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Reisebericht: Naturerlebnis Venezuela / Gran Sabana / Isla Margarita
Rundreise durch den östlichen Teil Venezuelas (Provinzen Anzoategui, Monagas, Delta Amacuro und Bolivar) vom 01. bis 08.Februar 2010 bis nach Brasilien in die Grenzstadt Pacaraima. Höhepunkte sind das Orinoco-Delta und die Gran Sabana mit den einzigartigen Tafelbergen und den herrlichen Wasserfällen.Vom 09. bis 15.Februar 2010 Erholungsurlaub auf der Isla Margarita.
Reisebericht - Naturerlebnis Venezuela vom 01.2. – 16.02.2010
Schon am 31.01.10 ging es für uns los, da wir in Frankfurt am Flughafen für eine Nacht ein Hotelzimmer im Hotel Mercure Wings gebucht hatten. Sicherheitshalber, da Schnee und Eis zur Abfahrtszeit nicht vorhersehbar waren und wir den Flieger auf keinen Fall verpassen wollten. Um 10.00 Uhr waren wir mit unseren Nachbarn, die uns auch zum Bahnhof brachten, zum Brunch im Tropic-Restaurant verabredet.
Um 14.00 Uhr dann Abfahrt mit dem Zug pünktlich von Xanten über Duisburg nach Frankfurt.
Reiseverlauf:
01.02.2010: Flug von Frankfurt nach Porlamar
Geplanter Start: 11.20 Uhr. Um 13.00 Uhr hoben wir dann endlich ab, da das Flugzeug noch enteist werden musste. Na ja, Sicherheit geht vor!
Entfernung: Frankfurt – Porlamar 6.561 km, geplante Flugzeit ca. 9 ¾ Stunden.
Flugtrecke: Trier - Luxemburg – Paris – Golf von Biscaya – Azoren – Grenada – Porlamar.
22.20 Uhr Landung in Point-Salinas, Grenada. Dort wurden Rückreisepassagiere aufgenommen, die zurück zur Isla Margarita und von da aus weiter nach Frankfurt flogen. Start in Richtung Porlamar 23.10 Uhr (265 km, 31 Minuten).
Ankunft in Porlamar auf der Isla Margarita kurz vor 19.00 Uhr Ortszeit (Zeitverschiebung – 5,5 Stunden ) und Transfer zu unserem Rundreisehotel. Hotel Puerta del Sol. Hier wurden wir von unserem Reiseleiter Derek, einem Holländer, in Empfang genommen und bei einem Begrüßungscocktail über den Verlauf der Reise informiert. Dann hatten wir noch die Möglichkeit im Hotel einige Euro in Bolivar umzutauschen, da auf der Rundreise keine Gelegenheit dazu bestand. Wir wechselten 350,00 Euro, das sollte lt. Derek für die Tage der Rundreise für zwei Personen reichen.
Es handelte sich hier um ein altes Hotel inmitten von Porlamar. Sehr große und geräumige Zimmer. Inventar alt und abgenutzt. War ja auch nur für eine Nacht. Es wird schon gehen. An erholsamen Schlaf nach der langen Anreise war jedoch nicht zu denken, da das Geschläuche der Klimaanlage sich wohl direkt neben unserem Zimmer in einem Raum befand. Wir hatten das Gefühl, dass ein Presslufthammer direkt neben unserem Bett stand. Vor Übermüdung schliefen wir dennoch bald ein.
02.02.2010: - Porlamar – Caripe -
Transfer zurück zum Flughafen und kurzer Flug (ca. 30 Min.) aufs Festland Venezuelas. Landung auf dem Flughafen in Barcelona. Anschließend Fahrt über die Turimiquire-Berge ins Landesinnere, vorbei an typischen Dörfern und abwechslungsreicher Landschaft bis nach Caripe. Unterwegs Fotostopps und Halt an einem typischen Straßenmarkt. Hier konnten wir eine Kleinigkeit essen – es gab in Öl frittierte Empanadas und frisch gepressten Orangensaft – Super lecker !
