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Preisverleihung: Goldene Palme 2016: Die besten Reisen

230 Bewerbungen konkurrierten um die Goldene Palme 2016. Eine Jury aus erfahrenen Touristikern bewertet die Angebote aus den Kategorien "Rund- und Studienreisen", "Aktiv- und Abenteuerreisen", "Kurz-, Städte- und Genießerreisen". Die Grüne Palme geht an ein integratives Hotelprojekt

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Rund- und Studienreisen
© Aaron Foster/Getty Images
Rund- und Studienreisen
1. Platz: Australien - Kontinent mit vielen Gesichtern/ Studiosus Reisen / 83 Punkte

Rottnest Island liegt eine kurze Fährfahrt von Perth entfernt und ist doch eine eigene Miniwelt an der australischen Westküste. Tausende Quokkas, Kleinkängurus, teilen sich das Terrain mit rund 200 Menschen. Nur Autos gibt es keine, und so radeln die Teilnehmer dieser Reise über das Inselchen mit seinen 63 Stränden. Wie man Australien ganz nah erleben kann und dabei auch die Klassiker zu sehen bekommt, zeigt diese Rundtour. Bei einem Buschspaziergang im Süden erklärt ein Ureinwohner die traditionelle Medizin seines Stammes. Der Uluru wird bei Sonnenaufgang zu Fuß umrundet. Über Hängebrücken und Holzstege geht es durch den Regenwald. Die Reise deckt ganz Down Under ab, alle Highlights sind vertreten, doch an jeder Station gibt es eine außergewöhnliche Begegnung: mit dem Flying Doctor Service im Outback, bei einem Barbeque am Strand, auf Weinproben, mit deutschen Auswanderernoder mit einem Kenner des Great Barrier Reef. Auch Melbourne und Sydney sind dabei. Die Reisenden entdecken den fünften Kontinent viel intensiver als bei einer gängigen Rundreise – weswegen die Jury ihre hohen Punktzahlen vergab

22 Tage ab 6990 €, Tel. 00800-24 02 24 02, www.studiosus.com
Rund- und Studienreisen
© Jeremy Richards/Dreamstime
Rund- und Studienreisen
2. Platz: Indien - Perspektivwechsel: Projekte und Begegnungen / A & E Erlebnisreisen / 80 Punkte

Wie lebt und überlebt in Delhi ein Straßenkind? Wie schaffen es Frauen in Rajasthan, von ihrem traditionellen Handwerk zu existieren? Und was steckt dahinter, wenn der Stamm der Bishnoi ungestraft Opium anbaut? Indien betört und verstört Reisende mit seinem Farbrausch, mit dem überbordenden Reichtum seiner vielen Kulturen – auch diese Seite ist Bestandteil der Reise. Eine Gesellschaft im Umbruch ist zu erleben: Projekte in Dörfern und Slums, von Landfrauen, Schulen, Handwerkern. Sie arbeiten für sauberes Wasser und Bildung, für Naturschutz und Strom aus Solarenergie. Die kleine Gruppe, maximal neun Personen, reist im Wechsel zwischen dem magischen und dem Alltags-Indien. Dies hat die Jury besonders überzeugt.

16 Tage ab 2990 €, Tel. 040-27 14 34 70, www.ae-erlebnisreisen.de

Rund- und Studienreisen
© Christian Sefrin/Via Verde
Rund- und Studienreisen
2. Wanderstudienreise Äthiopien / Via Verde - Entdecken und Reisen / 80 Punkte

Im Norden Äthiopiens zeigt die Natur ein biblisches Antlitz. Ein Land der Berge und Hochplateaus, mit Heidelandschaften und Gebirgstälern, tropischem Tiefland und einem der ursprünglichsten Seen Afrikas. Und mit Bauten, die an Wunder grenzen: den Felsenkirchen von Lalibela. Der Geograph und Naturschützer Christian Sefrin hat drei Jahre in Äthiopien gelebt und gearbeitet. Auf seinen Kontakten und Kenntnissen baut diese Wanderreise auf. Sie führt von der Hauptstadt Addis Adeba mit ihren krassen sozialen Gegensätzen in den Nordosten. Die Teilnehmer sollen sich Zeit lassen auf ihrer gut 1700 Kilometer langen Rundtour: für Wanderungen und Aufenthalte in Dörfern, bei ökotouristischen Modellprojekten wie der "Lalibela Hudad Lodge", bei Entwicklungsprojekten und Kaffeebauern. Die Reisenden übernachten mal in Selbstversorger-Herbergen mit Eimerdusche, in einfachen Landhotels, aber auch in einem Nachbau des Kaiserpalasts in der Stadt Ankober. Die Jury lobte besonders die intensive Zusammenarbeit des Veranstalters mit Familien und kleinen, nachhaltig arbeitenden Unternehmen im Land.

