Reisebericht

Reisebericht: Erlebnis Umbrien - eine Reise zu den schönsten Plätzen

 
 
 
 
 
Reisebericht: Erlebnis Umbrien - eine Reise zu den schönsten Plätzen

Wir besuchen einige Orte und Plätze in Umbrien, die für sie interessant und auch hilfreich sein können. Umbrien hat viel zu bieten, wie sie gleich erfahren werden. Z.B. Castiglione del Lago mit seinen 3 Inseln, "Coloriamo i cieli" - Città della Pieve - Assisi "Santa Maria degli Angeli" - Spello "L'Infiorata" - Spoleto - Norcia - Piano Grande - Perugia - "Cascate delle Marmore"

Seite 1 von 2

Lago di Trasimeno - Castiglione del Lago

Heute machen wir einen "kleinen" Streifzug durch Umbrien, bei dem ich ihnen einige interessante Ortschaften, Sehenswürdigkeiten und Umbriens Hauptstadt - Perugia - empfehlen möchte. Vorab noch ein paar Worte zum Vergleich "Umbrien-Toskana", den man in einigen Reiseführern finden kann: "Umbrien - die kleine Schwester der Toskana." Da könnte man auch Äpfel und Birnen vergleichen. Umbrien kann man nicht mit der Toskana vergleichen und das habe ich auch nicht vor. Umbrien hat seine eigenen Besonderheiten und Charaktereigenschaften, seinen Ursprung weitgehend erhalten und vor allem bleibt es bisher vom "Massentourismus" verschont. Die Menschen sind noch freundlich, haben Zeit für ein "Schwätzchen", das man als Tourist besonders schätzt. Umbrien hat seinen eigenen "Charme" und viele Attraktionen.

Unsere Reise beginnt am "Lago di Trasimeno" - zu deutsch: Trasimenischer See. Er ist beliebt als Badesee und berühmt für seine einmaligen Sonnenuntergänge, die man besonders gut von "San Feliciano" beobachten und fotografieren kann. Der See wird nur von kleinen Bächen gespeist, die in den heißen Sommermonaten oft vertrocknen, denn der See hat keinen natürlichen Abfluß.
Er ist mit 128 km² und einem Umfang von 54 km der größte See der Apenninhalbinsel und der viertgrößte Italiens, 259 m über dem Meeresspiegel, umgeben von bis zu 600 m hohen Bergen und bis zu 7 m tief. In den Dörfern am Ost- und Südufer ist der Fischfang noch eine wichtige Erwerbsquelle. Der See ist ein beliebtes Erholungsgebiet und um den See gibt es zahlreiche Badeanstalten, Campingplätze, Ferienwohnungen und Sporteinrichtungen aller Art.

Der See hat 3 Inseln: Die "Isola Maggiore wird von Tuoro, Passignano sowie Castiglione del Lago mit stündlich verkehrenden Schiffen erreicht. Die unbewohnte "Isola Minore" ist die kleinste der 3 Inseln und darf nicht betreten werden. Die 5 Hektar große Insel ist dicht bewaldet, hauptsächlich mit Steineichen und Pinien. Sie beherbergt eine Brutkolonie von Kormoranen und befindet sich in Privatbesitz. Die "Isola Polvese" ist mit dem Schiff von San Feliciano aus erreichbar. Sie ist zu weiten Teilen Naturschutzgebiet.
Noch ein Tipp: Verpassen sie nicht die Abfahrt des letzten Schiffes, sonst bleibt ihnen nur das Wassertaxi, das war dann ein teuerer Ausflug. Gehen sie lieber in eines der vielen Fischrestaurants, aber Vorsicht: Die meisten haben mittags geschlossen! Der Hunger führte uns in Passignano in ein Restaurant, das in einer kleiner Seitengasse lag und als der Ober mit der Speisekarte kam, ist uns buchstäblich der Appetit vergangen. Die Portionen klein, die Preise hoch und der Kellner arrogant. Also besser vorher informieren, wo man gut und preiswert essen kann.