Anschließend Fahrt zur Guacharo-Höhle, die mit einzigartigen Tropfsteinformationen als Behausung der sog. „Fettvögel“ dient. – Vor Beginn der Fahrt zur Höhle riet uns Derek, möglichst abwaschbare Schuhe anzuziehen, da die Höhle von den Fettvögeln bewohnt und demnach auch „beschi…..“ sei. War ein guter Tipp, aber im Außenbereich der Höhle befand sich eine Wasserstelle und eine Bürste, womit man die Treter säubern konnte.
Nach der Höhlenbesichtigung und kurzer Kaffeepause Fahrt durch den „Gartens des Ostens“, der wegen seiner vielen Frucht- und Kaffeeplantagen berühmt ist. Wir besichtigten eine Kaffeeplantage und uns wurde der Werdegang von der Kaffeebohne am Baum, bis hin zum Kaffeepaket für den Verkauf gezeigt. Kaum vorstellbar für uns, dass es auf der Isla de Margarita kaum Kaffee zu kaufen gibt.
Übernachtung in Caripe - Hacienda Campo Claro, einem schön gelegenen Camp in kleinen 2-stöckigen Appartements. Nach Bezug unseres Nachtlagers trafen wir uns um 19.00 Uhr zum Abendessen auf der großen Terrasse. Alles war schon vorbereitet für unsere hungrigen Mäuler. Es gab gekühlte Getränke und leckeren Hackbraten mit diversen Beilagen sowie Salat. Nach dem Essen saßen wir noch mit einigen Mitreisenden in fröhlicher Runde auf der Terrasse und ließen den Tag damit ausklingen. Beim Bezahlen der Getränke dann ein Riesenschreck. V. hatte mir den Brustbeutel mit unseren gesamten getauschten Bolivars zur Aufbewahrung in meiner riesigen Handtasche gegeben und………….er war leer. Total leer ! V´s Minenspiel war jedoch sehenswert. Er wechselte die Farbe von knallrot zu schneeweiß und sah uns schon die nächsten Tage am „Hungertuch“ nagen, da keine weitere Möglichkeit zum Wechseln bestand. Alle schauten mich ratlos an. Eine Möglichkeit des Diebstahls war nicht gegeben und so fing ich an, die gesamte Tasche Stück für Stück zu entleeren. Am Taschenboden angekommen lächelte mich ein identischer Brustbeutel an. In ihm waren dann auch die verloren geglaubten Bolivars. Wir hatten glatt vergessen, dass zwei gleiche Brustbeutel in unserem Gepäck waren. Einer gefüllt und der andere leer. V´s Gesichtsausdruck entspannte sich schlagartig. Meiner natürlich auch. Auf diesen Schreck wurde noch ein Bierchen gezischt und dann ging es ab ins Bett.
03.02.2010: - Caripe - Orinoco-Delta –
Abfahrt wieder am frühen Morgen von Caripe aus in Richtung Orinoco-Delta. Unterwegs Fotostopp an einem wunderschönen Stausee. Der Weg weiterhin führte uns durch kleine Dörfer. Obststände säumten die Strassen und Papaya-Plantagen waren links und rechts zu sehen. Unterwegs durchfuhren wir weitläufige Llanos. Die Llanos zählen zu den weitesten Steppengebieten Südamerikas und große Rinderherden weideten dort. Auch die Erdölindustrie hat in den Llanos Einzug gehalten, vor allem im Osten der Llanos. Dort passierten wir riesige Ölfelder wo aus hohen Schornsteinen meterhohe Flammen schlugen. Dort wurde das Gas abgefackelt. Was wir teuer bezahlen müssen, wird dort kontrolliert in die Luft geschossen. Wie unsinnig ! Man könnte viele Gasflaschen damit füllen und sie der Bevölkerung zum Kochen zur Verfügung stellen.
