Schottland - Highlands und Lowlands

Reisebericht

Schottland - Highlands und Lowlands

Reisebericht: Schottland - Highlands und Lowlands

Weiße Nebelschwaden ziehen über eine einsame Hügellandschaft. Die sattgrüne, wilde Szenerie wird hier und da von einem glasklaren See unterbrochen und endet unvermittelt an einer schroffen Steilküste. Vereinzelt trotzen Schafe dem oft schlechten Wetter, die wohl kaum wissen, dass sie auf geschichtsträchtigem Boden weiden, der eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat. Welcome to Scotland!

Seite 1 von 14

Edinburgh Airport

Leichter Nieselregen und ein unangenehm kalter Wind empfangen uns am Flughafen in Edinburgh.
Es ist der 4.7.2013, und wir wünschen uns sehr, dass das Wetter in den kommenden 3 1/2 Wochen, die wir in Schottland verbringen möchten, besser wird. Viel Hoffnung hegen wir jedoch nicht - denn die schlechte Witterung ist eines der vielen Vorurteile, die in jedem Reiseführer zu finden sind. Wir werden uns diesbezüglich noch ziemlich wundern!
Wir sind schon sehr gespannt, was uns erwartet, denn schließlich möchten wir nicht nur die kulturelle Vielfalt und die grandiose Natur des Landes kennen lernen, sondern auch eine stilechte schottische Hochzeit erleben. Unsere mitreisenden Freunde, die auch zum ersten Mal in Schottland sind, werden nämlich am 13.7. in Oban heiraten.
Bis dahin haben wir jedoch noch genügend Zeit, Edinburgh und den südlichen Teil des Landes zu erkunden.
Da wir mit unseren Kindern insgesamt 6 Reisegefährten sind, und unsere Freunde nicht an ihre Führerscheine gedacht haben, tauschen wir nach einigen Schrecksekunden kurzerhand die zwei vorab reservierten Mietautos in ein Großes um, was am Flughafen Edinburgh glücklicherweise problemlos möglich ist.



Calton Hill

Nun kann unsere Reise erst richtig beginnen! Um die zeitaufwendige Parkplatzsuche in Edinburgh zu vermeiden, lassen wir die nächsten Tage unser Auto beim Hotel stehen und fahren mit dem Zug drei Stationen zum Hauptbahnhof der Stadt, der Waverly Station. Diese liegt sehr zentrumsnah, sodass wir zu Fuß den Calton Hill erklimmen können. Der etwa 100 Meter hohe Hügel wird gerne als "Akropolis von Edinburgh" betitelt. Von seinem Gipfel aus genießen wir eine herrliche Aussicht über die Stadt. In dem düsteren Wetter wirkt die kantige Silhouette der Innenstadt fast wie ein künstlerischer Scherenschnitt.

Das größte Bauwerk am Calton Hill ist das National Monument. Zum Gedenken an die in den napoleonischen Kriegen gefallenen schottischen Soldaten sollte 1822 ein Tempel nach griechischem Vorbild errichtet werden. Da jedoch das Geld viel zu schnell ausging, konnte man nur die Vorderfront fertig stellen.
Am höchsten Punkt des Berges wurde zwischen 1807 und 1816 das Nelson Monument erbaut. Einst diente es als Signalturm für Schiffe im Hafengebiet von Leith. Heute kann im Inneren des Turms eine Ausstellung über Lord Nelson besucht werden, der 1805 bei einer Seeschlacht am Kap Trafalgar die miteinander verbündeten Spanier und Franzosen besiegte und dabei verstarb.
Wie ein kleiner griechischer Tempel steht am südlichen Endpunkt des Hügels das Burns Monument, welches zu Ehren des schottischen Dichters 1831 errichtet wurde.



National Monument



Altstadt

Altstadt von Edinburgh

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Am Fuße des Calton Hills liegt die Altstadt mit ihrem mittelalterlichen Flair. Steile, gepflasterte Gassen und verschwiegene Grünflächen laden zum Entdecken ein. Stolz recken sich die Kamine der alten Häuser in den Himmel. Diesen Schornsteinen verdankte die Stadt einst ihren unrühmlichen Beinamen, "Auld Reekie", was man mit „Alte Verrauchte“ übersetzen kann.
In heutiger Zeit ist die rußige Vergangenheit der Stadt kaum mehr vorstellbar. Geschäftig und hektisch wirkt die nur an einer Seite bebaute Einkaufsstraße "Princes Street". Auf der anderen Seite schweift der Blick immer wieder auf die mächtige Burganlage der Stadt.
Davor wurde 1846 zu Ehren des schottischen Autors Sir Walter Scott ein fragiler, gotischer Turm mit mehr als 60 Meter Höhe errichtet, das "Scott Monument".
Angenehme Stille umfängt uns, als wir die St. Johns Church am Ende der Princes Street betreten. Diese Kirche im neogotischen Stil wurde 1818 eingeweiht und lädt uns zum Verweilen ein. Für die Kinder gibt es sogar eine Spielecke.



