Reisebericht

Reisebericht: Vietnam vom Dez. 2010 bis Jan.2011

 
 
 
 
 
Reisebericht: Vietnam vom Dez. 2010 bis Jan.2011

Die Reise unterteilt sich eigentlich in drei Abschnitte: Angefangen haben wir im Norden mit Hanoi, der Ha Long Bucht und SaPa. Danach ging es dann in die Mitte von Vietnam nach Hue und Hoi An. Von dort aus ging es dann weiter in den Süden nach Ho Chi Minh City oder besser bekannt als Saigon, ins Mekong Delta und als krönender Abschluss dann nach Badeurlaub in My Ne. Der größte Teil der Reise war organisiert, aber nicht in einer Gruppe sondern individuell, nach unseren Vorstellungen. Einen kleinen Teil haben wir dann vor Ort noch organisiert.

Hanoi und der Norden

 
 
 
 
 

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Der erste Eindruck von Hanoi ist erdrückend, aber schon nach wenigen Stunden erscheint einem dieser Eindruck vollkommen falsch. Am Anfang ist man der Meinung es brummt nur vor lauter Mopeds um einen herum und man schafft es nie eine Straße zu überqueren, aber schnell lernt man, dass der Lärm nur tagsüber ist und jeder auf jeden Rücksicht nimmt und man somit jede Straße bequem überqueren kann. Eine interessante Erfahrung und für jemanden der noch nie in einem asiatischen Land war, am Anfang recht erschreckend. (70 % aller Vietnamesen sind unter 30 Jahre alt, alle träumen von einem Sportwagen. Bis dahin fahren sie Ihren “Honda Dream”, Fluten durch die Straßen, verstricken, entwirren sich wieder, immer schneller, lauter, mit überbordender Lust am Tempo: Ein Volk will voran kommen - "Merian Heft,Vietnam")
Hanoi liegt inmitten einer fruchtbaren Ebene des Roten Flusses. Parkanlagen und Pagoden sowie europäische Prunkbauten aus der Kolonialzeit machen die 1010 gegründete “Stadt an der Biegung der Flüsse” aus. Man hat aber auch immer den Eindruck, die Stadt befindet sich im Umbruch, nicht nur durch den Lärm der Mofas, sondern auch wegen den vielen Baustellen, überall wird gearbeitet (wenn man auch sagen muss, der Baulärm hält sich in Grenzen, da noch viel von Hand gearbeitet wird, für uns undenkbar)
Zu sehen gibt es natürlich auch einiges und zu riechen, den überall hängt der Geruch des Essens in der Luft, an fast jeder Ecke ist eine Garküche zu finden und wenn man erst einmal seinen inneren Schweinehund überwunden hat, dann schmeckt das Essen auch sehr lecker.
Die Altstadt von Hanoi wird aus 36 Gassen gebildet. Da sich früher in jeder Straße eine bestimmte Handwerkszunft niedergelassen hat, sind diese nach den Waren die dort verkauft wurden, benannt.

Ha Long Bucht

Um zur Ha Long Bucht zu gelangen, muss man von Hanoi erst einmal 3,5 Stunden mit dem Bus fahren. 3,5 Stunden sind das aber nur, da niemand sehr schnell unterwegs ist und deshalb der Verkehr oft stockt. Autofahren in Vietnam kann schon ein Erlebnis sein und wenn man am Anfang auch denkt, man könnte selber fahren, wird man bald eines Besseren belehrt.
Die Bootstour in der Ha Long Bucht gehört wohl zu den schönesten Dingen, die man im Norden von Vietnam unternehmen kann. Die Bucht selber gehört seit 1994 zum Unesco Weltkulturerbe. Über 2000 Inseln ragen aus dem Golf von Tongking, einer Fläche von gut 1500 km2. Für Ihre Entstehung gibt es eine Wissenschaftliche Erklärung: “die Felsen gehören zur südwestchinesischen Kalktafel und wurden nach der Eiszeit vom Meer überspült”, und eine Legende: ”Um mongolische Invasionen abzuwehren soll einst ein Drache vom Himmel geflogen sein und die Landschaft mit seinem Schwanz zertrümmert haben, damit die Reiterheere ein Hindernis fänden. Dann tauchte der Drache ab, damit das Wasser die Täler fluten konnte!” Was hört sich schöner an, Legende oder Realität????
Natürlich tragen die Höhlen, z.B. die Hang Dau Go - die Holzstangenhöhle, oder die Hang Trong - die Tropfsteinhöhle oder Trommelgrotte, die es zu besichtigen gibt, zu einem erhebliche Teil zur Schönheit der Bucht bei und vor allem macht es die Bootstour zu einem ganz besonderen Erlebnis. Aber auch der Service an Bord der Duschunken ist erwähnenswert. Zu Essen gibt es ausgezeichnete Meeresfrüchte und Fisch, sowie frisches Obst und Gemüse. Exzellent zubereitet, wie viele Speisen die wir auf unserer weiteren Reise so zu uns genommen haben.