Ankunft in einem kleinen Flusshafen im mächtigen Orinoco-Delta, dem Lebensraum der Warao-Indianer. Dort Einschiffung und Weiterfahrt über stille Seitenkanäle des stark verzweigten Orinoco-Deltas mit seiner außergewöhnlichen Flora und Fauna direkt ins malerisch am Ufer gelegene Dschungelcamp. Leider zogen beim Besteigen des Bootes schon dunkle Wolken auf, aber es war noch trocken. Der indianische Bootsführer zurrte eine Plane heraus und wies uns an, diese über unsere Köpfe zu ziehen, was wir jedoch ablehnten, da wir ja „verplant“ nichts von der Fahrt zu sehen bekommen würden. Die Fahrt ging rasch über den weiten Orinoco in Richtung Camp. Unterwegs sahen wir einige Affen, Papageien und Tukane. Flussdelphine sichteten wir nicht. Als wir an Regen schon gar nicht mehr dachten, ging es los. Direkt unter einer dunklen Wolke prasselte der Regen auf uns nieder und alle griffen blitzschnell zur vorher abgelehnten Plane. Da auch starker Wind aufkam, mussten die im Boot außen Sitzenden sich an die Plane krallen, um diese nicht zu verlieren. So rasch wie er gekommen, war der Regenguss auch schon wieder vorbei und die Plane konnte zurückgeschoben werden. So konnten wir auch sehen, dass im Wasser kleine bis sehr große Pflanzeninseln aus Wasserhyazinthen schwammen, die geschickt umfahren werden mussten. Diese Pflanzeninseln bedecken den ganzen Orinoco mal mehr, mal weniger bis zu derart großen Flächen, dass das Boot mit einem Stecken hindurch getrieben werden musste, damit der Außenborder sich nicht darin verfing.
Die Orinoco-Delta-Lodge, für eine Nacht nun unser Zuhause, lag malerisch in einem Seitenarm des Orinoco, direkt am Wasser. Nach einem Begrüßungsdrink bekamen wir unsere Unterkünfte zugewiesen und machten uns auf die Suche nach unseren Betten für diese Nacht. Die Lodge lag mitten im Dschungel und hatte ein großes offenes Haupthaus mit Bar, Rezeption, Speisebereich und Terrasse. Die ca. 30 Unterkünfte, auf Pfählen gebaute, offene und nur mit einem Moskitonetz bewandete kleine Häuschen mit Dusche, WC und drei Betten waren zweckmäßig eingerichtet, sauber und gemütlich. Dort konnte man es gut aushalten. Es war sehr luftig und man hörte die Palmwedel im nahen Urwald rauschen. Ein großer Garten mit Holzwegen und zwischen Palmen hängende Hängematten rundeten die Sache ab.
Nach dem Mittagessen – es gab Spaghetti Bolognese – bekamen wir alle Gummistiefel verpasst. Dann gingen wir wieder zum Boot und fuhren flussabwärts zu einer kleinen Anlegestelle. Dort lernten wir auf einem Marsch durch den Dschungel die Anbaumethoden der Warao-Indianer kennen. Schon nach wenigen Schritten begrüßte uns auch das Empfangskomittee. Ein riesiger Mückenschwarm, der uns hungrig und freudig begrüßte, surrte uns entgegen. Man hatte wohl unser Europäerblut avisiert, was auch gern und oft abgezapft wurde. Zerstochen und kratzend stiegen wir wieder ins Boot und Derek pflückte einige Blätter eines Baumes ab und demonstrierte uns damit die „Seife“ des Dschungels. Beim Aneinanderreiben der Blätter entstand Schaum, den die Indianer zur Reinigung benutzen. Dies sollte wohl eine kleine Aufmunterung für uns sein und uns von unseren zerstochenen Körperteilen ablenken. Dann legte das Boot wieder ab und weiter ging es zu einer typischen Indianerwohnung am Ufer des Orinoco. Diese Wohnung bestand aus mehreren Unterständen mit Holzfußboden und einem Dach. Dort lebten die Indianerfamilien mit ihren Tieren. Selbstgebastelte Artikel wie Basttaschen, Blasrohre, Ketten und Armbänder wurden den Touristen zum Kauf angeboten.
Zurück im Camp ging es nach dem Duschen wieder zum Abendessen. Mittlerweile waren noch zwei andere Gruppen eingetroffen und man hatte die Esstische direkt am Bootsanleger auf der Terrasse platziert und die Tische schön mit brennenden Kerzen gedeckt. Richtig romantisch. So konnte man die vorbei treibenden Wasserhyazinthenteppiche, die mittlerweile den von dort einsehbaren Teil des Orinocos komplett bedeckten, gut beobachten.