Edinburgh



Edinburgh Castle

Edinburgh Castle

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Auf einem erloschenen Vulkankegel thront Edinburgh Castle. Die mächtige Burganlage blickt auf eine lange, wechselvolle Geschichte aus Belagerungen, Zerstörungen und Wiederaufbauten zurück. Das älteste bis heute erhaltene Gebäude des gewaltigen Burgkomplexes ist die "St. Margaret’s Chapel", die aus 1130 stammt.
Bis 1639 war in der Great Hall" (erbaut 1511) mit ihrer eindrucksvollen Holzdecke das Parlament der Stadt untergebracht. Ein besonderes Highlight sind die Kronjuwelen in der Schatzkammer. Sie sind die ältesten ihrer Art in Europa und wurden erstmals 1306 bei der Krönung von Robert the Bruce erwähnt. Der damals verwendete, einfache Goldreif wurde im Laufe der Zeit großzügig erweitert und mit Edelsteinen besetzt. 1651 wurde Charles II als letzter König damit gekrönt.

Heute scheint sogar die Sonne, was den Ausblick von den Burgzinnen über Edinburghs' Dächer noch eindrucksvoller macht.



Edinburgh Castle



Camera Obscura

Camera obscura

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

In der Nachbarschaft von Edinburgh Castle befindet sich die Camera Obscura. Sie ist seit 1835 funktionstüchtig. Am Dach des Gebäudes wird mit Hilfe von Linsen und Spiegeln ein sich bewegendes Bild auf eine weiße Tischfläche gespiegelt. Somit können die Besucher des Castels und der Innenstadt unbemerkt beobachtet werden! Was für ein Spaß an so einem klaren, sonnigen Tag wie heute.
Im Gebäude der Camera Obscura ist außerdem eine sehr interessante Ausstellung untergebracht, die sich mit optischen Illusionen beschäftigt.



Camera obscura



Royal Yacht Britannia

Royal Yacht Britannia

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Außerhalb der Altstadt, im Hafen von Leith, liegt die Royal Yacht Britannia vor Anker. Das Schiff wurde 1953 erbaut und diente bis 1997 dem britischen Königshaus für Staatsbesuche und private Reisen. Mehr als 220 Besatzungsmitglieder sorgten auf über 968 offiziellen Fahrten für das Wohl der königlichen Familie. Die eleganten, aber überraschenderweise nicht übertrieben luxuriösen Kabinen der königlichen Familie, die Quartiere der Besatzung und die Technik- und Versorgungsräume gewähren einen interessanten Einblick in den Schiffsalltag auf der Royal Yacht Britannia.



Royal Yacht Britannia


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Blula

    That's great, liebe Tamara ! *****
    Was für ein toller Bericht und zugleich herrlicher Bilderbogen. Wer sich vielleicht bisher noch nicht so für eine Reise nach Schottland begeistern konnte, der kommt hier wahrhaftig auf den Geschmack.
    Hier ist alles drin. Du machst die interessierten Leser bekannt mit den wunderbaren und stillen Landschaften Schottlands, den Seen.... . Mir war übrigens bisher nur Loch Ness bekannt, wußte gar nicht, dass es auch noch weitere reizvolle "Löcher" gibt. Und so viele schöne Burgen gibt es in Schottland? Ich bin begeistert, schon allein vom Anschauen Deiner ausgezeichneten Fotografien.
    Ja, und dann, ich fasse es nicht, hast Du Dich sogar zur Pilotin ausbilden lassen??!!! Ha, das war aber ganz schön mutig, Tamara. Diesen Flug wirst sicher Dein Leben lang nicht vergessen. Sehr erstaunt war ich ja auch, dass Du in Schottland sogar auf Kamele ( im Highland Wildlife Park ) gestoßen bist. Ja, und diese Fahrt mit dem historischen Jacobite Dampfzug hätte mir natürlich auch gefallen.
    Ein extra Highliht war natürlich die Hochzeit Eurer Freunde im Barcaldine Castle. Fein, dass Du uns diese ebenso stilechte wie feierliche Zeremonie hier auch etwas miterleben lässt.... samt "Highland-Fling". Da habe sogar ich gerade beinahe heimlich das Tanzbein geschwungen....
    Nun hätte ja Eure Reise beinahe noch ein nicht so gutes Ende genommen, wenn die Security am Flughafen "falsch" reagiert hätte. Was für ein herrlicher Epilog....
    Tamara, mein Kompliment zu diesem ganz hervorragenden Bericht, der heute auch völlig zu Recht auf die Startleiste gekommen ist.
    LG Ursula