Wenn noch Zeit bleibt, sollten sie unbedingt "Castiglione del Lago" besuchen. Die kleine Stadt am See verdankt ihren Namen der gewaltigen "Rocca del Leone" - der Löwenburg und ist das touristische Zentrum am "Lago Trasimeno." Mit der gut erhaltenen Stadtmauer und der Burg, zeigt sich die Stadt ganz mittelalterlich. Der historische Ortsteil der Stadt blickt auf den See und ich genoß diesen Ausblick kurz vor Sonnenuntergang, als drei Luxus-Karossen einer bekannten, deutschen Marke in schwarz und abgedunkelten Scheiben in meiner Nähe anhielten. Ich bekam einen gehörigen Schrecken, dachte schon an Mafia und die zu erwartende Schießerei! Aus jedem Wagen stiegen jeweils eine Frau und ein Mann, sehr beruhigend für mich - mit Frau wird nicht geschossen. Die Männer in "Armani" verschwanden sofort, die Damen in ihren eleganten Kostümen blickten etwas ratlos in die Gegend - und entdeckten mich.

Das Objekt der Begierde war meine Kamera-Ausrüstung, denn wer so etwas bei sich trägt, der kann in der Regel auch fotografieren. Die Frau in "rosa" stürzte über die Straße in meine Richtung, drückte mir eine "Pappschachtel" in die Hand und bat mich Fotos von ihnen zu machen. Ich hatte das noch nie gesehen, verstand etwas von "wegwerfen", aber das hätte sie ja selbst machen können. Endlich war die Sache geklärt, es handelte sich um eine sogenannte "Wegwerfkamera". Hatte ich schon gehört, aber noch nie probiert. Nun wurde der fließende Verkehr auf beiden Seiten angehalten, denn ich konnte die Damen nur von der Straße aus fotografieren. Sie regelte das spielend mit eleganten Handbewegungen und die Autos standen. Kein Hupen, wie sonst in Italien üblich, nichts, die absolute Stille und jeder schaute gespannt, was das geschah. Ich erklärte ihnen die verschiedenen Positionen, die sie einzunehmen hatten, "schoß" was das Zeug herhielt, hörte ein leises Klicken, dann - nichts mehr. Der Verkehr "ruhte" immer noch, die Touristen schlichen hinter meinem Rücken vorbei und ich rief ihnen zu, die Kamera wäre kaputt und nun könnte man sie wegwerfen. So schnell habe ich noch nie jemanden über die Straße eilen sehen. No, der Film oder was das auch immer war, "pieno" (voll). Ach ja und vielen Dank für meine Freundlichkeit, dann die elegante Handbewegung und der Verkehr floß wieder. Ich hätte gerne Aufnahmen mit meiner "Profi-Kamera" von diesen Schönheiten gemacht, aber "leider verboten." Im gleichen Moment erschienen die "Armani-Typen" älteren Jahrgangs wieder, setzten sich schnell in ihre Wagen, die Damen auch und - weg waren sie. Macht man sich doch so seine Gedanken...aber die sind ja bekanntlich frei! Kurze Zeit später kam auch mein Mann zurück, hatte wunderschöne Fotos vom Sonnenuntergang und ich - ich hatte ein Erlebnis.

Von der Mauer führt eine Straße direkt zur "Piazza Mazzini." Dort befinden sich ein Hotel, ein Cafè und einige Geschäfte, die typische Erzeugnisse der Umgebung anbieten. Das Cafè sollten sie unbedingt besuchen; man kann in der warmen Jahreszeit draußen sitzen, die Weine sind sehr gut und die Eigentümer freundlich. Am Abend ist der Platz beleuchtet und strahlt eine wundervolle Atmosphäre aus.

Ein Ereignis sollten sie sich keineswsegs entgehen lassen, vorausgesetzt sie interessieren sich für Heißluftballons, ausgefallene riesige Drachen und Paraglyding. "Coloriamo i cieli" - Bemalen wir den Himmel, ist ein ganz besonderes Ereignis. Es findet jedes Jahr Ende April bis Anfang Mai auf einem großen Gelände am "Trasimenischen See" statt. Hier findet man Drachensteiger und Ballonfahrer aus aller Welt und in allen Farben. Am Lustigsten fand ich die Engländer. Sie ließen mich in ihren Ballon krabbeln, der gerade aufgeblasen wurde und ich konnte außergewöhnliche Aufnahmen aus dem Inneren machen und dabei entdeckte ich einen ziemlich langen Riss im Stoff. Ich wies sie daraufhin, aber sich lachten nur und meinten, da kann nichts passieren. An diesem Abend waren sie ja auch nicht in der Luft! Am anderen Tag waren wir sehr früh auf dem Platz - zu früh, wir waren die einzigen und dachten schon, wir hätten wieder mal etwas nicht verstanden. Konnten wir uns aber nicht vorstellen, wir hatten uns in englisch unterhalten und das war besser als unser Italienisch. Außerdem hatten wir auch ein Programm der Abläufe. Kurze Zeit später war "die Hölle los" und unsere Engländer erkannten wir sofort an der Farbe des Ballons und wünschten ihnen viel Glück. Leider hat es nichts geholfen, beim Fotografieren konnte ich deutlich den Riss erkennen und er kam mir noch größer vor und kurze Zeit später hingen sie mit ihrem Ballon in einem Baum direkt über dem See. Wir rannten los, aber die "Retter" waren schneller und schon vor Ort. Passiert ist Gott sei Dank nicht, aber wir haben selten so gelacht!