04.02.2010: - Orinoco - Delta - El Callao-
Am nächsten Morgen um 06.30 Uhr Treffpunkt auf der Terrasse zum Piranha-Angeln. Mehrere unserer Jungs haben es probiert, aber nur ein kleiner Wels war das Fangergebnis und den hat der im Camp lebende kleine Fischotter zum Frühstück bekommen. Danach waren Fahrten mit dem Einbaum angesagt. Wieder ging es durch Hyazinthenteppiche zu einem nahe gelegenen Indianerdorf und zurück.
Nach dem Frühstück kam der Abschied vom romantischen Orinoco-Camp. Nach einer Stunde mit dem Boot waren wir wieder am Bootsanleger in Boca de Uracao, wo der Minibus schon auf uns wartete.
Von dort aus ging die Fahrt mit einer Auto- und Personenfähre über den Orinoco-Fluss und weiter durch Savanne und Steppe bis nach El Callao.
Mittagessen unterwegs in Guayana im Parque Cachamay. Es handelte sich hier um einen großen Stadtpark mit unzähligen kleinen und größeren Wasserfällen, Restauration und kleinen klauwütigen Äffchen, die den Touristen das Mittagessen vom Teller stibitzten. Nach einem ausgiebigen Mittagessen ging es dann weiter über die bis nach Brasilien führende Hauptverkehrsstrasse bis nach El Callao.
El Callao wurde bekannt durch seinen Reichtum an Gold. Es ist eines der wichtigsten Zentren für die Gewinnung von Gold, damit verdient der größte Teil der Bevölkerung sein Geld. Schmuckgeschäfte säumten die Straßen, hatten aber zur Zeit unserer Ankunft, Gott sei Dank, schon geschlossen.
Übernachtung in El Callao im Hotel El Arte Dorado, wo wir gegen Abend eintrafen. Zimmerverteilung. Danach Inspektion des recht abgewohnten, aber relativ sauberen Zimmers. Duschen, Kleidung wechseln und Gang zum Abendessen im unteren Teil des Hotels, dem Restaurante und Cafe „La Albahaca“. So wie sich der Name anhört, war auch das Essen – übrigens das einzige schlechte Restaurant-Erlebnis auf der ganzen Reise -. Von Derek erfuhren wir weit vor Ankunft im Hotel, dass er für uns Hühnchen mit Beilagen geordert hatte. Was bekamen wir ? Verbrannte Schuhsohlen, auch Steaks genannt. Natürlich mit Beilagen. Die Beilagen waren ganz o.k., das Fleisch ungenießbar. Aus diesem Grunde tüteten wir das Fleisch von den Mitreisenden unseres Tisches ein und es wurden auf der Straße streunende Hunde und Katzen damit gefüttert. Diese haben es dankbar angenommen.
05.02.2010: - El Callao - Gran Sabana –
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen – auch ein Erlebnis der besonderen Güte – ging es dann weiter mit drei Allrad-Jeeps in Richtung Gran Sabana.
Erster Fotostopp an einer Goldwäscherei, wo einige Arbeiter auf den großen Fund hofften. Nach Bestechung mit einer Flasche Rum zog einer der Männer einen Goldklumpen aus der Tasche und zeigte ihn uns.
Weiterfahrt in Richtung Gran Sabana mit den legendären Tafelbergen und hohen Wasserfällen, vorbei an vielfältiger Vegetation und interessanten Felsformationen bis auf 1300 m Höhe. Die Gran Sabana ist eine mystische, sehr dünn besiedelte Hochfläche mit einer Ausdehnung über 500.000 qkm. Sie präsentiert sich als eine sanft gewellte Savanne mit Moriche-Palmen, durchzogen von etlichen Wasserläufen, die häufig schöne Wasserfälle bildeten, die von grünen Wäldern gesäumt waren. Unterwegs Fotostopp an einer von Alexandre Gustave Eiffel konstruierten Stahlhängebrücke, die zwar nicht mehr benutzt wird, aber in voller Pracht noch steht. Weiter ging es durch den üppigen Regenwald, einige landestypische Dörfer in Richtung Gran Sabana/Santa Elena. Unterwegs Mittagessen im Restaurant Panaderia, dass von einer Indianerfamilie betrieben wurde, wo uns wieder mal ein leckeres landestypisches Essen serviert wurde. Geschmortes Hähnchen, rote Bohnen, Reis, diverse Gemüsesorten und kühle Getränke erwarteten uns. Vier nette Hunde und ein zahmer Papagei beobachteten uns und warteten auf unsere Essensreste.
