Masai Mara Kenia: Zu Besuch im Löwenland

Reisebericht

Masai Mara Kenia: Zu Besuch im Löwenland

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Start in Nairobi und Karen Blixen Camp: Raus in den Busch

8. Juli 09: Abflug in Frankfurt am frühen Morgen mit der Swiss, wir sind noch sehr verschlafen; gleich die erste Überraschung: Übergepäck über 20 kg kostet 30.-€ pro Kilo. Wir packen noch 2 Bücher ins Handgepäck und haben immer noch 5 kg mehr, die Schweizer nehmen das sehr genau: Wir berappen 150.-€ und ärgern uns später, dass wir nicht umgepackt haben....
Aber was solls, der Flieger ist sehr eng, der Service nicht besonders gut und ich bin froh, als wir endlich in Nairobi landen.
Es ist gerade dunkel geworden und Nairobi ist kühl, grau und voller Leute die in Landrover ein - oder aussteigen Wir holen ein Taxi und los geht’s Richtung Karen, das hat der Fahrer hoffentlich verstanden. Ich sehe und rieche zu viele Autos und Menschen, Nairobi kommt mir heute vor wie eine grosse Spinne: Die Strassen sind ihr Netz, die Autos und Menschen die sich da bewegen. sind ihre Beute und alle sind magisch angezogen von irgendwas in der Mitte.
Unser Taxifahrer ist nett, hat aber leider keine Ahnung, wo unser Hotel ist: Ich erkläre ihm, das es in der Nähe des Giraffe Center sei, das kennt er. Nach einer halben Stunde hat das Taxi einen Plattfuss und er sucht einen Platz, wo er aussteigen und den Reifen wechseln kann. Die juristische Fakultät erscheint im sicher, aber leider ist es dunkel und im Licht seines Mobiltelefons versucht er, uns wieder fahrtüchtig zu machen. Hans-Peter geht ihm zur Hand und nach einiger Zeit geht’s weiter . Dann will er uns am Giraffe Manor absetzen, nein das ist nicht unser Hotel, es heisst MACUHSLA!! Es gibt hier keine Strassennamen oder Hausnummern, (sicher damit die Spinne leichter Beute machen kann) aber nach einigem Herumfahren und Fragen sind wir dann am Hotel, das Tor geht auf und wir werden freundlich empfangen. Im Kamin brennt Feuer, aber wir gehen erst mal in den Garten, trinken ein Tusker und füllen den Nikotinspiegel auf. Das Abendessen bestellen wir noch, dann ins Zimmer zum Duschen. Ein schönes Zimmer, sehr gross und ein gutes Bett, auch wenn die Bäder etwas altmodisch sind. Am Kamin sitzen noch andere Leute und auch die deutsche Besitzerin kommt mal vorbei gerollt, sie sitzt im Rollstuhl. Das Essen ist wie immer lecker und reichlich. Es ist kühl hier, aber wir bleiben noch an der frischen Luft und gehen als letzte ins Bett. Wecken soll man uns um Sieben, das reicht. 9. Juli :
Wir sind eh früher wach, bei Sonnenaufgang wecken uns die vielen Vögel im Garten und ich geh schon mal raus. Nach dem Frühstück begutachte ich das neue Gästehaus, was für 4 Personen reichlich Platz bietet, mit Wohnraum und Küche gut ausgestattet. Unser Fahrer ist früh da, er muss noch warten bis wir alles gepackt haben und dann fahren wir zum Wilson Airport. Nairobi ist kalt und grau, gut das wir gleich weg sind. Wir hoffen auf die Sonne in der Mara. Wie immer bleibt 1 Tasche für Lamu am Flughafen, sonst hätten wir zuviel Gepäck. Unser Flug wurde geändert von Safarilink auf Airkenya, wir werden hin und her gefahren, dann geht’s endlich los. Mein Lieblingsflugzeug wartet, eine Twinotter mit 18 Sitzen, das wird ein schöner Flug.
Nach einer Stunde sind wir in der Mara, zuerst landen wir in Ngerende, dann auf dem Shikar Airstrip, wo wir abgeholt werden: Alles in Ordnung. Die Sonne scheint, ein prima Auto, ein offener Toyota mit Einzelsitzen und 2 netten Guides, Twollo und David, die uns abholen. Wir fahren ins Karen Blixen Camp, wo wir die ersten 2 Tage sein werden. Der erste Gamedrive auf dem Weg, die Gegend ist typisch für die Mara, Grasland mit eingestreuten Akazien und das Riftgebirge ist zum Greifen nah, genau dorthin fahren wir. Wir sehen schon jede Menge Wild, na gut noch keine Löwen. Das Camp liegt am Marafluss im Northern Conservancy, ausserhalb des Nationalparks. Wir wollen unter anderem feststellen, ob es hier genau soviel Wild gibt wie im Nationalpark und ob man hier ungestört Beobachtungen machen kann. Die Mara hat den Ruf überlaufen zu sein, es sollen hier schon Löwenrudel verhungert sein, weil sie ständig von Minibussen