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Reisebericht: SÜDINDIEN - Am Kovalam Beach
Erfahrungen und Eindrücke von meinem Kurztrip an die Südspitze Indiens
Diesen Kurztrip in den südindischen Bundesstaat Kerala hatte ich während eines Aufenthaltes in Sri Lanka gebucht. Das ganz besondere für mich an diesem Flug mit AIRLANKA von Colombo nach Trivandrum war, daß ich zum ersten und einzigen Mal in der Ersten Klasse flog. In Negombo war ich auf die Idee gekommen, mal für ein paar Tage ins nahe Indien zu fliegen. Ich hatte bald in einem örtlichen Reisebüro ein akzeptables Angebot gefunden. Ein Ticket, allerdings eben nur „first class“, war für 136 $US zu haben. Also machte ich Kassensturz und buchte den Flug.
An einem Sonntagmorgen um 4:30 Uhr holte mich der bestellte Taxifahrer ab. Wir brauchten eine halbe Stunde zum Flughafen. Da ich 1.Klasse flog, war die Abfertigung gesondert und zügig. Etwa um 7:30 Uhr hob der Jet ab. Nach nur etwa 30 Minuten war der ganze Spaß schon wieder vorbei. Auch im Trivandrum Airport gab´s keine Probleme mit den Einreiseformalitäten. Einen 50 $US löste ich gleich noch in Rupies (IR) ein.
Nun stand ich in der Ankunftshalle vor dem Büro der Hotelvermittlung und schaute dumm aus der Wäsche. Sonntag geschlossen! Was nun? Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wo ich hinfahren sollte. Darum hatte ich mich vorab gar nicht gekümmert. Zufällig stand ein deutsches Ehepaar, mit einem Reiseführer in der Hand, in der Nähe. Ich quatschte die Beiden kurzerhand an und erhielt so wenigstens ein paar Hoteladressen. In Kovalam, etwa 15 Kilometer südlich von Trivandrum, gab es einige Strandhotels. Also los !
Kaum war ich aus der Ankunftshalle raus, wurde ich gleich von mehreren Männern umringt und zu einem Taxischeinschalter dirigiert. Dort bekam ich für 150 IR einen Gutschein. Aha, ich kannte dieses System aus Malaysia. Das ist gar nicht so dumm, denn das Gefeilsche um den Fahrpreis mit dem Fahrer entfällt damit. Diesen Gutschein nun schnappte sich einer der Typen, verfrachtete meinen Rucksack und mich in eine uralte Klapperkiste und zuckelte los.
Eine gute halbe Stunde fuhren wir bis zur Hotelzone in Kovalam. Ich ließ den Chauffeur beim erstbesten Hotel anhalten und erkundigte mich nach dem Zimmerpreis. 50 $US pro Nacht waren mir zu teuer. Also weiter. Bald standen ein Hotel oder Gästehaus neben dem anderen. Da mußte doch was zu finden sein! Ich bezahlte nun den Fahrer und war noch keine hundert Meter gegangen, als ich schon angesprochen wurde, ob ich ein Zimmer suche. Der schlaksige Kerl wirkte recht nett und so folgte ich ihm. Keine fünf Gehminuten später führte er mich zu einem unverputzten, ebenerdigen Bau, der etwas abseits der Hauptstraße lag und ein bißchen nach Baustelle aussah. Ich wollte gleich abwinken, aber dann schaute ich mir eines der zwei Zimmer doch an und als ich den Preis hörte, überlegte ich nicht mehr lang. Die Bude war einfach aber sauber, wirkte gemütlich und sie hatte auch eine eigene Dusche samt Toilette. Für drei Übernachtungen gab ich Satheesh 450 IR (ca.15 Euro). Offensichtlich zufrieden ließ er mich dann allein.
Ich packte mein Zeug aus und machte mich neugierig auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Satheesh wohnte mit seiner Familie nur ein paar Schritte entfernt in einem kleinen Haus mit Garten, ebenfalls aus Lehmziegeln erbaut. Gleich um die Ecke gab´s ein nettes Lokal, das „Mermaid Inn“. Ich machte dort Mittagspause und danach spazierte ich endlich zum nahen Strand, zum Kovalam Beach.