Noch 210 km und wir sind in Santa Elena.
Unterwegs noch Besuch des Salto Aponwao, einem imposanten Wasserfall von über 100 m Höhe. Fahrt mit dem Boot in die Nähe des Wasserfalls. Vom Bootsanleger aus Spaziergang zum besten Aussichtspunkt auf den Wasserfall. Weit unten sahen wir Touris, die den Wasserfall von unten nach oben fotografierten. Das war die Idee. Mit mehreren Mitreisenden traten auch wir beherzt den Weg nach unten an. Es ging steil hinunter über ausgetretene Felsen, Geröll, Wurzeln und Splitt. Unten angekommen wurden Fotos geschossen, die jedoch fast alle infolge des unbarmherzigen Gegenlichtes nichts geworden sind. Weit oben sahen wir die auf uns wartenden Mitreisenden wild mit den Armen gestikulieren um uns zum Aufstieg zu bewegen. Gehorsam traten wir den nun wesentlich beschwerlicheren Rückweg an. Verwundert stellten wir fest, dass uns alle mit uns nach unten gekletterten Touris nach und nach auf dem Weg nach oben überholten. Einige schauten sich auch mitleidig zu uns um, jedoch tragen wollte uns keiner. Uns blieb die Luft weg und wir konnten einfach nicht mehr. Ob das wohl die Rache der Glimmstengel ist ? Wahrscheinlich ja. Nach vielen Verschnaufpausen erreichten wir endlich die obere Plattform. Fix und fertig schleppten wir uns zum Boot und waren froh, den Aufstieg ohne Kammerflimmern etc. geschafft zu haben. Dazu muss gesagt werden, dass Aufstieg, Abstieg und Fotoshooting unten insgesamt nur 40 Minuten gedauert hat. Also doch schon eine stramme Leistung für uns Bald-Rentner.
Übernachtung im Camp Rapidos de Kamoiran, einer kleinen Anlage mitten in der Gran Sabana. Auch hier gepflegte Zimmer, schöner Garten mit Wasserfall und Restaurant. Leckeres Abendessen in gepflegter Atmosphäre.
06.02.2010: - Gran Sabana - Santa Elena-
Am Morgen wieder Abfahrt um 08.00 Uhr.
Heute fuhren wir die südliche Route der Gran Sabana, einer der ältesten Landschaftsformen der Welt, entlang. Haine mit Moriche-Palmen und wasserreiche Flüsse durchzogen die weite Savannenlandschaft, die durch den Cainama Nationalpark geschützt wird. Wir erkundeten diese Region mit dem Geländewagen. Unterwegs noch Halt an zwei weiteren schönen Wasserfällen, in denen gebadet werden konnte. Ein weiterer Fotostopp wurde dann mitten in der Gran Sabana eingelegt vor der beeindruckenden Kulisse der Tafelberge. Der Roraima, der mit 2810 m der höchste Tafelberg der Welt ist, liegt im Dreiländereck Venezuela, Brasilien und Guyana.
Mittagessen unterwegs in einem indianischen Dorf. Es gab auf dem Holzkohlegrill gegrillte Hähnchen, Reis, gegarte Palmherzen und Gemüse. Dazu konnte man sich mit Avocadosoße und höllisch scharfer Ameisensoße bedienen. Zum Abschluss Kaffee und Kuchen.
Im Anschluss dann Besuch der Quebrada de Jaspe, ein ca. 400 m langes Flussbett aus reinem Jaspis (Halbedelstein). Also Spaziergang durch die Gluthitze zum Flussbett. Es ging über Stock und Stein aber tapfer wie wir nun mal sind, schafften wir auch das mit links. Hier sollte uns eigentlich ein außergewöhnliches Badeerlebnis erwarten, aber der Fluss führte kaum Wasser und der kleine Wasserfall hier lud wirklich nicht zum Baden ein. Einige Unerschrockene jedoch duschten im Wasserfall und holten sich die nötige Erfrischung von der Hitze des Tages. Nach kurzer Abkühlung am und im Wasser ging der Weg wieder zurück zum Parkplatz, wo unsere Jeeps auf uns warteten. Auch hier waren, wie überall an den angesagten Sehenswürdigkeiten, Indianer, die ihre selbstgemachten Souvenirs anboten.
Übernachtung in einem Camp in Santa Elena de Uairén, einem aufstrebenden Städtchen an der Grenze zu Brasilien, dessen Atmosphäre von Gold- und Diamantensuchern, Abenteurern und unkonventionellen Touristen geprägt wird. In Santa Elena wieder Stopp und Bummel durch den Ort. Dass der Ort von unkonventionellen Menschen geprägt war, konnten wir bestätigen. Ein lustiges und buntes Völkchen tummelte sich überall auf Strassen und auch in den unzähligen bunten Gassen. Hier hatten wir nochmals Gelegenheit zum Geldtausch. Ein Straßenhändler wedelte mit einer dicken Rolle Bolivars und wir bekamen einen sehr guten Kurs gewechselt. Weiterfahrt nach ca. einer Stunde zum Camp Ya-Koo.
Ein schönes Camp oberhalb von Santa Elena gelegen mit tollem Blick über die Stadt. Was uns sofort ins Auge fiel, war der schöne Swimmingpool, den einige von uns sofort nach Verteilung der Zimmer, die wiederum in kleine Bungalows eingeteilt waren, in Beschlag nahmen. Nach einem erfrischenden Bad trafen wir uns zum Abendessen im offenen Speiserondell mit angeschlossener Bar und Lounge.
Neben uns waren auch noch drei weitere Raucher mit von der Partie. Was uns fünfen im Rondell sofort auffiel, waren die diversen „Bitte nicht rauchen“ Schilder. Paradox bei einer offenen Restauration. So trafen wir uns dann zum Räuchern draußen. Besitzer, Dein Wille geschehe !
Verwöhnt wurden wir zum Abendessen dann mit riesigen Platten dünn aufgeschnittenem, zarten Rinderbraten, Reis und einer tollen Salatplatte. Essen bis zum Abwinken. Immer wurde nachgelegt und bald waren wir alle pappsatt und hundemüde. Noch ein kurzer Absacker im kleinen Kreis und dann ging es zu Bett, da am anderen Morgen wieder früher Aufbruch angekündigt war.
07.02.2010: - Santa Elena – Arekuna
Nach dem Frühstück Grenzüberfahrt nach Brasilien und Rundgang durch die Grenzstadt. Hier Gelegenheit zum Einkauf von Getränken etc..
Gegen Mittag Transfer nach Luepa und Flug mit einer Propellermaschine nach Canaima. Schon der Anflug zum Camp Arekuna war traumhaft schön und aufregend. Wir überflogen in einer kleinen 6-Personen-Cessna grüne Wälder, in denen unzählige blau blühende Jacaranda-Bäume leuchteten, sahen Wasserfälle und endlose Flussläufe. Nach bemerkenswert sanfter Landung auf einer Schotterpiste wurden wir vom Betreiber der Lodge abgeholt und zur Rezeption geleitet. Die Koffer wurden auf einen Jeep gehievt und hochgefahren. Wir mussten laufen. Nach Bezug unserer Unterkunft – übrigens die schönste dieser Reise – erwartete uns ein köstliches Mittagessen in hoch oben auf dem Berg gelegener Restauration mit einem Blick auf atemberaubende Landschaft und auf den Coroni-Fluss. Nach dieser Stärkung ging es mit Booten über den Coroni-Fluss zu einem nahe gelegenen Wasserfall. Einige wenige ganz Mutige unserer Gruppe duschten unter den rauschenden Wassermassen und gingen auf glitschigen Steinen in den Wasserfall hinein. Auf dem Rückweg hielten wir wiederum an einem Indianerdorf an und machten einen kurzen Rundgang durch das Dorf. Hier wurde uns dann die Lebensweise der Indianer erklärt.
Am Abend fand ein Barbecue im Camp statt, an dem wir uns alle reichlich bedienten.
08.02.2010: - Arekuna - Cainama - Porlamar –
Nach dem Frühstück kleiner Spaziergang durch den an das Camp grenzenden Urwald.
