Der Baikal, die blaue Perle Sibiriens Teil 2

Reisebericht

Der Baikal, die blaue Perle Sibiriens Teil 2

Reisebericht: Der Baikal, die blaue Perle Sibiriens Teil 2

Olchon, das Herz des Baikal ist die größte Insel des Baikal. Die Landschaft ist vielfältig. Schroffe Steilküsten wechseln sich ab mit traumhaften Sandstränden, karge Steppen mit dichten Wäldern. Schamanistische heilige Stätten und irgendeine nicht fassbare Energie, die vom Herzen des Baikal ausgeht, verleihen Olchon ein mystisches Flair.

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Heiliger Schamanenfelsen und profanes Dorfleben

An meinem ersten Tag erkunde ich meine Umgebung. Zuerst geht’s natürlich zum Schamanenfelsen, wo der Gott Khan Choto-Babai wohnt.



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Das Schöne an meiner Unterkunft ist, ich hab nur zwei Schritte bis hierher. Ich vergesse den Frust und merke, wie die Insel mich in ihren Bann zieht. Jeden Abend verbringe ich eine Weile auf der Anhöhe und genieße den märchenhaften Ausblick.



Der Schamanenfelsen von Chuschir



Und hier noch mal der Ausblick in die andere Richtung.



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Früher umwickelten die Burjaten die Hufe ihrer Pferde, wenn sie hier vorbei kamen, um den Gott nicht zu stören. Nur Schamanen durften die Felsen betreten. Heute klettern Touristen auf den Felsen herum, außer mir.



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Solche Pfähle standen vor jeder Jurte, um die Pferde anzubinden. Aus irgendeinem Grund bekamen sie eine magische Bedeutung. Heute weisen die mit buntem Stoff umwickelten Pfähle darauf hin, dass dieser Ort heilig ist.



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Jemand hat Bujatia auf Kyrillisch mit Steinen geschrieben. Burjatia ist der Name der Region und heißt "trocken".





Schwimmen kann man hier nicht wirklich, obwohl der Strand sehr karibisch aussieht. Ich schaffe einmal drei Schwimmzüge einmal zehn. Dann merk ich, wie meine Zehen erfrieren wollen. Der Baikal ist mit 1635m an seiner tiefsten Stelle der tiefste See der Erde und hat 20% des Süßwasservorrates der Erde. Er taut erst Ende Mai auf. Da hat er natürlich keine Zeit sich auf Badetemperatur zu erwärmen, trotz der 30° Lufttemperatur im Sommer.



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Ein Spaziergang in die andere Richtung ist nicht weniger reizvoll. Die alte Fischfabrik liegt zwar in Ruinen...



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...aber der Strand wirkt einladend, wenn nur die Wassertemperatur etwas temperierter wär.



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Wasserrechnungen sind scheinbar in Chuschir unbekannt.



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Hier ist man ein karges Leben gewöhnt und jeder begnügt sich mit dem Notwendigsten.



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Das Dorf Chuschir liegt in einer Senke gleich hinter der Bucht.



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Breite unbefestigte Dorfstraßen, auf denen Kühe und Pferde frei rumlaufen,



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und auf denen der Wasserlieferant mit frischem Baikalwasser von Haus zu Haus fährt,



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kleine Holzhäuser mit den üblichen blauen Fensterläden,



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eine kleine orthodoxe Kapelle...



Orthodoxe Kapelle in Chuschir



und die Museumsjurte.



Jurte



Ich entdecke ein Internetcafé und siehe da für 50 Rubel überträgt der Inhaber meine Bilder auf meinen USB Stick. So einfach ist das.

Bei Natascha, der Organisatorin, buche ich einen Ausflug zum Nordkap der Insel für den nächsten Tag. Als sie meinen Namen hört, sagt sie freudig, „Ach Du bist die Frau, die so lange hier bleibt.“ Von da an grüßt sie mich jedes Mal, wenn sie mich auf dem Gelände sieht mit meinem Vornamen. So schnell kann man sich hier Freunde machen.



Heute Abend ist im Dorfclub ein Konzert mit burjatischen Sängerinnen und Sängern einer Opernakademie. Das Konzert fängt fast eine Stunde später an, weil es vorher eine Dorfversammlung gab, in der ein Sprecher die anderen von irgendetwas überzeugen will. Das erinnerte mich ein bisschen an „Die Kuh im Propeller“ von Sostschenko.
Unbedingt mal reinhören.
http://www.youtube.com/watch?v=YYIPSkfWPX0&feature=related
Als ich den Tontechniker mit einem Koffer voller Kabel sehe, bin ein bisschen skeptisch, ob der Sound wohl gut ist bei dem Material... und er ist gut, sehr gut sogar Die Damen haben tolle Kleider an und auch die Herren sind sehr elegant. Alle haben wunderschöne Stimmen. Fast alle singen ein burjatisches und ein russisches Kunstlied. Ich bin begeistert.