"Città della Pieve" - ebenfalls sehenswert, das wie Castiglione del Lago im Grenzgebiet zur Toskana liegt. Das weniger Schöne an diesem Städtchen sind die Parkmöglichkeiten, man findet so gut wie keine, oder außerhalb der Stadt. Sie können sich natürlich auch auf dem Parkplatz des Krankenhauses abstellen - gratis - dann haben sie es nicht so weit in die Innenstadt. Kontrollen haben wir noch nie gesehen, ich könnte ja dem "ospedale" einen Besuch abstatten! Weitere Informationen hierfür über die Sehenswürdigkeiten finden sie in den Reiseführern, die sie stets dabei haben sollten. Wir empfehlen immer "Dumont", sehr informativ! Sollten sie die "absolute Ruhe suchen, fahren sie nach "Paciano" oder "Panicale", beides mittelalterliche Orte in der Nähe von Castiglione und sehr klein. Dort finden sie immer einen Parkplatz oder eine Bar mit herrlichem Blick auf den See.

"Assisi" wurde von den Römern an einem Felshang des "Monte Subasio" erbaut und ist für die Touristen ein Begriff. Der "heilige Franziskus" wurde dort geboren; er entstammte einer wohlhabenden Kaufmanns-Familie, bis ihm Gott im Traum erschienen war. Ab diesem Tag lebte er streng nach den Regeln von Jesus Christus und zog sich immer mehr zurück. Er verstarb am 4. Oktober 1226 in der kleinen "Capella del Transito."
Nachzulesen bei meinem "Tipp" vom 03.06.2012
"Santa Maria degli Angeli" - Umbrien

Seit 1230 liegen seine Gebeine in einem Steinsarg in der "Basilika San Francesco" in Assisi. Im Jahre 2000 wurde "Assisi" Weltkulturerbe der UNESCO. So sehenswert die Basilika und auch das kleine Städtchen Assisi sind, so groß ist auch der Rummel. Es geht zu, wie auf einem Markt; ich denke, das wäre nicht im Sinne des "heiligen Franziskus" gewesen!

"Spello - Hügelstädtchen am Monte Subasio"
Spello hat ca. 8.700 EW und liegt 6 km nordwestlich von "Foligno" und 33 km südöstlich von Perugia. Obwohl ein kleines Städtchen, gibt es doch viele Sehenswürdigkeiten, z.B. die Stadtmauern und Befestigungsanlagen, 7 Stadttore, 9 Kirchen und Kapellen, den Palazzo Comunale, den Brunnen auf der Piazza Republicca und die Pinacoteca Civica, eine Kunstsammlung mit Werken aus dem Mittelalter und Renaissance. Sie sollten sich Zeit nehmen für die Besichtigungen, es ist wirklich sehenswert.