Kurz vor 11.00 Uhr Flug in das nur 10 Minuten entfernte Cainama. Hier Fahrt zur toll gelegenen Lagune – in der wir ein warmes Bad nehmen konnten - mit ihren rauschenden Wasserfällen und der üppigen Vegetation. Ein langer Spaziergang über Stock und Stein, Felsplateaus mit Blick auf Lagune und Wasserfälle verkürzte uns die Zeit bis zum Abflug nach Porlamar. Nochmals letzte Möglichkeit zu einem Bad im und Durchgang unter einem Wasserfall. Am Nachmittag Rückflug nach Porlamar (2 Std). Wenn die Wetterverhältnisse es zulassen, werden wir den Salto Angel, den höchsten Wasserfall der Welt, überfliegen. Die Wetterverhältnisse ließen es zu und der Pilot steuerte die Maschine sicher zwischen den hohen Bergen hin und her, damit alle Passagiere einen Blick auf den Salto Angel erhaschen konnten. Etwa 1000 Meter stürzt er – normalerweise - in freiem Fall vom Gipfelplateau des Auyan-Tepuys in den Dschungel. Zu unserem großen Bedauern lief jedoch nur ein kleines Bächlein herab, das man kaum Wasserfall nennen konnte. Man merkt auch hier, wie überall, den rasanten Klimawandel. Venezuela ist zum Teil völlig ausgetrocknet und die anhaltende Dürre beutelt das Land immens.
Nach einem problemlosen Flug landeten wir gegen Abend in Porlamar, passierten problemlos die Flughafenkontrolle und wurden dann von einem schon auf uns wartenden Bus in die verschiedenen Hotels gefahren.
Badeaufenthalt auf der Isla Margarita
Nun begann unser Badeaufenthalt auf der Isla de Margarita im Hotel Costa Linda Beach, einem kleinen und sehr schönen Hotel mit ausgezeichnetem Service und Restauration. Hier erholten wir uns nun eine Woche vom Dschungel-Stress.
Den ersten Tag auf der Insel erkundeten wir die Umgebung, Einkaufsmöglichkeiten und machten Spaziergänge am nahe gelegenen Strand.
Für den 10.02. waren wir verabredet und wurden um 15.30 Uhr von meiner Blog-Freundin Regina und deren Töchterchen Melanie am Hotel abgeholt. Regina lebt mit ihrer Familie schon seit 12 Jahren auf der Insel und konnte uns einiges über Land, Leute und Gepflogenheiten erzählen. Wir verbrachten einen sehr schönen und angeregten Nachmittag und Abend mit Regina und ihrer Familie auf der gemütlichen Terrasse mit Blick auf den liebevoll gepflegten Garten. Sie hatte ein hervorragendes Abendessen zubereitet. Es gab gebratenen Fisch, diverse Salate und Reis. Leider ging dieser Tag zu schnell zu Ende und so fuhren wir am Abend dann im von Regina vorbestellten Taxi wieder zurück zu Hotel.
Für den 11.02. war eine Inselrundfahrt mit drei Mitreisenden der Dschungeltour geplant. Uschi, Claudia und Peter wohnten im Hotel Costa Caribe Beach. Um 08.30 Uhr holten sie uns im Mietwagen vom Hotel ab und unsere Inseltour begann. Wir befuhren die Küstenstraße nach Porlamar, besuchten dort einen großen Friedhof und machten einen Bummel durch die Innenstadt. Anschließend fuhren wir zum Parque Nacional Laguna de la Restinga. Dort mieteten wir uns ein Boot und ließen uns durch die Lagune schippern. Auf dieser Tour kamen wir vorbei an Mangroven, an deren Stämmen und Ästen Austern wuchsen. Außerdem fischten wir Seesterne aus dem Wasser und beobachteten Schwärme von kleinen Krebsen, die sich zum Sonnenbad auf die Mangrovenstämme gelegt hatten. Die Bootstour dauerte ca. eine Stunde. Zurück am Anleger genehmigten wir uns noch eine Erfrischung und schauten uns die zahlreichen Souvenirstände an. Den nächsten Stopp machten wir in Juangriego, wo wir am Hafen ein vorgezogenes Abendessen zu uns nahmen. Hier konnte man schön sitzen und den Tag entspannt ausklingen lassen.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit relaxen am Pool und Spaziergängen am Strand und in der Umgebung.