Sa Pa oder die Alpen von Tongking

Um nach Sa Pa zu gelangen, mußten wir von Hanoi aus 9 Stunden mit dem Nachtzug bis nach Lao Cai fahren (hier ist auch die Grenze zu China) Dort wurden wir dann abgeholt und mit einem Kleinbus nach Sa Pa (eine Strecke von knapp 38 km) befördert. Immer schön über Serpentinenstraßen und bei dichtem Nebel, gruslig!
Der Namen Alpen von Tongking stammt von den Franzosen, die von der Berglandschaft sehr beeindruckt waren, ebenso wie wir. Auch uns hat es sehr gut dort gefallen, auch wenn es sehr kalt und neblig war. Von unserem Hotel aus sollten wir einen tollen Überblick über die Landschaft und die Reisfelder bekommen, aber leider durch den Nebel konnten wir fast die Hand vor Augen nicht sehen.
Aber trotz alle dem standen einige kleine Wanderungen auf dem Plan, den was sollten wir in den Bergen wenn nicht wandern und vor allem etwas von der Kultur der dort lebenden Völker Hamong und Zao mitbekommen. Ebenso stand noch die Fahrt zum Sonntagsmarktes in Hang Bac auf dem Program. Der Markt ist ein Treffpunkt für alle Bergvölker um Stoffe oder Kleidungsstücke, sowie Nutztiere und Lebensmittel zu kaufen. Echt Klasse, kunterbunt und abwechslungsreich, aber das erste Mal hatten wir auch den Eindruck wirklich Touristen zu sein, den überall wurde man angesprochen - Madam cheap, very cheap!!!!. Kaufen wollten ich schon, aber irgendwie stört mich diese Anbaggerei und außerdem hatten wir noch einen Inlandsflug vor uns, sprich nur 20 kg sind erlaubt.


Tam Coc oder die Trockene Ha Long Bucht

Heute haben wir uns eine Auto mit Fahrer gemietet und sind zur Trockenen Halong Bucht gefahren.Diese liegt etwa 90 km südlich von Hanoi. Im Gegensatz zur Halong Bucht ist die Trockene Halong Bucht ohne Wasser, eine sog. Turmkarstlandschaft, eine der Jahrmillionen erodierte Kalkelandschaft - Nein, eigentlich gibt es Wasser genug, aber dies wird für den Reisanbau benötigt. Die Bucht wird mit Sampan (kleines Ruderboot oder drei Bretter) befahren und witzig ist die Frauen rudern mit den Beinen! Die Landschaft kann es aber durchaus mit der Ha Long Bucht aufnehmen. Auf der Rudertour haben wir drei Grotten (Tam Coc)durchfahren, davon ist eine 140 Meter lang - Ganz toll!!
Zuvor hat uns unser Fahrer zur alten Kaiserstadt Hao Lu gebracht. Viel ist leider nicht mehr übrig geblieben von der ehemaligen Prachtstadt, nur noch die Pagode um die beiden Könige Le und Dinh anzubeten und ein schöner Platz vor der Pagode. Hoa Lu war im 10. Jahrhundert die Hauptstadt von Vietnam. König Dinh hat diesen Ort wegen seiner strategischen Lage ausgesucht. Nachdem sie in der Kriegszeit verwüstet wurden, sind die Tempel im 17. Jahrhundert wieder im Originalzustand aufgebaut worden.