  • bezi

    Hallo Tamara, mir hat es sehr, sehr gut gefallen, wie Du hier die Highlands und Lowlands von Schottland präsentiert hast. Ich war ja auch noch nie da, bekomme aber jetzt richtig Reiselust. Dein schöner und überaus informativer Bericht, der auch noch mit vielen persönlichen Erlebnissen gespickt ist, wäre eine gute Vorlage für einen Reisefilm über Schottland.
    LG Claudia

  • Hortensie7

    Traumahft - ich war im Juli 2012 dort auf (fast der gleichen) Rundreise... Allerdings nicht so privat, sondern mit einer Reisegruppe. War aber genauso traumhaft! Die blühenden Ginsterbüsche, Rhododendren und die vielen "Lochs". Sehr viel Arbeit steckt in deinem Bericht - well done!
    lg, Petra

  • Elaira

    Vielen lieben Dank für eure netten Kommentare und das Lob! Ich freue mich sehr darüber!
    @Ursula, danke! Ich muss gestehen, ich fand das Loch Ness sogar ziemlich langweilig. Da gibt es viel schönere Seen in Schottland.
    Einmal zu fliegen war wirklich ein geniales Erlebnis, welches ich sicher niemals vergessen werde. Aber etwas mulmig war mir schon zumute...
    Die Fahrt mit dem Dampfzug war auch etwas ganz Besonderes. Man tuckert nicht nur durch die Landschaft, sondern kommt auch mit den Mitreisenden schnell ins Gespräch.
    Die Hochzeit war natürlich das I-Tüpfelchen. Angeblich war unser Dudelsackspieler mit seinen 16 Jahren Schottlands jüngster Piper. Es war sehr stimmungsvoll.
    So ein Abenteuer am Flughafen haben wir wirklich noch nie erlebt. Wirklich alle waren alamiert und sind dann in schallendes Gelächter ausgebrochen. Vorallem haben wir diese Wasserspritzpistole in Wien am Flughafen gekauft...
    @Claudia: Vielen lieben Dank! Ich freue mich, dass ich deine Reiselust wecken konnte. Wir haben in diesen 3,5 Wochen so viel erlebt - es ist wirklich schade, dass wir keine Videokamera dabei hatten.
    @Petra: Herzlichen Dank! Oh ja, ich glaube, ich habe mehr als 3 Monate an dem Bericht gebastelt. Schottland mit seinen vielschichtigen Landschaften und der interessanten Geschichte ist einfach großartig. Ich habe mir zur Reiseplanung auch einige geführte Routen durchgelesen, vielleicht daher die Ähnlichkeit..
    LG Tamara

  • grenzenlos1

    Sehr schön, sehr interessant, prima!
    LG Wi grenzenlos

  • rosa10

    Liebe Elaira/Tamara,
    ein wunderbarer und liebevoller Bericht über Schottland - ein Land, in das wir uns auf den ersten Kilometern mit WoMo und Hund im September 2013 unsterblich verliebt haben.
    Ich glaube ja, wer es einmal erlebt hat, den lässt es nicht mehr los...
    Deine Berichte erinnerten uns an viele Orte, die wir in den (viel zu kurzen) gut zwei Wochen besucht haben.
    Neben den unschlagbaren Highlands haben uns es besonders die Inseln Skye und Lewis und Harris angetan.
    In knapp drei Monaten geht es wieder los, und das bestimmt nicht zum letzten Mal.
    Wir werden einige Deiner Stationen in unsere diesjährige Reise in den Nordwesten Schottlands mit einplanen.
    Schottland ist "Balsam für die Seele" - Vielen, Herzlichen Dank dafür!



  • Schriddels

    Schottland, ja da wollen wir auch noch mit unserem Wohnmobil hin. Durch den klasse Reisebericht ist uns das wieder zu Bewusstsein gekommen, ja da müssen wir hin.

    Liebe Grüße aus Salt Lake City Wolfgang Schriddels

  • nach oben nach oben scrollen
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Schottland - Highlands und Lowlands 5.00 14

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps