Reisebericht

Reisebericht: Stockholm zwischen den Jahren (1)

 
 
 
 
 
Reisebericht: Stockholm zwischen den Jahren (1)

Dem Venedig des Nordens mangelt es auch in kalten Zeiten nicht an Charme…

…man muss nur warm genug eingepackt sein! Dann erschließt sich die schwedische Metropole zwar nicht Reiseführer-und-Bilderbuchmäßig, aber nicht weniger eindrucksvoll. Effektive zweieinhalb Tage Gastsein in Stockholm sind aber auf jeden Fall viel zu wenig. Das schreit geradezu nach Wiederholung.



Von Düsseldorf über Berlin nach Stockholm mit dem Flugzeug ist es wirklich nur einen Katzensprung. Gelandet wird auf einem der drei Stockholmer Airports, in unserem Fall in Arlanda (ca. 40 km vom Zentrum entfernt). Sollten Sie Raucher sein und schon seit dem Abflug aus Düsseldorf schmachten…bitte nicht direkt vor der Ausgangstüre des Terminals die Zichte anstecken. Da ist nämlich selbst im Freien das Rauchen verboten! Ansonsten werden Sie mit einem freundlichen „Hej!“ begrüßt.

Von Arlanda können Sie mit den Flughafen-Bussen oder dem Zug in die City reisen, bequemer ist es allerdings mit einem Taxi. Sie werden vor ihrer Hoteltür abgesetzt und ersparen sich den u.U. langen Weg vom zentralen Bahnhof. Ein Taxi lohnt sich allerdings nur, wenn mehr als drei Personen reisen. Nehmen Sie am besten eines der gelben Fuhrunternehmen, die sind preiswerter in ihren Festpreisen als die blauen…von Arlanda kostet die Pauschalfahrt, egal wohin im Stadtgebiet, zwischen 380 und 480 schwedische Kronen, was ganz grob gerechnet etwa 38 bis 48 Euro entspricht. Überhaupt sollten Sie gar nicht erst versuchen, mit Euro zu bezahlen. Dann ersparen Sie sich ein freundliches Kopfschütteln und kommen nicht erst nach einem Gang zum Bankomat ins Taxi.



Schwedische Geldautomaten spucken übrigens nur bis zu 2000 SEK pro Anforderung aus, deshalb bilden sich durchaus lange Schlangen an den Flughafen-Bankschaltern. Die Reisenden schieben einfach mehrfach ihre Karten in den Schlitz. In den Hotels etc. sind die Euros ebenso nicht gerne gesehen. Sie tauschen Ihnen im absoluten Bedarfsfall auch in Kronen um, dafür müssen Sie aber mit einem äußerst schlechten Wechselkurs rechnen.



In Stockholm finden sie jede Menge Unterkünfte in allen Preislagen. Zu empfehlen ist das „Birger Jarl“, benannt nach dem Gründer Stockholms, im Stadtteil Norrmalm. Sicherheitstechnisch Interessierten kommt nicht nur die Lage direkt neben dem Polizeipräsidium entgegen, auch der Aufzug im Hotel kann nur mit der Chip-Zimmerkarte benutzt werden. Jede Etage wurde von schwedischen Designern unterschiedlich gestaltet, die Zimmer könnten glatt aus einem IKEA-Katalog stammen. In der Minibar erwarten sie keine anderen Getränke als zwei Flaschen Mineralwasser, aber die werden nach Leerung am nächsten Morgen kostenlos ersetzt. Wenigstens kann sich so kein von Aquavit benebelter Gast die Finger oder das beste Oberhemd versengen, wenn er das genial in den Schrank eingebaute Bügelbrett mit integriertem Hosenglätter und Bügeleisen benutzt…

Das Personal ist äußerst freundlich und zuvorkommend, beim Frühstücksbüffet gibt es von Müsli bis hin zu eingelegtem Hering und Köttbullar alles, was ein skandinavischer Magen begehrt. Natürlich auch Croissants, Brot, ham and eggs und Diätmargarine…
Erwarten Sie aber bitte nicht einen gedeckten Frühstückstisch mit Blümchen und gutem Porzellan. Hier, wie überall in Schweden, nimmt sich der Gast einen Teller, packt sich alles drauf, was er essen möchte und schnappt sich neben Besteck auch noch einen Kaffeebecher. Dann balanciert er den gefüllten Koffeinbehälter mitsamt seiner sonstigen Beute zu einem Tisch und beginnt mit dem Frühstück. Ehrlich gesagt, eigentlich schmeckt das Essen genauso gut ohne Villeroy & Boch-Geschirr, aber man muss sich erst an die nordische Kargheit gewöhnen.
Die Zigarette danach muss in gesamt Stockholm vor der Türe inhaliert werden. Doch die allermeisten Hotels, Gaststätten, Bistros und Cafes haben Stehtische und Wärmelampen neben den Eingangstüren installiert und sorgen damit dafür, dass die Raucher keine Lungenentzündung bekommen…
Das "Lord Nelson" in der Gamla Stan hat winzige Zimmerchen, wie Schiffskombüsen eben und hat seinen Charme. Jedoch - nach einem anstrengenden Tag erholsam schlafen...naja, mitten an der Hauptlaufstrasse gelegen ist das Schlafen dank feierfreudiger Altstadtgänger nicht unbedingt einfach.
Das Frühstück in der winzigen, aber gemütlichen Eingangshallenecke ist ausreichend. Eine Hotelbar gibt es nicht, lediglich an der Rezeption können Wasserfläschen erworben werden...



Um sich über Stockholm zu informieren können sie natürlich den Reiseführer befragen, eine Stadtrundfahrt buchen oder sich einfach auf die eigenen Socken machen. Das U-Bahnnetz ist hervorragend ausgebaut (und die U-Bahn-Stationen sehenswert), Busse und Trambahnen fahren sie fast überall hin und dann sind da ja auch noch die Fähren und Boote…zur Buchung können sie auch im Hotel schreiten. Oder Sie besorgen sich das Stockholm-Ticket in der Touristenzentrale am Hauptbahnhof. Dann haben sie für max. 72 Stunden freie Fahrt mit dem ÖPNV und Ermäßigungen bzw. Befreiung von den Eintrittsgeldern in Museen etc. . Übrigens: die Eingänge zu den Stockholmer U-Bahn-Stationen sind in Häusern versteckt…



 
 
 
 
 

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Stochkolmer sind sehr hilfsbereit. Wenn Sie einmal nicht mehr weiterwissen - fragen Sie! Aber bitte in Englisch parlieren, in Silvias Residenzhauptstadt ist Deutsch nicht so sehr verbreitet wie z.B. in Südschweden. Es nimmt ihnen aber niemand der i.d.R. sehr gut Englisch sprechenden Stockholmer übel, wenn das Schulenglisch bei Ihnen etwas holperig herauskommt!

Und dann geht es los…



 
 
 
 
 

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