Mit der Vogelfluglinie nach Kopenhagen

Reisebericht

Mit der Vogelfluglinie nach Kopenhagen

Reisebericht: Mit der Vogelfluglinie nach Kopenhagen

Vorweg gesagt: Ob die Zugvögel tatsächlich auf ihrem Weg in den warmen Süden die sogenannte Vogelfluglinie fliegen, weiß zumindest ich nicht genau. Bekannt ist allerdings die Besonderheit der gleichnamige Eisenbahn- und Fährverbindung von Hamburg nach Kopenhagen, dem Ziel dieser kurzweiligen Zweitagesreise.
Zu Lande, zu Wasser und in der Luft – lesen Sie auf Seite 2: Kopenhagen Stadtbesuch

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Hamburger Hafen

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Wenn Züge schwimmen lernen...

Wenn Züge schwimmen lernen...

Nach einem erlebnisreichen Tag in Hamburg beginnt die Reise frühmorgens mit der Fahrt in Richtung Ostseeküste. Für die Regionalbahn ist in Puttgarden Schluss. Nicht jedoch für die Züge des Fernverkehrs, die auf die mehrmals stündlich verkehrenden Fähren der Scandlines verschifft und dann zum gegenüberliegenden Ufer in Rödby (Dänemark) transportiert werden. Nächster Halt nach Abfahrt in Puttgarden ist dann also „Fähre“ – und das steht wirklich so auf den Informationsbildschirmen im ICE-TD, der soeben aus Hamburg eingetroffen ist und mich bis nach Kopenhagen fahren soll. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass der ICE auch einmal seine Gefilde verlässt und schwimmen lernen wird? Im Bauch des Schiffes ist dann, wahrscheinlich aus Sichereitsgründen, aussteigen angesagt. Gut so, lässt sich doch vom Deck des Schiffes die 45-minütige Überfahrt über den Fehmarnbelt so auch viel besser genießen. Ein bisschen Kreuzfahrtgefühl kommt auch auf: Zwar nicht ganz so wie auf der AIDA, aber immerhin finden sich hier Duty-Free-Shops und ein Restaurant.

Kopenhagen, Meer & mehr

Fünf Minuten vor Ankunft des Fährschiffes in Rödby begebe ich mich wieder in seinen Bauch, wo der ICE-TD bereits einsteigbereit auf seine Fahrgäste wartet. Erstaunlich ist die Tatsache, dass ich kurz nach Abfahrt in Rödby zwar nach dem Ausweis, nicht aber der Fahrkarte gefragt werde. Das soll sich bis Kopenhagen auch nicht mehr ändern. Mal wieder 14 Euro umsonst in die Bahn investiert. Aber das macht man doch gerne. Die Fahrt verläuft ruhig, bis in Nyköbing eine Handvoll Dänen in den Zug steigt, dass einem übel wird. Letzteres vor allem wegen deren Lunchpaket, das aus Brötchen und übel riechenden Käsestreifen besteht. Diese innerdänische Relation scheint so gut ausgelastet zu sein, dass in Nyköbing ein zweiter Zugteil bis nach Kopenhagen beigestellt wird. Ein Besuch im BordBistro verläuft wortwörtlich nüchtern, werden anders als bei den innendeutschen ICE-Zügen hier nur Getränke, Schokoriegel und Croissants angeboten. Verwertbare Nahrung sucht man hier also vergebens und ich muss mich mit einem Cappuccino zufrieden geben. Für internationale Fahrgäste der ersten Klasse werden im Zug kostenlose Genussgutscheine über ein Getränk und Snack nach Wahl gereicht, deren Einlösung jedoch an Sprachbarrieren scheitert: Die Bedienung im BordBistro spricht scheinbar nur Deutsch, sodass ein ausländischer Gast beim Versuch einer Bestellung nur dankend abwinkt.

Überpünktlich wird Kopenhagen erreicht. Der Bahnhof selbst macht Dank Flachbildschirmen und gutem Bauzustand einen modernen und vor allem sauberen Eindruck. Nur bei den Toiletten im Untergeschoss wurde etwas gespart. Die großzügige und lichtdurchflutete Empfangshalle stammt aus dem Jahre 1911 und verleiht dem Københavns Hovedbanegård, wie er auf Dänisch heißt, ein monumentales Bild.

Ab Hauptbahnhof fahren die modernen, aber wenig fotogenen Öresundzüge zum Flughafen Kastrup und weiter über die Öresundbrücke nach Malmö ab. Was von außen „ulkig“ aussieht, verspricht innen hohen Fahrkomfort und große Laufruhe, wie man sie sich in der Heimat auch manchmal wünscht. Die sogenannten Gumminasentriebzüge fahren übrigens sowohl in elektrischer- wie auch in Dieseltraktion. Beides zusammen scheint auch zu gehen. Neben den knallroten S-Bahnen finden sich hier auch internationale Züge wie der CNL und der schwedische Hochgeschwindigkeitszug.



Fähre Scandlines

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Kommentare

  • DoerteBrilling

    Der Weg ist das Ziel! ;-)

  • RdF54

    Was für ein Week End Erlebnis ...! :-)
    Dein Schreibstil bringt es gut rüber!

    LG Robert

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