eingekreist waren, sobald Sie aktiv wurden. Sowas wollen wir natürlich nicht unterstützen. Wir werden uns 4 Camps ausserhalb und 1 Camp innerhalb des Nationalparks ansehen in dieser Woche, wir wissen noch nicht wie anstrengend das sein wird. Bei Ankunft begrüssen uns die dänischen Manager David, John und eine der Besitzerinnen, Karrie höchst persönlich und wir bedanken uns für die Einladung, die wir hier erhielten. Die Anlage macht einen gepflegten Eindruck, das Gras ist kurz, die Gebäude sind sehr schön und die Lage am Fluss ist phantastisch: Vom Speisesaal aus sehen wir, wie die Elefanten zum Trinken kommen, eine grosse Herde von über 30 Tieren!! Wie in der Samburu ... Schon ist die Kamera in der Hand und alles Andere vergessen. Karrie kommt und erklärt uns aufgeregt, was sie hier alles Tolles für die Umwelt machen, sie ist temperamentvoll und fuchtelt mit den Armen, das finden die Elies nicht gut und sie blasen zum Rückzug... Auf der Wiese sind 2 kleine Thompsongazellen, die sind ganz zahm und wurden im Busch allein gefunden, man hat sie hier mit der Flasche aufgezogen, sie sind fast wie Hunde. Ein junges Impala gleicher Herkunft gehört auch zum Hausrudel. Jetzt sollen wir uns mal unser Zelt ansehen, ich bin schon gespannt. Es liegt am Fluss und ist wirklich sehr schön: Es steht auf einer Holzplattform, hat ein Makutidach, Holzfussboden, Teppiche, eine Veranda, Ohrensessel, ein sehr grosses Bett; Ablagen und ein grosses Bad mit warmem und kaltem Wasser zu jeder Zeit, Solarbeleuchtung und Stromversorgung und sogar eine Öko- Minibar: Eine Kühlbox in einer Holzkiste. Das würde sogar meiner verwöhnten Schwester zusagen. Das Beste ist die Aussendusche: Viel Platz für zwei, man duscht im Sonnenschein (oder im Sternenlicht) und hat keine Feuchtigkeit im Zelt. Das warme Wasser wird hier mit einer Gasflasche gemacht, eine gute Idee wie ich finde. So authentisch die sonst üblichen Safari-Eimerduschen sind, es ist halt nicht viel drin und spontan mal duschen geht auch nicht. Ich räume ein bisschen was in den Schrank, zieh was Leichtes an und wir gehen zum Mittagessen, hab ich einen Hunger...ich bin gespannt was es gibt. Kleine Auswahl am Mittag, heute gibt es afrikanisch: Fischburger oder Hamburger mit Chips, aber alles frisch und gut gemacht, Nachtisch auch OK. Am Fluss gibt es schon wieder was zu sehen, eine Herde Elefanten, Krokodile und eine Hippomutter mit einem ganz jungen Baby, wenige Tage alt. Hier ist immer los. Zurück im Zelt: Eine Dusche in der Sonne, ausruhen auf der Terrasse. In der Anlage gibt es nur Pflanzen die auch im Busch wachsen und alle sind beschriftet, so hat man einen kleinen Naturlehrpfad im Camp. Um 16 Uhr gibt es Tee und Kuchen, dann sind wir zum Gamedrive mit Fahrer und Guide verabredet. Wir nehmen ein Bier für den Sundowner mit wie es sich gehört. Es gibt viel zu sehen, Gnus und Zebras, die Migration ist im Gange, Impalas, Giraffen, Dik Diks, viele Topis , Grantgazellen, Eland, Büffel und später sehen wir die ersten Löwen: Eine Mutter mit 5 Jungtieren, die schon fast so gross sind wie sie selbst, also ungefähr 1 Jahr alt. Ausser uns sind dann noch 3 andere Autos da, das stört die Löwen nicht sichtbar. Auch Schakale sehen wir, sie gehören zu meinen Favoriten: Klein und flink, schnappen oft den grossen Raubtieren die Brocken unter der Nase weg. Wir fahren zu einem freien Platz, wo wir aussteigen und als die Sonne untergeht, stossen wir auf die Safari an. Der Wind ist kalt und wir sind froh die dicken Jacken dabei zu haben, auf dem Rückweg im Dunkeln ist es sehr kühl und wir waren weit vom Camp. Das Abendessen findet im Speisezelt statt, wo jetzt die Zeltplanen heruntergelassen wurden, um uns und die anderen 10 Gäste vor dem kalten Wind zu schützen. Das Essen ist gut: Suppe, Hühnercurry mit gutem Gemüse; die Weinauswahl ist gut und bezahlbar. Danach sitzen wir draussen noch am Feuer am Fluss, aber der Rauch ist immer bei mir, ich muss ständig den Platz wechseln. Der Masai bringt uns zum Zelt und stellt die Lampe auf der Veranda klein. Die Baumfrösche geben ein lautes Konzert als wir im Bett liegen, später noch die Flusspferde und auch Hyänen sind in der Nähe. Ein gutes Gefühl wieder im Busch zu sein und im Zelt. An die Wärmflasche wurde auch gedacht und die Decken sind warm, der Schlaf holt uns bald ein....
