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Klimaschutz im Fußball: Grüner kicken

Der Fußball hat den Klimaschutz für sich entdeckt. Gut so. Das Energiesparpotenzial ist enorm

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Samstagnachmittag, 15:30 Uhr. Bundesliga. Wie ist die Lieblingsmannschaft drauf? Stimmt die Leistung? Hat der Gegner einen spektakulären Neuzugang? Solche Fragen beschäftigen Fußball-Fans.
Aber Energieverbrauch? Nachhaltigkeit? CO2-Fußabdruck?

Dabei lohnt sich ein Blick auf die Klimabilanz der schönsten Nebensache der Welt:


  • Das größte der 18 deutschen Stadien der ersten Liga, der Signal Iduna Park in Dortmund, fasst mehr als 80.000 Besucher und verbraucht nach BVB-Angaben im Spielbetrieb bis zu 3,5 Megawatt elektrische Energie - so viel wie eine kleine Fabrik.
  • In der Saison 2009/10 fuhren durchschnittlich 42.000 Zuschauer zu den Spielen der Bundesliga. Und wieder zurück. Insgesamt waren es 17,4 Millionen Besucher.
  • Im Winter werden die Plätze der 1. und der 2., teilweise sogar der 3. Liga mit Rasenheizungen eisfrei gehalten. Oft muss das Grün sogar noch mit einer speziellen Lichtanlage beleuchtet werden - damit es grün bleibt.
  • Allein die Damen-WM 2011 in Deutschland verursachte geschätzte 41.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen.


Voller Einsatz - auch für den Klimaschutz? (Foto von: picture alliance/DeFodi )
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Voller Einsatz - auch für den Klimaschutz?

Das Thema Energiesparen im Fußball hat Potenzial. Und darum steht es spätestens seit der WM 2006 auf der Agenda des Weltfußballs. Damals rief der Weltfußballverband Fifa die "Green-Goal"-Initiative ins Leben. Ziel waren vor allem eine Senkung des Energieverbrauchs in den zwölf WM-Stadien, ein sparsamer Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von Müll. Statt in Einwegbechern schenkten die Caterer ihre Getränke in Pfandbechern aus. Immerhin, ein Anfang.

Seither hat sich viel getan. Und das aus gutem Grund. Es geht nicht nur um Verantwortung, sondern schlicht um Geld. "Der ökologische Aspekt ist zu einem großen Teil auch ein ökonomischer", sagt Stephan Bandholz, Leiter des Stadionbetriebs in der Mainzer Coface-Arena. Seit drei Monaten ist das Stadion in Betrieb, der Erstligist 1. FSV Mainz 05 schmückt sich mit dem Titel "erster klimaneutraler Bundesligaverein".


Geht doch: "klimaneutraler" Fußball

Möglich macht das ein Nachhaltigkeitskonzept des Öko-Instituts Darmstadt und die Zusammenarbeit mit dem Hauptsponsor, dem Ökostromanbieter Entega. In der neuen Arena gibt es eine Gebäude-Leittechnik, um die Heizung und die Belüftung effizient steuern zu können. Beim Bau wurde darauf geachtet, dass der Rasen auch im Winter genug Licht bekommt. So hoffen Bandholz und sein Greenkeeper auf eine energiefressende Rasenbeleuchtungsanlage verzichten zu können. Die Rasenheizung, die einen eisfreien Spielbetrieb auch im Winter ermöglichen soll, wird mit Fernwärme betrieben. Und sie ist so regelbar, dass nur dort geheizt wird, wo die Wintersonne nicht hinkommt. Der Strom für das Stadion, die Geschäftsstelle, den Fanshop und das Catering kommt vom Ökostromanbieter. "Wir versuchen zuerst, CO2-Ausstoß zu vermeiden. Was wir nicht vermeiden können, kompensieren wir. Etwa durch Aufforstungsmaßnahmen in Kanada", erläutert Bandholz.

Auch andere Stadien rüsten sich für das Zeitalter des Klimawandels. Das Bremer Weserstadion wurde jüngst mit der größten gebäudeintegrierten Photovoltaikanlage Deutschlands ausgerüstet. Sonnenstrom fließt auch von den Dächern der Arenen in Freiburg, Kaiserslautern, Dortmund und Nürnberg. Die Augsburger nutzen in ihrer SGL arena klimaschonende Geothermie, um ihrem Rasen das Wurzelwerk zu wärmen. Der Hamburger SV bezieht seit dem vergangenen Jahr Ökostrom, ebenfalls von Entega. Und nach der laufenden Sanierung soll die Imtech Arena der Hanseaten rund ein Drittel weniger Strom verbrauchen.



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