"L'Infiorata" - Spello
Am italienischen Fronleichnams-Wochenende findet das Fest "L'Infiorata di Spello" statt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, werden die Straßen mit extra für diesen Zweck entworfenen Blumen-Bildern geschmückt. Die Einwohner von Spello legen die ganze Nacht diese Kunstwerke aus Millionen von farbigen Blütenblättern, über die am nächsten Tag die Prozession zur Kiche zieht. Wenn sie in der Nähe ein Quartier haben, sollten sie bei den Vorbereitungen zusehen, dann wissen sie am nächsten Tag, wieviel Arbeit hinter diesen einzigartigen Kunstwerken steckt und mit welcher Ruhe und Geduld sie von den Einwohnern durchgeführt wird. Man sieht es an Fronleichnam mit ganz anderen Augen, vor allem mit meinen!
Zwischen den wunderschönen Kunstwerken, entdeckte ich eine sehr lange Leiter. Sie dient dem Zweck, dass Fotografen aus luftiger Höhe unbehindert freie Sicht und eine größere Auswahl an Motiven haben. Ich stellte mich hinter einigen Leuten an der Leiter - alles Männer und in Eile dieFotos gemacht - an und musste nicht sehr lange warten. Selbstverständlich war auch eine Aufsichtsperson an der Leiter, aber eben nicht in diesem Moment als ich die Leiter bestieg. Oben angekommen, wurde mir doch etwas mulmig, ich bin nicht schwindelfrei. Aus diesem Grund war auch mein Mann woanders hin gegangen. Man steht ganz oben frei und hält - wie in meinem Fall - die schwere Kamera in den Händen und viele Leute schauen zu, was da passiert. Wie immer, war das auch dieses Mal der Fall, die Leiter kam ins Schwanken und ich konnte mich buchstäblich in letzter Sekunde noch mit einer Hand festhalten.
Ich schrie, so laut ich konnte und merkte, dass irgendjemand an der Leiter rüttelte, traute mich aber nicht, nach unten zu schauen. Dieser Schrei machte viele Leute auf mich aufmerksam, selbst die Aufsichtsperson. Dann sah ich, dass der "Verursacher" eine Frau war und 3 Männer nötig waren, sie gewaltsam von der Leiter zu entfernen. Empörte Italiener schrien sie an und endlich verschwand sie in der Menge. Ich denke, sie war nicht normal im Kopf, denn wer bringt schon einen Menschen in Lebensgefahr. Mein "Retter", der alles andere als schlank war kam nach oben, andere hielten die Leiter fest und gemeinsam traten wir den Rückzug an. Unten angekommen, konnte ich schon wieder lachen und in diesem Moment trat auch mein Mann wieder in Erscheinung, der alles "in Fotos" festgehalten hatte, aber er war der Meinung, es wäre ja nicht das erste Mal, dass nichts passiert! Der Rest verlief dann ruhig, außer dass wir nur "überfüllte" Toiletten vorfanden und bald darauf Spello verlassen mussten. Ein Jahr später waren wir wieder da, nur keine Leiter! Nicht jeder hat ein "Mißgeschick" und deshalb ist ein Besuch der "L'Infiorata" sehr empfehlenswert.

"Spoleto" - Umbrien

Nach Spoleto sind wir eigentlich nur gefahren, weil der Reiseführer das Restaurant "Il Tartufo" empfohlen hatte und wir unserem Freund etwas Besonderes bieten wollten. Angeblich gab es dort die besten Trüffelspezialitäten in der Region. Da uns bis zum Mittagessen noch Zeit verblieb, beschlossen wir. einen Stadtbummel zu unternehmen. Obwohl Spoleto im Reiseführer als "sehenswert" beschrieben wurde, waren wir offensichtlich zum falschen Zeitpunkt dort. Die ganze Stadt befand sich im "Umbau", alle "fotografisch" wichtigen Gebäude mit einer Art Netz verdeckt. Schon als wir in den Ort kamen, war uns bereits verdächtige Stille aufgefallen, wahrscheinlich waren alle anderen bereits informiert, dass es im Moment nichts zu besichtigen gab, da war selbst ein "Reiseführer" machtlos. Zur Mittagszeit begaben wir uns in das "berühmte" Restaurant "Il Tartufo" - Piiazza Garibaldi 24 - und nahmen aufgrund der Hitze auf der schattigen Terrasse Platz. Es waren nur wenige Leute da, was uns der "Berühmtheit" wegen stutzig machte. Die Preise für ein Menü kann man in die "mittlere Kategorie" einstufen, so zwischen 35-45 Euro pro Person und ohne Getränke.

