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Reisebericht: Auf dem Dach Afrikas - Der Kilimanjaro - Berg der Götter
Im Oktober 2004 standen wir, Sybille und Eckhard aus Thüringen, auf dem Dach Afrikas. Eine der beeindruckendendsten Station auf unserer einjährigen Radreise durch insgesamt 7 Länder Ost- und Südafrikas. Aber auch ein Paradebeispiel für die commerzielle Vermarktung der Berge.
- Kurze Vorgeschichte
- Kulinarische Vorbereitungen und Anfahrt
- Menschengetümmel am Gate
- Phantastischer Regenwald und erste Begegnung mit den 'an Tisch und Stühlen Essenden'
- Ankunft im Machame Camp
- Das nasse Zelt
- Nasser Aufstieg zum Shira Camp
- Sonnenverwöhnter Morgen im Shira Camp
- Aufbruch zum Baranco Camp
- Der wasserreiche Aufstieg zum Barafu Camp
- Gipfelsturm im Schneckentempo
- Auf dem Gipfel - Glückseligkeit
- Abstieg von einem fast 6.000er und Rückkehr zum Barafu Camp
- Müde Glieder auf dem Weg zum letzten, dem Mweka Camp
- Die Trinkgeldmasche und die Rückkehr zum Ausgangspunkt
- Zertifikat, Umtrunk und Rückfahrt nach Arusha
Kurze Vorgeschichte
Eckhard und ich waren im Juli 2004 mit unseren Rädern von Uganda aus aufgebrochen, um in 12 Monaten außer Uganda noch Kenia, Tansania, Malawi, Sambia, Namibia und Südafrika zu durchradeln. Als Bergbegeisterte konnten wir natürlich unmöglich einfach so am höchsten Berg Afrikas und zugleich höchsten freistehenden Berg der Erde, dem Kilimanjaro, vorbeifahren. Also quartierten wir uns in Arusha ein, begaben uns auf die Suche nach einer einigermaßen preisgünstigen Agentur (den Kili kann man nicht im Alleingang besteigen) und wurden nach 2 Tagen intensiver Suche fündig. Wir entschieden uns für die Natur-African-Safari. Die Jungs im Büro machten einen guten Eindruck und 1.180 € , die wir für uns beide bezahlen mussten, rissen zwar ein Riesenloch in unsere Reisekasse, waren aber im Gegensatz zu dem was andere verlangten, noch ein Schnäppchen. Wir wählten für den Auf- die Machame und für den Abstieg die Mweka Route und am nächsten Tag, den 15. Oktober 2004 sollte es losgehen.
Kulinarische Vorbereitungen und Anfahrt
Am Morgen standen wir pünktlich um 9.00 Uhr vor dem Büro der Natur-Afrikcan-Safari und es regnete in Strömen. Nachdem wir die Tage zuvor bei super Wetter den Kilimanjaro ohne ein Wölkchen bestaunen konnten, regnete es. Nicht zu fassen! Das tat unserer Stimmung jedoch keinen Abbruch. Es standen schon Riesenkörbe mit Proviant für uns bereit, die wir in 6 Tagen - die unsere Tour dauern würde - verdrücken sollten. Normalerweise haben wir bei Bergbesteigungen immer nur ein paar Nudeln, Schokolade und Nüsse dabei. So viele Mundvorräte hatten wir im ganzen letzten Vierteljahr nicht verputzt. So sahen wir amüsierte unserer Crew - die am Anfang aus einem Guide (Führer) und 3 Portern (Träger) bestand und von denen es bis zum Ende der Tour noch deutlich mehr werden sollten - beim Verladen zu.
Nach 1 1/2 Stunden Fahrt in einem für uns tollen pick up - waren wir es ansonsten doch gewöhnt, im Sattel zu sitzen oder eingepfercht zwischen allerlei Federvieh und anderem Getier um einen Platz kämpfend im Matatu (afrikanisches Sammeltaxi) unterwegs zu sein - kamen wir am Gate der Machame Route an. Wir stiegen im strömenden Regen aus, was uns aber nicht weiter störte. Vielmehr entsetzte uns das, was wir dort sahen.
Menschengetümmel am Gate
Es wimmelte nur so von Touristen und Portern. Man hatte den Eindruck, auf einem riesigen Marktplatz zu sein. Alle rannten wild durcheinander. Die Touristen waren damit beschäftigt, sich in ihre Regensachen zu zwängen und in die Warteschlange zum Eintragen ins Registerbuch einzureihen, denn ohne Eintrag kein Aufstieg. Noch quirliger ging es allerdings bei den Portern zu. Außer den von den Agenturen mitgebrachten gibt es noch eine Reihe örtlicher Träger, da jeder nur Gepäck von höchstens 15 kg tragen darf und deshalb die 'Agenturporter' nicht ausreichen. Hier will von den örtlichen Trägern natürlich jeder der erste sein, dessen Dienste in Anspruch genommen werden, entsprechend groß ist das Getümmel.Diese Szenerie hat unsere Stimmung dann doch etwas gedämpft, mehr noch als der Regen. Hatten wir uns doch extra für die Machame Route entschieden, weil sie mehr Ruhe bieten sollte als die einfachere und wesentlich besser ausgestattete Marangu oder Coca Cola Route, die lt. Statistik 4/5 aller Touristen wählen. Was musste dann erst für ein Gewimmel am Marangu Gate herrschen?
Nachdem auch wir uns ins Registerbuch eingetragen hatten, machten wir uns mit Porter Tom, einem Lunchpaket und unserem Tagesrucksack auf den Weg. Guide Severin und die restlichen Träger wollten uns recht bald einholen, da sie sich noch nicht so richtig einig waren, wer welches Gepäckstück von uns übernahm. Also verabschiedeten wir uns erstmal vom Guide und unseren Packtaschen, die, inzwischen ausgeladen, im Schlamm standen und die wir auch sobald nicht wieder sehen sollten.
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