Wie man es in der Mara erwartet: Viele Löwen, Elefanten, Flusspferde und ein traumhafter Platz.
10. Juli, Karen Blixen Camp. Es ist sehr kalt als man uns weckt, mit Kaffee, Tee und Keksen . Der Early Morning Game Drive ist hier obligatorisch, gleich beim Losfahren sehen wir 2 grosse Elefantenbullen mit langen Stosszähnen. Wir fahren zum Musiara Sumpf mit den beiden Guides, sie sind recht gesprächig, auch wenn manchmal nicht alles stimmt was Sie erzählen: Die Giraffe und der Mensch haben beide 7 Wirbel ? Upps.. . Und die Giraffe ist eines der wenigen Tiere, die Farben sehen ?? Das muss ich gleich mal richtig stellen und zwar mit Nachdruck, als man mir nicht glaubt. Am Musiara Sumpf treffen wir die Marsh Pride, ein staatliches Rudel von 14 Löwen, viele Jungtiere; Einjährige, die im Gras spielen . Die sehen satt aus, sie haben alle dicke Bäuche, also erfolgreich gejagt heute Nacht. Überall sind Gnus und Zebras, die Migration ist im Gange und der Tisch reich gedeckt. Etwas weiter finden wir den Riss: Sieben Hyänen, Schakale und 4 Arten von Geiern, die sich um die Reste bemühen, wirklich Streit gibt es nicht, es sind fast nur noch Knochen da. Es war ein Gnu, was hier verspeist wurde, das sagen uns die Guides und die Hörner. Hier im Sumpf gibt es viele Vögel: Ibisse, Störche, Kraniche, Reiher, Seeadler...und Regenpfeiffer die nicht zu überhören sind. Ein guter, aber auch bekannter Platz, ganz in der Nähe ist der Eingang zum Park, hier sind schon ein paar andere Autos unterwegs. Zurück im Camp lasse ich mir auf der Veranda eine Massage geben, das macht die junge Dame von der Rezeption, man ist hier Multi-Tasking -fähig. Sandelholzöl verströmt seinen Duft, der Fluss rauscht und die Vögel geben ein Konzert. Danach bin ich wie neu, noch eine Dusche und ich gehe auf die Wiese, wo Hans-Peter die Aktivitäten am Fluss filmt: Elefanten und eine grosse Impalaherde sind heute da. Zu Mittag gibt es Pasta mit verschiedenen Saucen und Salat, alles frisch und gut gemacht. David zeigt mir stolz das Kühlhaus, was ohne Strom auskommt: Isolierung mit Holzkohle und Kühlung durch Wasserverdunstung auf dem Dach. Die zahmen Tommys und das Impala grasen auf der Wiese und betteln die Gäste um Brot an. Am anderen Flussufer liegt ein Krokodil in der Sonne. Die Flusspferdmutter bewacht ihr Baby, was immer im Wasser bleibt. Sie bleiben die ersten 6 Wochen abseits der Herde. Hippobabys werden auch unter Wasser gesäugt, Augen und Nase verschliessen sich automatisch beim Trinken, auch später an Land. Ein kleines Paradies haben wir hier gefunden. Nach der Siesta geht es zum Gamedrive mit unseren beiden Guides, wir sind übrigens immer allein im Auto. Es ist ein kalter Wind der über die Savanne weht, wir sehen Hyänen, Schakale, viele Gnus und Topis, die Löwen halten sich im Gebüsch versteckt. Twollo und David fahren uns zur Leopard Gorge: Eine Auffaltung des Riffgebirges mitten in der Savanne, eine Minischlucht die ungefähr 500 m lang und 20 m breit ist, oft werden hier Leoparden gesehen; ich habe hier aber noch nie Einen gesehen. Trotzdem ein schöner Platz, der wie verzaubert wirkt, vor allem wenn man allein ist. Wir machen unseren Sundowner und sehen die Sonne über dem allgegenwärtigen Riffgebirge untergehen und als wir zurückfahren durch eine Landschaft wie aus dem Afrika-Bilderbuch, wird es wärmer; der Wind ist weg. Zurück im Camp ist am Wasserloch noch viel los, die Flusspferde kommen aus dem Wasser, nur die Mutter mit dem Baby bleibt noch drin. Zum Abendessen kann man mit Sandalen gehen, es ist nicht kalt und es gibt ein gutes Menü; italienisch mit Fisch. Dann sitzen wir noch am Feuer und schauen was im Fluss noch passiert, die Baumfrösche quaken und irgendwann lassen wir uns zum Zelt eskortieren. In der Nacht hören wir Löwen brüllen und die Flusspferde unter uns im Wasser.



Elefantenfamilie


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Kommentare

  • RdF54

    Wieder eine Traumtour von Euch, die bei mir gleich Bilder Ostafrikas vor meinem geistigen Auge erschienen läßt - träum ... :-)

    LG Robert

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