Da jeder Urlaub leider auch mal zu Ende geht, hieß es auch hier am 15.02. Koffer packen und Abschied nehmen. Ein letztes Abendessen im schönen Restaurant unseres Hotels rundete den letzten Abend ab.
Am nächsten Morgen noch ein letzter Rundgang durch diverse Geschäfte an der Playa El Aqua. Wir hatten noch 550 Bolivar übrig und mussten diese „unter die Leute“ bringen da keiner bereit war, in Euro rückzutauschen. Na ja, verständlich. Bei einem leckeren Kaffee überlegten wir, für was wir unsere Bolivar noch ausgeben wollten.
Schon die ganze Woche hatte ich herumgequengelt, weil ich gerne eine der tollen Hängematten für unseren Garten mit nach Hause nehmen wollte. Wunsch wurde abgelehnt mit der Begründung: zu schwer fürs Handgepäck. Wir sind mit 3 Gepäckstücken gereist, wollten aber nur mit 2 Gepäckstücken zurückfliegen. Also gab es keine Hängematte.
Nun aber sah die Sache ja anders aus. Die Bolivar mussten weg und Volker machte von sich aus den Vorschlag: Wir könnten doch noch eine Hängematte kaufen (375 Bolivar). Ich musste an mich halten, um nicht laut loszulachen. Nun erfüllte sich mein Wunsch eben aus der „Not“ heraus. Ich suchte mir eine schöne Hängematte aus und zufrieden schlenderten wir wieder zum Hotel zurück, wo wir um 15.00 Uhr abgeholt wurden.
Der Flughafenservice funktionierte prima und so waren wir um ca. 16.00 Uhr am Flughafen. Schon von weitem sahen wir eine lange Menschenschlage, die auf die Abfertigung wartete. Endlich waren auch wir an der Reihe. Ein schöner Schäferhund schnüffelte die Koffer der Reisenden schon einmal vorweg nach Drogen ab. Dann wurde j e d e r Reisende aufgefordert, sein Gepäck auf einen langen und hohen Tisch zu hieven und zu öffnen. Von gummibehandschuhten Flughafenbediensteten wurde dann Koffer für Koffer durchwühlt. Man kann sich bestimmt denken, wie viel Zeit diese Prozedur in Anspruch genommen hat. Danach ging es durch die nächste Kontrolle. Hier wurden Handgepäck, Handtaschen und Jacken durchleuchtet. Endlich war unsere Gruppe auch vollständig abgefertigt und wir trafen uns im Cafe, wo dann die allerletzten Bolivar noch im Pommes, Mayo und Cola umgesetzt wurden.
Danach der Aufruf und los ging es in Richtung Flieger. Natürlich mal wieder mit zwei Stunden Verspätung, da der Rückholflieger witterungsbedingt nicht rechtzeitig in Frankfurt starten konnte.
Fast pünktlich landeten wir dann am anderen Tag um 10.40 Uhr in Frankfurt. Nun noch den nächsten Zug Richtung Xanten geschnappt und so waren wir um 16.00 Uhr wieder am Bahnhof Xanten, wo uns Erika schon erwartete.
Ein schöner Urlaub ist nun zu Ende und die Planung für´s nächste Jahr kann nun beginnen.
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Noch ein paar Fotos wären das Salz in der Suppe.
LG Rolf -
Ich reiche noch welche nach heute oder morgen.
Danke für die positiven Bewertungen.
Gruß Anne -
Leider ohne Fotos, dennoch ein toller Reisebericht. Unsere heutige Empfehlung auf der Startseite.
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Hallo Anne, in Venezuela waren wir noch nicht, es ist schön, daß Du uns dieses Land ein Stück weit näher gebracht hast.
LG :-)
Patrick -
Schöner Bericht aus Venezuela , haben vor 6 Jahren fast die gleiche Tour erlebt. Dein Bericht hat mich an viele schöne tage erinnert.
In welchen Camp ward ihr am orinoco , da hat es mir mit am besten gefallen, halt Natur pur! Wir hatten auch das Glück rosa flussdelphine zu sehen, war ein ergreifendes Erlebnis ! Diese Reise kann ich jeden nur empfehlen!
Danke für das nochmalige Erlebnis dieser Reise, bin schon auf die Fotos gespannt.
Lg Kaninchen
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