Eigentlich saßen wir etwas beengt, denn hinter uns befand sich ein Tisch mit Gläsern, Tellern in allen Variationen, Besteck, alles was man für Gäste braucht. Wir gaben unsere Bestellung auf und obwohl nur 4 Tische besetzt waren, hieß es "warten." Der Koch hatte wahrscheinlich nicht mit einem solchen Ansturm von Gästen gerechnet! Ich ging mir in der Zwischenzeit die Hände waschen und war sehr überrascht über die fantastische und stilvolle Inneneinrichtung des Restaurants. Da sich niemand darin aufhielt, konnte ich in Ruhe alles inspizieren, wirklich sehenswert und sehr geschmackvoll eingerichtet. Zurückgekommen, hängte ich meine hoffnungslos "gefüllte" Handtasche auf die eine Stuhllehne, auf der anderen hing bereits meine Fotoausrüstung - immer noch kein Essen in Sicht! Ich rückte mir den Stuhl zurecht und plötzlich herrschte Dunkelheit um mich. Vom Schock überwältigt, wusste ich im Moment weder was passiert war, noch wo ich mich befand. Es dauerte einen langen Moment, bis mir klar wurde, dass ich unter dem Tisch am Boden saß, umgeben von einer langen lila Tischdecke. Mein Gott war das peinlich und dazu diese Stille. Plötzlich wurde die Tischdecke angehoben und ich schaute in drei ungläubige Gesichter, das unseres Freundes, meines Mannes und der Kellnerin, die endlich mit dem Essen kam. Alle bemühten sich eifrig, mich aus meiner misslichen Lage zu befreien und als es ihnen endlich gelungen war, sahen wir auch die "Ursache" für diesen Ausrutscher. Von dem Tisch hinter uns hatte sich die Tischdecke auf meiner Stuhllehne "verfangen" und den Stuhl durch das Gewicht nach hinten gezogen. Als ich mich hinsetzen wollte, war der Stuhl bereits weg und ich am Boden. Wenn ich die Tischdecke mit auf die Reise "unter den Tisch" genommen hätte, wäre ein hoher Schaden entstanden. Es war ein "Sekunden-Stunt" und die übrigen Leute bogen sich vor Lachen und konnten kaum noch essen.

Hatte man auch übrigens nicht viel versäumt, das Restaurant mag wohl berühmt, das Essen war es keineswegs! Schon viel zu kalt serviert, die lange Wartezeit, dafür war der Preis zu hoch. Ich habe später im Internet nachgesehen und keine Empfehlungen gefunden. Kann aber durchaus sein, dass sie inzwischen den Koch entlassen haben, oder die zuständigen Leute des Reiseführers selbst dort gegessen haben.

"Norcia" - Umbrien

Wenn sie wirklich gute Trüffelspezialitäten essen möchten, empfehle ich ihnen das älteste und berühmteste Restaurants Umbriens, das "Il Granaro del Monte" in Norcia - Corso Serforio 24. Diesen Tipp haben wir vom "deutschen Fernsehen" bekommen! Zu dem renomierten Restaurant - in einem historischen Kornspeicher - gehört auch das Hotel "Grotta Azzurra" in der Via Alfieri 12. Das Restaurant bietet sehr vielen Leuten Platz, vor allem im Inneren - mit vielen historischen Details. Das Essen wird sehr schnell serviert von freundlichem Personal, die alle ihre Wünsche erfüllen. Die Wochenenden sollten sie allerdings meiden, denn trotz seiner Größe ist es dann schwierig, einen Sitzplatz zu bekommen. Die Preise sind normal, wahrscheinlich bedingt durch die Anzahl der vielen Gäste. SEHR EMPFEHLENSWERT!

Nach einem hervorragenden Essen, empfehle ich ihnen unbedingt einen Bummel - über die "Piazza San Benedetto" - durch das schöne Städtchen mit seinen berühmten "Geschäften der Spezialitäten Umbriens". Norcia liegt am Fuße der "Sibyllinischen Berge", unweit entfernt von "Castelluccio" im "Piano grande."

Siehe Reisebericht "Piano grande"

Diese Tour sollten sie keinesfalls an einem Tag machen, denn für "Piano grande" ist eigentlich schon ein Tag zu kurz und anstrengend, aber wunderschön! Am besten ist, sie sind der glückliche Besitzer eines Wohnmobils.
(siehe auch den Video: www.youtube.com/user/MsMontanana)

"Fonti del Clitunno" - Umbrien
Sollten sie dieses Schild auf der Straße zwischen Spoleto und Foligno lesen, können sie beruhigt weiterfahren. In einem kleinen Reiseführer wurde es "groß" angekündigt und beschrieben, vor allem für Fotografen, die eine einmalige Wasserspiegelung im See wünschen. Das durften wir uns keineswegs entgehen lassen - und unsere Enttäuschung kannte keine Grenzen! Der kleine Parkplatz zugestellt mit Bussen, hohes Eintrittsgeld und wir fanden statt des Sees einen Teich mit Schwänen und die angekündigten Zypressen entpuppten sich als Pappeln, die der Fotograf sicher nicht unterscheiden konnte. Nach 15 Minuten hatten wir den "großen" Park durchquert, nicht eine freie Sitzbank gefunden und fuhren etwas frustriert zum nächsten Ort. Diesen "heißen" Tipp hatten wahrscheinlich auch die Reiseleiter der Busse gelesen.

