viel Arbeit steckt in deinem Bericht - well done!
    lg, Petra

  • Elaira

    Vielen lieben Dank für eure netten Kommentare und das Lob! Ich freue mich sehr darüber!
    @Ursula, danke! Ich muss gestehen, ich fand das Loch Ness sogar ziemlich langweilig. Da gibt es viel schönere Seen in Schottland.
    Einmal zu fliegen war wirklich ein geniales Erlebnis, welches ich sicher niemals vergessen werde. Aber etwas mulmig war mir schon zumute...
    Die Fahrt mit dem Dampfzug war auch etwas ganz Besonderes. Man tuckert nicht nur durch die Landschaft, sondern kommt auch mit den Mitreisenden schnell ins Gespräch.
    Die Hochzeit war natürlich das I-Tüpfelchen. Angeblich war unser Dudelsackspieler mit seinen 16 Jahren Schottlands jüngster Piper. Es war sehr stimmungsvoll.
    So ein Abenteuer am Flughafen haben wir wirklich noch nie erlebt. Wirklich alle waren alamiert und sind dann in schallendes Gelächter ausgebrochen. Vorallem haben wir diese Wasserspritzpistole in Wien am Flughafen gekauft...
    @Claudia: Vielen lieben Dank! Ich freue mich, dass ich deine Reiselust wecken konnte. Wir haben in diesen 3,5 Wochen so viel erlebt - es ist wirklich schade, dass wir keine Videokamera dabei hatten.
    @Petra: Herzlichen Dank! Oh ja, ich glaube, ich habe mehr als 3 Monate an dem Bericht gebastelt. Schottland mit seinen vielschichtigen Landschaften und der interessanten Geschichte ist einfach großartig. Ich habe mir zur Reiseplanung auch einige geführte Routen durchgelesen, vielleicht daher die Ähnlichkeit..
    LG Tamara

  • grenzenlos1

    Sehr schön, sehr interessant, prima!
    LG Wi grenzenlos

  • rosa10

    Liebe Elaira/Tamara,
    ein wunderbarer und liebevoller Bericht über Schottland - ein Land, in das wir uns auf den ersten Kilometern mit WoMo und Hund im September 2013 unsterblich verliebt haben.
    Ich glaube ja, wer es einmal erlebt hat, den lässt es nicht mehr los...
    Deine Berichte erinnerten uns an viele Orte, die wir in den (viel zu kurzen) gut zwei Wochen besucht haben.
    Neben den unschlagbaren Highlands haben uns es besonders die Inseln Skye und Lewis und Harris angetan.
    In knapp drei Monaten geht es wieder los, und das bestimmt nicht zum letzten Mal.
    Wir werden einige Deiner Stationen in unsere diesjährige Reise in den Nordwesten Schottlands mit einplanen.
    Schottland ist "Balsam für die Seele" - Vielen, Herzlichen Dank dafür!



  • Schriddels

    Schottland, ja da wollen wir auch noch mit unserem Wohnmobil hin. Durch den klasse Reisebericht ist uns das wieder zu Bewusstsein gekommen, ja da müssen wir hin.

    Liebe Grüße aus Salt Lake City Wolfgang Schriddels

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