18 Tage ab 3160 €; Tel. 0228-92 61 63 90, www.viaver.de
Aktiv- und Abenteuerreisen
© Frank Heuer/laif
Aktiv- und Abenteuerreisen
1. Platz: Mythos Mekong / China by Bike / 88 Punkte

Auf dem Fahrrad kommt man der Natur und den Menschen nahe wie mit keinem anderen Verkehrsmittel – gerade in Asien, wo das Rad immer noch eines der verbreitetsten Fahrzeuge ist. Am sagenumwobenen Mekong leben Tibeter, Chinesen, Laoten, Kambodschaner, Vietnamesen – und viele kleine, unbekannte Ethnien. Strampelnd – auf Markenrädern – folgen die maximal 14 Teilnehmer dieser Reise dem rund 4500 Kilometer langen Fluss, 90 Tage lang von der tibetischen Grenze zum Mekong-Delta. Die Hälfte seines Verlaufs fließt er durch China, durch enge Schluchten, umgeben von Bergen mit Schneekappen. Selten geht die Fahrt direkt am Ufer entlang, häufig über raue Wege und Landsträßchen, durch Felder und Dörfer, zwischen 25 und gut 125 Kilometer pro Tag. Der Fluss, heißt es in der Ausschreibung, dient "als geographischer Pfeil Richtung Süden". Die Radler lernen Lebensweisen kennen, die der Fluss prägt, über Landes-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Ein einmaliges Abenteuer, lobte die Jury, und eine seltene Gelegenheit, Asiens viele Gesichter aus der Nahdistanz und über Monate hinweg zu entdecken.

90 Tage ab 8995 € (ohne Flüge); Tel. 030-622 56 45, www.china-by-bike.de
Aktiv- und Abenteuerreisen
© Sara Niwa, Hauser Exkursion
Aktiv- und Abenteuerreisen
2. Platz: Japan Aktiv: Berge, Vulkane und Buddhismus / Hauser Exkursionen / 82 Punkte

Auf dem Nakasendo marschierten und ritten vor Jahrhunderten Samurai, Pilger, Händler, Mönche und Kuriere. Die „Straße durch die zentralen Gebirge“ verband die Kaiserstadt Kyoto mit Tokio, damals Edo. Teile des historischen Handelsweges blieben erhalten oder wurden restauriert. Auf dieser Reise setzen die Teilnehmer ihre Schritte in die Fußstapfen der Reisenden von einst. Sie kommen zu alten Raststationen, wo noch immer Tee serviert wird, in Bergdörfer, die von Bewässerungskanälen, Gemüse- und Reisfeldern umgeben sind. Und zu den heißen Quellen, in denen sich Affen entspannen. Die Wanderer stärken sich für die Strecke nicht allein mit Sushi, sondern auch mit marmoriertem Rind, Fisch, Wildpilzen und Kräutern sowie Japans bestem Reis aus der Präfektur Fukui. Die Reise erschließt die Vielfalt und Schönheit Japans auf intensive Weise, urteilte die Jury.