"Perugia" - Umbriens Hauptstadt

Perugia wurde auf zwei Hügeln erbaut - dem Colle Landone (bei der Piazza Italia) und dem Colle del Sole (bei der Piazza Michelotti - 403 m). Die Senke zwischen diesen Erhebungen wurde im Laufe der Jahrhunderte aufgeschüttet, auf ihr verläuft der heutige "Corso Vannucci." Um die Stadt zu besichtigen, ist ein Reiseführer unerläßlich. Ich empfehle ihnen hier - und auch für andere Städte - den "DuMont Kunstreiseführer. Wir haben beste Erfahrungen gemacht.

Ein paar Begebenheiten sollte ich vielleicht noch erwähnen, weil sie eventuell nicht in allen Reiseführern aufgeführt sind:

"Umbria Jazz": Eines der größten und weltweit bekanntesten Jazz-Festivals. Das zehntägige Festival findet seit 1973 jährlich Anfang Juli statt.

"Eurochocolate": Die Eurochocolate ist eine der populärsten Veranstaltungen zum Thema Schokolade und findet jährlich im Oktober statt.
In ganz Italien - und darüber hinaus - kennt man die "Baci Perugina" (Küsse von Perugia), Pralinen mit einer Füllung aus Nougat und ganzen Haselnüssen. Allein schon die Geschäfte sind einzigartig dekoriert und ohne "Baci" verläßt man nie den Laden, obwohl die Preise einem schwer im "Magen" liegen.

Perugia hat rigide Maßnahmen gegen den Autoverkehr unternommen. Zu bestimmten Tageszeiten darf man ohne Sondererlaubnis nicht in die Innenstadt fahren. Das wirkt sich sehr positiv auf die Bewegungsmöglichkeiten innerhalb der historischen Altstadt aus. Man stellt seinen Wagen auf einen der großen Parkplätze oder im Parkhaus in den unteren Stadtteilen ab und kann mit Rolltreppen durch die "Rocca Paolina" nach oben in die Innenstadt fahren. Seit 2008 existiert auch eine MiniMetro mit sieben Stationen. Auch damit kommen sie von den Parkplätzen nach oben. Hier müssen sie allerdings etwas bezahlen, die Rolltreppen sind gratis. Den Tipp mit den Rolltreppen bekamen wir kurz vor unserer Abreise noch von unserem Tierarzt, der vor Jahren in Perugia studiert hatte. Im Geiste sah ich mich schon die steilen Hänge nach oben erklimmen - zum Schluss auf allen Vieren wie unser Hund - und dann die freudige Nachricht! Ich bevorzuge bei Besuchen nach wie vor die Rolltreppen. Sie führen durch Gestein, in verschiedenen Farben von Lampen angestrahlt. Ein bisschen unheimlich ist es schon, aber bei großer Hitze sehr kühl. Dazu wird man von klassischer Musik begleitet. Die Rolltreppen gibt es schon seit 30 Jahren und immer wieder fällt die eine oder andere aus. So geschehen auch bei einem unserer Besuche, nur wir fuhren funktiontüchtig nach unten und diejenigen, die nach oben wollten, durften laufen. Ein Schwarm von Nonnen - wie die Pinguine - rafften ihre Gewänder und liefen tapfer nach oben. Auf gleicher Höhe mit uns, konnte ich mir ein lautes "Hallelujah" nicht verkneifen, worauf nicht nur die Nonnen, sondern auch die anderen "Bergbesteiger" heftig lachen mußten.

Endlich oben angekommen, dürfen sie nicht versäumen, das Cafè "Sandri" zu besuchen. Es ist das "älteste" und "berühmteste" Cafè in Perugia und der Tipp kam wieder einmal "vom deutschen Fernsehen." Es hat nur einen Nachteil, weil so viele Touristen es sehen wollen, herrscht ein arges Gedränge im Inneren - vor allem, weil es nicht besonders groß ist. Aber gesehen haben muss man es unbedingt! Etwas weiter ist das "Ristorante - Pizzeria - Luna - Bar", das sehr geräumig und wunderschön eingerichtet ist. Das Personal ist sehr freundlich und mixt ihnen gerne einen seiner "berühmten" Cocktails, die bei den Touristen sehr beliebt sind.