Sängerin



Abends im Bistro bedient mich Ljuba, eine junge burjatische Kellnerin. Sie studiert Englisch, Deutsch und Touristik. Überhaupt arbeiten bei Nikita viele mehrsprachige Studenten in den Semesterferien. Mit Ljuba freunde ich mich an und wir haben unsern Spaß, weil sie Mühe hat, „Preiselbeersaft“ auszusprechen, es aber unbedingt lernen will. Aber wir haben ja noch eine Woche Zeit.



Ljuba

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Galina hat schon mehrmals angerufen und will unbedingt von mir persönlich wissen, ob ich samt Koffer gut angekommen bin. Vielleicht kann sie meinen Flug umbuchen, dann kann ich nochmal nach Bolschije Koty.


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Kommentare

  • Blula

    Liebe Friederike, gleich vorweg mal.... ich bin froh, dass diese Reise noch immer nicht zu Ende ist. Ich habe ja s o viel Freude daran. Es ist einfach fantastisch, wie Du uns das alles miterleben läßt. Man ist förmlich dabei. Und diese überaus eindrucksvollen Landschafts- und Naturaufnahmen runden das alles noch ab. Wunderbar!!! Freue mich auch auf die Fortsetzung!
    LG Ursula

  • cirrus

    Hallo, Friederike.... Schön, daß wir noch mehr mit Dir reisen dürfen..ich freu mich auch schon sehr darauf und habe die Zeit mit Dir und all Deinen Begegnungen bis jetzt sehr genossen DANKE

    LG Christel

  • Aries

    Hallo, Friederike,
    du schreibst so lebendig, dass ich das Gefühl habe, dabei gewesen zu sein.
    Kleine Anmerkung zu den "traditionellen blauen Fensterrahmen" : Blau ist die Farbe des Sozialismus - so habe ich das in Chile gelernt, wo viele der kleinen Holzhäuser blau gestrichen waren.
    Musik: Absolut völkerverbindend! Wirkt immer!
    Auf die Weiterreise mit dir freut sich
    Hedi

  • 238EWT

    Liebe Friederike,
    ich folge Dir - wie schon seit langem - auf Deinen Konitinenten überspannenden und menschlich verbindenden Spuren. Und zwar gern und mit wachsendem Interesse. Mein Traum führt nicht nur zu Deinen erlebten Reisezielen, sondern einmal mehr nach Guadeloupe - Deinem Wohnsitz. Mon amour.

  • agezur

    Hallo Friederike! Zuerst ein " Dreimal Hut ab" vor deinem Unternehmungsgeist.!
    Bewundernswert!
    Und dann ein "Danke", dass du uns daran teilhaben läßt!
    Liebe Grüße Christina

  • truecolors

    Hallo liebe Frederike
    ich hab gerade unheimlich tolle Bilder gesehen, und Erklärunge als wenn ich dabei gewesen wäre .
    Es war kurzweilig und interessant.
    Velen Dank für dieses Erlebnis gruß truecolors

  • Zaubernuss

    Hallo Friederike
    Eine grosse Bereicherung ist es, deine lebendigen Reiseberichte zu lesen. Du bist eine wahre Schamanin... habe mich von dir verzaubern lassen, die Bilder und den Text in mich hineingesogen und eine Ecke der Welt kennengelernt, wo ich wohl nicht hinkomme. Was solls, mit dir reisen macht Spass!!! Liebe Grüsse und ganz herzlichen Dank: Ursula

  • nach oben nach oben scrollen
  • freyabe

    Vielen herzlichen Dank Ihr Lieben. Eure tollen Kommentare möcht ich mir am liebsten ausdrucken und über den Schreibtisch hängen. Ich freu mich sehr, dass der Bericht Euch so gut gefällt, juhuuuu.
    @Rolf ich binsehr stolz, dass ich ein Reiseziel entdeckt habe, wo Du noch nicht warst ;-)

  • trollbaby

    Liebe Friederike!
    Auch von mir ein großes "Hut ab" vor Deinem Mut und Abenteuergeist, alleine in diese Region zu reisen! Aber man sieht an Deinen schönen Bildern, es lohnt sich absolut! Nur leide ich mit Dir wegen der gelöschten Fotos! Aber Du musst eine Lösung gefunden haben, ansonsten hätte ich keine Bilder von Bolschije Koty im ersten Teil bewundern können. Ich bin jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung gespannt!
    LG Susi

  • Schoena

    Hallo Friedericke,
    wieder bin ich gern mit Dir auf Reisen gegangen, habe viel gesehen und Interessantes erfahren und natürlich auch schmunzeln müssen. Der Baikal ist schon lange ein Ziel von uns und nach Deinen Berichten und Fotos muss es wirklich einmalig schön sein.
    Viele Grüße Ingeborg

  • Raudi

    Einfach schön dein Reisebericht ! Es macht Lust etwas neues zu Entdecken.

  • windweit

    Dieses Blau auf manchen Bildern hat schon fast wieder was von Karibik. Ich bin gespannt wie's weitergeht.
    LG Gabi

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