18 Tage ab 4350 €, Tel. 089-235 00 60, www.hauser-exkursionen.de

Aktiv- und Abenteuerreisen
© Bruno Morandi/Laif
Aktiv- und Abenteuerreisen
3. Platz: Nepal - an den Hängen des Himalayas / China by Bike / 78 Punkte

Trekker und Bergsteiger himmeln das kleine Land zwischen Tibet und Indien an. Radfahrer hingegen machen sich hier rar – womöglich, weil es noch zu entdecken gilt, wie ideal sich die alten Handels- und Passstraßen für Zweiradtouren eignen. Die Etappen auf dieser Reise sind ganz unterschiedlich angelegt: mal nur 14 Kilometer, damit Zeit bleibt, buddhistische oder hinduistische Tempel und Paläste zu besuchen; dann wieder – die Königsetappe – 125 Kilometer über die zentralnepalesische Bergkette bis in die nordindische Tiefebene. Angesteuert werden Marktflecken aus der Zeit der alten Handelsrouten, Klöster und Heiligtümer und mythische Stätten wie Lumbini, Geburtsort des historischen Buddha. Der Tribhuwan Highway mit vielen engen Serpentinen gilt als eine der faszinierendsten Bergstrecken Asiens. Danach folgt als Erholung ein Tag im Nationalpark Chitwan mit einer Wanderung; überhaupt sind immer wieder Ruhetage vorgesehen, damit die radelnden Teilnehmer Zeit und Muße haben, die Kultur- und Naturschätze Nepals zu besuchen. Am Ende dürfte die Reisegruppe Nepal auf sehr ungewöhnliche Weise kennengelernt haben, was die Jury bei ihrer Bewertung hervorhob.

25 Tage ab 3395 € (ohne Flüge); Tel. 030-622 56 45, www.china-by-bike.de
Kurz-, Städte- und Geniesserreisen
© Sapio/Kulinarische Entdeckungsreisen
Kurz-, Städte- und Geniesserreisen
1. Platz: Emilia - Sonderreise mit Hausmacher-Metzgereikurs / Sapio-Reisen / 73 Punkte

Nach dem Frühstück geht es an die Arbeit: die Messer wetzen, das Wasser aufheizen, Schüsseln und Zuber bereitstellen. Hier wird geschlachtet, ein Schwein der edlen und seltenen Rasse Nera Parmigiana. Die Reisegruppe ist zu Gast bei Massimo Spigaroli, Metzger und Koch in der Emilia-Romagna, wo der Culatello di Zibello produziert wird, einer der feinsten Schinken, die man in Italien findet. Und weil vor dem Schinken das Schlachten steht, dreht sich fünf Tage lang alles um die alte Handwerkskunst und Tradition der Hausschlachtung. Die Teilnehmer erleben mit, wie der Metzger das Schwein fachgerecht zerlegt und salzt, welche Teile sich für welche Art von Würsten und Salamis eignen, wie gewürzt wird – und natürlich auch, wie frische Würstchen und Rippchen vom Grill schmecken. Denn zum Schlachten gehört immer auch ein großes Festessen, das sich über einen ganzen Nachmittag und Abend hinziehen kann. Eine sehr handfeste Reise, urteilte die Jury, die den Reisenden die Tradition einer der kulinarisch interessantesten Regionen Italiens erschließt.

6 Tage ab 1798 € (ohne Anreise); Tel. 030-25 56 29 35, www.sapio.de
Kurz-, Städte- und Geniesserreisen
© Hannes Nierderkofler
Kurz-, Städte- und Geniesserreisen
2. Platz: Adventszauber in Südtirol / Dem Wein auf der Spur/ 64 Punkte

Noch keine Idee für das Festessen zu Weihnachten? Auf dieser Reise können sich die Teilnehmer nicht nur Inspiration dafür holen, sondern auch gleich das nötige Know-How. Beim Sternekoch Peter Girtler lernen sie ein „Weihnachtsgaladinner in vier Gängen“ zuzubereiten. Genuss in „Slow Food“-Manier, der aus Italien stammenden Bewegung für Qualitätsküche und -produkte, ist das Motto dieser Reise: Man ist zu Gast bei einem Züchter von Brillenschafen, die es ohne Slow Food wohl nicht mehr gäbe; man besucht den Käseaffineur Hansi Baumgartner und verkostet typische Weine der Region. Ein feiner Einblick in die Südtiroler Genuss- und Weinwelt, lobte die Jury.