Ich war begeistert von der Kulisse die sich mir bot. Der kilometerlange Küstenabschnitt war in zwei sichelförmige Strände unterteilt, den Hawah- und den Lighthouse Beach. Am südlichen Ende der Doppelbucht stand auf einem kleinen, mit Palmen geschmückten Hügel, ein rot-weiß gestrichener Leuchtturm. Hinter den feinsandigen Stränden erhoben sich flache Palmenhaine. Dazwischen gab´s zahllose Souvenirshops, Imbissbuden und Massagesalons und jede Menge Touristen, aber auch Einheimische, die sich im Schatten der Bäume und im lauwarmen Meer tummelten. Ich spazierte noch zum Leuchtturm hinauf, bestaunte von dort den reizvollen Ausblick, suchte mir dann ein schattiges Plätzchen unter einer Palmengruppe und verbrachte den restlichen Tag mit süßem Nichtstun.
Nachdem ich mich abends frisch gemacht hatte, kehrte ich zum Strand zurück, um mich wie zahlreiche andere Müßiggänger auch, über einen tropischen Sonnenuntergang zu freuen. Einen wunderbar exotischen Anblick boten die vielen Frauen und Kinder, die in kleinen Grüppchen, lachend und singend den Strand bevölkerten und erst wieder abzogen, als die Sonne im Meer versunken war. Welch ein friedliches Szenario war das.
Die beiden restlichen Tage meines Kurztrips verbrachte ich ähnlich. Früh morgens frühstückte ich im „Mermaid Inn“ – die Erinnerung an den Früchtepudding dort läßt mir noch immer das Wasser im Munde zusammenlaufen – danach wanderte ich im Hinterland von Kovalam herum, um mir vom alltäglichen Leben der Einheimischen Eindrücke zu verschaffen.
Überall wurde ich neugierig, meist freundlich beobachtet. Kinder liefen mir ständig hinterher und versuchten, mir etwas abzubetteln. Einmal scheuchten mich ein paar Steine klopfende Frauen weg, als ich Fotos machen wollte. Wenn es am späten Vormittag dann zu heiß wurde, machte ich in meinem Zimmer ausgiebig Siesta und später suchte ich mir einen schattigen Platz am Strand und beobachtete dort das bunte Treiben.
So spazierte ich auch zufällig in die kleine Ortschaft Vizhinjam, wo gerade am Strand der tägliche Fischmarkt abgehalten wurde. Die ein wenig abseits des Dorfes stehende Moschee bot dazu eine einzigartig orientalische Kulisse.
Ich war schon etwas spät dran. Die Männer hatten längst ihre bunt gestrichenen Boote an Land gezogen, aber das Gefeilsche war noch in vollem Gange. Für den Ein-und Verkauf des Fanges waren anscheinend die Frauen zuständig. Die Geschäfte wurden in einer unaufgeregten, heiteren Atmosphäre gemacht. In großen runden Körben und Alutöpfen wurden die Fische angeboten und weggebracht. Ein malerisches Durcheinander. Ich war der einzige Fremde dort, wurde aber nicht weiter beachtet.
. Am späteren Vormittag leerte sich dann der Strand. Nur ein paar Fischer flickten noch ihre Netze und einige Schweinchen stöberten zwischen den Booten nach Abfällen.
Für mich hatte sich dieser spontane Kurztrip von Sri Lanka an die südlichste Spitze Indien´s auf jeden Fall gelohnt und mir Lust darauf gemacht, dorthin, an den Kovalam Beach, nochmal zu einem längeren Aufenthalt zu reisen.
Copyright by : Text und Fotos, Josef Stadler
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Als ich vor 30 Jahren da war, sah es genau so aus.
Nur Massagesaloons gab es noch nicht.
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scheint sich wirklich nicht viel geändert zu haben (ich war vor 10 Jahren da), und die Frauen klopfen noch immer Steine ...
Du hast die Atmosphäre in Wort und Bild gut eingefangen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du so einfach "im Hinterland herumwandern" konntest, ohne von Trauben von Kindern und Taxifahrern begleitet worden zu sein. "Nicht weiter beachtet" wird man als Reisender in Indien so gut wie nie; da musst Du einen ganz besonderen Tag erwischt haben! :-)))
LG Beate
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P.S.: Du hast die Kinder erwähnt. Sorry, das hatte ich vor lauter Steine-klopfenden Frauen wohl überlesen!
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