Chua Hong Pagode der Wohlgerüche / Parfümpagode

Ausgangspunkt für den Ausflug zur Pafümpagode ist das Dorf Duc, ca 60 km südlich von Hanoi. Die Fahrt mit dem Bus dorthin ist schon ein Erlebnis für sich, den es geht über Stock und Stein und durch enge Dörfer. Von Duc aus geht es mit dem Ruderboot eine Stunde lang durch die schöne Landschaft der trockenen Ha Long. Dann noch einen kurzen Fussmarsch und schon sieht man den ersten Tempel am Fusse des Berges, die Den Trinh Pagode. Von hier aus geht es weiter zur Höhlenpagode Tien Son, in der 5 Buddhafiguren aus dem 17. Jahrhundert zu sehen sind. Am Ende des Aufstieges gelangt man zu der 1675 in einer von
Stalagmiten und Stalaktiten versetzen Höhle erbauten Huong-Tich-Pagode, mit Buddha uns anderen Gottheiten (Die Vietnamesen sind sehr gläubig, aber es ist nicht ganz klar in welche Richtung der Glauben geht, von Buddhismus über Taoismus bis zum christlichen Glauben) Sehr schön anzusehen, aber für uns vielleicht etwas unverständlich!!



 
 
 
 
 

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Die Mitte - Hue, die Kaiserstadt und Hoi An, das Rottenburg ob der Tauber von Vietnam

 
 
 
 
 

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Hue die Kaiserstadt

Von Hanoi aus ging es dann mit dem Flieger nach Hue, der Kaiserstadt oder Stadt der Harmonie. Die Regenten der Nguyen-Dynastie planten Hue nach dem Vorbild von Pekings Verbotener Stadt: eine prunkvolle Residenz, fern von Alltag und Volk. 150 Jahr währte die Pracht, dann kamen Krieg, Kommunismus und Desinteresse. Heute ist der Kaiserpalast gerade noch eine verwilderte Ruine. Ein paar Grundmauern und die Eingänge unter den Torbogen sind noch zu erkennen (oder das was bereits wieder in mühevoller Kleinarbeit rekonstruiert und aufgebaut wurde) Man gelangt durch das Mitteltor von 1833 in den Kaiserstadt, früher war dieses Tor nur dem Kaiser selbst vorbehalten. Es ist das wichtigste Tor der 2,5 km langen Mauer, die die Kaiserstadt umschließt.
Außerhalb von Hue befinden sich 6 Kaiser - Gräber der 13 vietnamesischen Herrscher aus der Nguyen-Dynastie. Die Grabstätten sind einander sehr ähnlich, mit einer Mauer umgeben und von einem Ehrenhof mit Geisterallee oder Wächterfiguren gesäumt. Einem Pavillon und dahinter der Tempel zur Verehrung der Kaiserfamilie und das eigentliche Mausoleum.

Von Hue ging es dann weiter mit dem Zug nach Da Nang, und das letzte Stück bis Hoi An dann mit dem Taxi. Die Zugfahrt selber ist ein kleines Erlebnis für sich. Es geht über den sog. Wolkenpass - Deo Hai Van. Obwohl der Pass nur 496 m hoch ist, bildet er die Wetterschneise zwischen dem subtropischen Norden und dem tropischen Süden. Die alte Mandarin-Route wurde von den Franzosen und Amerikanern entsprechend ihrer Anforderungen geändert und modernisiert. An der 22 km langen Serpentinienstrasse bieten sich immer wieder spektakuläre Aussichten, auch wenn man mit dem Zug durch diverse Tunnels fährt.

Hoi An wird auch das Rothenburg ob der Tauber Vietnams genannt. Mittelmeercharme und Exotik des Fernen Ostens sind hier verbunden und es ist schwer vorzustellen, dass die Stadt 300 Jahren zuvor die bedeutenste Hafenstadt Südostasiens war. Die Unesco stufte die Innenstadt 1990 als Welterbe ein. Zu sehen gibt es dort noch alte Handelshäuser, Versammlungshallen, Pagoden und Geschäftshäuser. Die meisten Kaufmannshäuser stammen aus dem 19. Jh. Und dienen heute noch dem Geschäfts- und Familienleben, sowie der Ahnenverehrung.
Besonders zu empfehlen sind die Schneidereien in Hoi An. Innerhalb weniger Stunden kann man sich maßgeschneiderte Blusen, Röcke, Anzüge und Hemden zaubern lassen, meist in sehr guter Stoffqualität (am Besten aus Deutschland ein eigenes Schnittmuster mitbringen).