4 Tage ab 995 € (ohne Anreise); Tel. 06241-92 54 56, www.weinspuren.de
Kurz-, Städte- und Geniesserreisen
© Georg Knoll/Laif
Kurz-, Städte- und Geniesserreisen
3. Platz: Das Erbe von Yörüken / Lupe Reisen / 63 Punkte

Aus Weintrauben machen sie Sirup, aus Granatäpfeln einen Essig, Oliven und Paprika werden eingelegt. Sie wissen, wie man aus Gemüse und Gewürzen Trockenpulver herstellt, das man Monate später mit heißem Wasser zu einer Suppe aufgießt: Die Volksgruppe der Yörüken braucht für ihre halbnomadische Lebensweise (die ein Teil noch immer pflegt) haltbare Lebensmittel – und stellt sie nach alten Rezepten selbst her. Im Sommer ziehen die Yörüken mit ihren Ziegen- und Schafherden in die lykischen Berge im Hinterland der türkischen Südküste, die Winter verbringen sie in der Nähe des Meeres. Die Teilnehmer dieser Reise sind bei Yörüken zu Besuch, sie wandern auf den alten Nomadenpfaden, helfen bei Arbeiten in den Dörfern und bei der Olivenernte. Auf der waldreichen und gebirgigen Halbinsel zwischen Antalya und Fetiye pflegen die Yörüken ihre Traditionen und versuchen, sich Perspektiven für die Zukunft aufzubauen, etwa mit Forellenzucht und Gewächshaustomaten. Eine Reise mit intensiven Begegnungen, befand die Jury, bei der man eine stolze und gastfreundliche Kultur kennenlernt.

10 Tage ab 1320 €; Tel. 02241-84 46 50, www.lupereisen.com
Die Grüne Palme: Der Preis für sanften Tourismus
© Jutta Geisenhofer
Die Grüne Palme: Der Preis für sanften Tourismus
Grandhotel Cosmopolis bringt in Augsburg Flüchtlinge und Urlauber unter ein Dach

Das Grandhotel Cosmopolis bringt Urlauber und Flüchtlinge unter ein Dach und schafft das, was auch Reisen im besten Fall bedeutet: das Fremde zu entdecken, Nähe herzustellen. Eine Gruppe von Künstlern hat in Augsburg dieses kleine Wunder vollbracht. DIE GRÜNE PALME verleihen wir den Betreibern des Grandhotels nicht nur für ihr soziales Engagement. Sie stehen stellvertretend für etwas, das Menschen auf Reisen und auch Reiseveranstalter oft bewegt und beschäftigt: Respekt vor fremden Kulturen, Mitmenschlichkeit. Noch dazu haben es die „Cosmopolisten“ geschafft, das Hotel nicht nur zu eröffnen, sondern über die Jahre immer wieder aufs neue mit Leben zu füllen: Konzerte, Vorträge, Aktionen, Ausstellungen, Nachbarschaftsfeste. Inzwischen sind die Gründer als gut gebuchte Redner selbst zu Reisenden geworden und nach wie vor verblüfft, was ihr Projekt auslöst. Delegationen besichtigen das Haus. Gruppen in Wien, Graz, München, Hamburg, Berlin, Warschau wollen Ähnliches auf die Beine stellen: eine Unterkunft für Reisende, die eine Alternative zu langweiligen, anonymen Kettenhotels suchen, ein Refugium für Flüchtlinge, die hier vorübergehend zur Ruhe kommen können und ganz nebenbei Sprache und Kultur kennenlernen. Für alle gemeinsam: eine Heimat auf Zeit.

GRANDHOTEL COSMOPOLIS, Springergässchen 5, Tel. 0821-45 08 24 11, www.grandhotel-cosmopolis.org; DZ 60 € (Dusche/WC extra), Bett im Hostel 16 € www.grandhotel-cosmopolis.org
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DIE REGELN:
Jedes Jury-Mitglied vergibt pro Reise 0 bis 10 Punkte, bewertet werden dabei: die Originalität eines Konzepts und das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Reiseverlauf und die Ausflüge, die Durchführbarkeit und die Frage, wie sicher die gewählte Destination ist. Bei Reisen aus dem eigenen Haus muss sich der Juror enthalten. Um in diesen Fällen dennoch auf dieselbe Anzahl abgegebener Stimmen zu kommen, wird zum Ergebnis der übrigen Juroren die durchschnittliche Punktzahl der Bewertungen addiert.





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