Ohne Pannen sind die Reisen halb so schön und die nächste passierte in diesem Restaurant. Erst bestellte ich mir aus Versehen "den stärksten" Caffè, den sie zubereiten, dann stattete ich den "Örtlichkeiten" zwecks Erneuerung meines "outfits" einen Besuch ab. Es war ein sehr heißer Tag in Perugia - wie so oft - und wir hatten "Herbstkleidung" aus Deutschland mitgenommen. Am "Corso Vannucci" gibt es viele schöne Geschäfte und ich hatte mir ein Kleid gekauft, ohne es vorher zu probieren, das holte ich nun im "bagno" nach. Als ich mich in den riesigen Spiegeln begutachtete, fiel ich fast in Ohnmacht - mein "Zigeunerlook" war transparent. Was tun? Den "Oma-Look" hatte ich bereits entsorgt, also stieg ich mutig die Treppen empor und in diesem Moment sah mich der Ober und ließ fast den "neuen" Kaffee fallen. Mein Mann hatte sich für den "starken" geopfert, den er nun auch gut gebrauchen konnte. Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich an alles, auch an die erstaunten Blicke der Italiener, die eigentlich sehr tolerant sind. Nun hatte ich den "berühmten" Cocktail nicht probiert, aber ich denke der Ober hat sich in meinem Namen einen "Doppelten" gegönnt.

Zum Schluss noch ein Tipp:


Zu den zehn schönsten Sehenswürdigkeiten Umbriens gehören die "Cascate delle Marmore." Sie sind 7 km östlich von Terni und gelten als der schönsten Wasserfälle Italiens. Donnernd und tosend stürzen die Wassermassen des "Velino" in drei Kaskaden ins Tal. In den Wassernebeln bricht sich das Sonnenlicht und bildet immer wieder schöne Regenbögen. Ein eindrucksvolles Schauspiel - wenn der Wasserfall angeschaltet ist - denn die "Cascate delle Marmore" funktionieren nur auf Knopfdruck! Nur zu festgelegten Zeiten kann man das Naturschauspiel des Wasserfalls bewundern. Vor allem an den Wochenenden drängen sich dann die Massen an den Aussichtspunkten und an den Besucherparkplätzen befinden sich Imbiß-Stände und Verkaufsbuden. Im Sommer werden die Wassermassen abends sogar mit Flutlicht angestrahlt! Man kann das gewaltige Schauspiel nur zu bestimmten Zeiten, meist an Samstagen und Sonntagen bewundern.
Auskunft erteilt: "Die Azienda di Promozione Turistica in Terni"


Es gibt noch viel zu sehen in Umbrien, aber das steht auf einem "andern Blatt" und passiert zu anderen Zeiten. Sollten sie Umbrien besuchen, wünsche ich ihnen einen schönen und erholsamen Urlaub, den sie so schnell nicht vergessen werden.


















 
 
 
 
 

(17 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)



 
Machen Sie aufmerksam auf diesen Reisebericht!
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
Verwandte Reiseberichte
Wind, Wasser, Erde, Feuer 3-Tages Radtour  Deutschland: Zell am Main | von muawiya | Ø Bewertung: 4.9
Zwölf-Täler-Tour 3-Tages Radtour  Deutschland: Zell am Main | von muawiya | Ø Bewertung: 4.9
Italien 2008.1  Italien | von ramseshh | Ø Bewertung: 2.4
Übersicht Italien

Region: Umbrien

Kommentare
  • Blula 22.07.2012 | 17:14 Uhr

    Liebe Uta!
    Dein "kleiner" Streifzug -so bezeichnest Du ihn- durch Umbrien ist für mich ein Gedicht. Mit Dir zu reisen, das ist ein Erlebnis. Dein Bericht über diesen wunderschönen italienischen Landesteil ist so informativ und lebendig geschrieben.... da fühlt man sich richtig mitgenommen. Herrlich finde ich auch die netten Anekdoten mit denen Du hier aufwartest, so z.B. Dein "Sekunden-Stunt" in dem Lokal in Spoleto. Ich habe mich gebogen vor Lachen.
    Uta, Deinen Bericht habe ich GENOSSEN !!!!
    LG Ursula

  • BuWe 22.07.2012 | 21:10 Uhr

    Unsere persönlichen Erfahrungen aus dieser wunderschönen Gegend finde ich mit diesem "Streifzug" bestätigt. Ein Lesegenuss! In deinem Bericht wird deutlich, dass du Umbrien nicht nur sehr gut kennst sondern auch das Land und seine Bewohner liebst. Ich kann Ursula nur zustimmen, insbesondere die an sich eher unbedeutenden Ereignisse am Rande lassen den Leser die Tour mit"erleben". VG Anne Do.