Von Hoi An kann man mit einem Taxi oder Bus einen Ausflug nach My Son (Schöner Berg) unternehmen. My Son war über 1000 Jahre lang das wichtigste Heiligtum der hinduistischen Cham. Herz und Seele der Cham-Kultur hatte es als antikes Heiligtum den gleichen Rang wie das kambodschanische Angkor Wat. Leider sind von den einst über 70 Tempeln nur noch zwei Duzend zu erkennen, die Kriege und Katastrophen überdauert haben. Die meisten der Bauwerke stammen aus der Blütezeit der 10.Jahrhunderts. Die Tempel der Cham sind meist sehr kompakt und erdverbunden. Gras und Stauden wachsen zwischen den rötlichen Backsteinen und schlanke Relief-Figuren schmücken die besser erhaltenen Außenmauern. Wie das Mauerwerk zusammengefügt worden ist, ist bis heute noch ungeklärt



 
 
 
 
 

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Der Süden - Ho Chi Minh City, das Mekong Delta und Mui Ne

 
 
 
 
 

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Südvietnam ist der historisch jüngste, nach Einwohnern zweitgrößte klimatisch heißeste, kulturell vielfältigste und ökonomisch bedeutendste Teil des Landes. Bis Ende des Vienamkrieges war es unter westlicher Vorherschaft. Das Herzstück der Region bildet das Mekong Delta, in dem 90% des vietnamesischen Reisexport produziert werden.

Gut 30 Jahre nach dem Kriegsende ist Ho Chi Minh City wieder das rastlos, wirbelnde, flierrende Saigon - hungrig nach Geld und Leben. Die Stadt des Lichts ist für Vietnam das Symbol des Aufschwungs. Sie wird auch Paris des Ostens genannt, wobei die Stadt nicht den Charm Paris aufweist, aber sie orientiert sich daran, zumindest im Nacht- und Geschäftsleben. Überall wird erneuer und Handel getrieben, der Verkehr in der Stadt ist kaum noch in den Griff zu bekommen, ein einzigartiges Gewühle und Gewirr.

Mekong Delta

Von Saigon aus ging es mit dem Bus nach Cai Be, am Song Tien Gaing - oberer Fluss des Mekongs, der sich kurz vor der Mündung ins chinesische Meer nochmals in 7 Arme des Mekong teilt. Von hier aus ging es per Boot weiter durch das Mekong Delta. Der Strom ist Heimat , Marktplatz und Lebensnerv des Deltas, die Menschen leben mit dem Fluss und von ihm, dementsprechend dreckig ist das Wasser. Da der Strom bis hierher bereits einige tausend Kilometer Reise hinter sich hat, ist der Schmutzeintrag wesentlich höher als zum Beispiel in China.

Die Verkaufsboote gehören zur Infastruktur des Deltas. Beladen mit Früchten und Gemüse, sichern sie die Versorgung der Menschen. Meist dort wo zwei oder mehrer Flüsse aufeinander treffen findet man auch einen „schwimmenden Markt“. Boote beladen mit Früchten, Gemüse und allen Dingen des täglichen Lebens. Leider hat die Regierung in der Zwischenzeit einen großen Teil dieser Märkte verboten, aber bislang kümmert sich niemand darum, wobei es wohl schon weniger Händler gibt als in der Vergangenheit.

Mui Ne und die Dünen der Hon-Nghe Bucht

3500km Küste, geprägt von fast unberührter Natur, von zerklüfteten Felsabschnitten. Weite impossante, kleine und beschauliche Buchten im Wechsel und davor immer wieder Inseln, wie Phu Quoc im äußerten Südwesten (nahe der kombodschanischen Grenze) bis hin zu den majestätischen Karstkegeln der Ha Long Bucht im Nordosten. Auf der Halbinsel Mui Ne, die bekannt für ihre schönen Strände ist und den Dünen im Saharaformat, reihen sich bei Phan Thiet Hotel an Hotel, für ein paar Tage Entspannung oder Kitesurfen (Lenkdrachen), genau das Richtige.



 
 
 
 
 

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Stadt: Hanoi

Kommentare
  • rrobby 27.02.2011 | 16:38 Uhr

    Gut geschriebener, interessanter Reisebericht eines faszinierenden Landes.

  • wasserhexe (RP) 28.02.2011 | 19:06 Uhr

    Vietnam steht bei mir auch immer noch auf der Agenda.
    Muss dort sehr interessant sein ! LG Heike

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