  • annabellebruckner 22.07.2012 | 21:22 Uhr

    Liebe Ursula,

    vielen Dank für deinen schönen Kommentar, hast du so nett geschrieben! Es ist eigenartig, dass z.B. meinem Mann oder anderen Leuten nie etwas passiert, aber ich "tapse" ja anscheinend durch die Landschaft, wie ein kleines Kind!!!!! Danke dir und jetzt haben wir endlich unsere Abkühlung....leider nur für 3 Tage. Aber die sind voll Gewitter und ich hoffe, nicht voll Unwetter, denn das gibt es hier auch! Ich habe schon mal angefangen zu bügeln! Herrlich...nicht das Bügeln, aber die frische Luft!

    Liebe Grüße
    Uta

  • annabellebruckner 22.07.2012 | 21:26 Uhr

    Vielen Dank, liebe Anne. Ja, du hast Recht, ich liebe diesen Landstrich sehr und vor allem die Leute. Sie sind so herzlich und hilfsbereit. Das ist halt leider in der von Millionen besuchten Toskana abhanden gekommen!

    Viele Grüße
    Uta

  • Zaubernuss 23.07.2012 | 10:18 Uhr

    Liebe Uta
    Mit Deinem subtilen Reisebericht hast Du schöne Erinnerungen in mir geweckt: Dass wir einmal vor Jahren am frühen Morgen am Lago di Trasimeno standen, wir waren mitten in der Nacht von zu Hause abgefahren... oder dass wir im Februar in Perugia übernachtet haben: ( im Glauben, Italien sei auch im Winter warm) kleines Zimmer in einer Bungalow - Anlage, völlig ausgekühlt, nur ein dünnes Bettlaken... Oder dass ich in Spoleto beim lauten Gezirp der Grillen zum ersten Mal feststellte, dass mein Mann die Obertöne nicht hören konnte... Berichte, wie Deiner, die Sehnsucht wecken, die
    Bilder auferstehen lassen, sind eigentliche Reiseverführer! Dir ist es gelungen, das Schöne kompakt und anschaulich zu präsentieren. Danke!
    LG: Ursula

  • trollbaby 23.07.2012 | 19:44 Uhr

    Liebe Uta!
    Umbrien ist ein Teil Italiens, den ich noch nicht kenne und so habe ich mit Genuss Deinen Bericht verschlungen! Toll geschrieben, mit vielen brauchbaren Informationen und witzigen Anekdoten! Und eines habe ich mir schon ganz dick notiert: die Eurochocolate! :-)
    LG Susi

  • Schalimara 23.07.2012 | 21:03 Uhr

    Ein sehr schöner Bericht - hat Spass gemacht zu lesen - das letzte Foto ist genial :-))
    LG Schalimara

  • nach oben nach oben scrollen
  • traveltime 24.07.2012 | 13:40 Uhr

    War in informatives Lesevergnügen.
    LG Rolf

  • agezur 25.07.2012 | 15:05 Uhr

    Es ist schön von dir durch diese Landschaft geführt zu werden! Ich hab mich einfach eingeklinkt und war erstaunt wie schnell ich am Ende deines kurzweiligen und "mitnehmenden" Bericht war. Da hätte ich noch gerne eine Weile weitergelesen!
    LG Christina

  • reisefreudig 18.11.2012 | 07:20 Uhr

    Uta, was für ein toller "Reiseführer" durch Umbrien und dann noch Deine "Schmankerln" dazu ( ich mußte einigemale "Schmunzeln", zu diesen kleinen Storys Deiner Feder ). Dieser Beitrag macht ja LP und SL schon Konkurrenz!, ...dann noch Deine tollen Bilder ( wie immer aus der Toskana ) zeigen die "zauberhaften" Landschaften Deiner neuen Heimat. Ich stehe schon wieder in den "Starlöchern",
    Bolsena wartet.....

    lg Harald

  • annabellebruckner 19.11.2012 | 14:05 Uhr

    Danke euch allen für die schönen Kommentare....kommt doch mal mit...ich verspreche es, bei mir geht nie was glatt....aber es gibt viel zu lachen und Harald, du hättest eher kommen müssen, ich war schon in "Bolsena" - wieder verpasst.
    Liebe Grüße an alle meine Freunde
    Uta

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Erlebnis Umbrien - eine Reise zu den schönsten Plätzen 5.00 7