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Apnoe-Taucher Guillaume Néry: Kurzfilm "Ocean Gravity": schwerelos im Meer

Sie sind mächtiger als der Rhein oder der Amazonas. Und doch sind sie weitgehend unsichtbar: Meeresströme wirken und wirbeln unter der Oberfläche der Ozeane. Ein neues Video von Guillaume Néry macht sie auf spektakuläre Weise sichtbar


Tosende Wellen erscheinen als Urgewalt und sind doch nur oberflächliches Geplänkel. Ströme von weit größerer Kraft wälzen sich tief unter dem Meeresspiegel durch die Ozeane. Weitgehend unsichtbar, sind sie als Naturgewalten im menschlichen Wahrnehmungsraster allerdings kaum präsent. Eindrucksvoll visuell werden die Meeresströme im neuen Video "Ocean Gravity" des Apnoe-Tauchers Guillaume Néry und seiner Frau Julie Gautier.



Der Titel des Kurzfilms referiert nicht umsonst an das oscarprämierte Weltraumdrama „Gravity“: Wie ein verlorener Astronaut schwebt Néry mit durch das Wasser. Gedreht wurde das Video im „Tiputa Pass“ – einem unter Tauchern wegen seiner reißenden Strömung legendären Abschnitts des Rangiroa-Atolls im Südpazifik.


130-mal so viel Wasser wie sämtliche Flüsse zusammen


Welche ungeheuren Kräfte im Inneren der Meere wirken, wird klar, wenn man sie mit denen von Amazonas oder Mississippi vergleicht. Zum Beispiel den antarktischen Zirkumpolarstrom, das gewaltigste Fließband im Ozean. Ungebremst von den Kontinentalmassen, umschließt er ringförmig die Antarktis und bildet einen gewaltigen Kreisverkehr, der sich im Uhrzeigersinn um den ganzen Planeten dreht. So verbindet er den Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean miteinander und entrückt die Antarktis dem Rest der Welt. Dabei transportiert er schätzungsweise 130-mal so viel Wasser wie sämtliche Flüsse der Kontinente zusammen: unvorstellbare 130 Millionen Kubikmeter pro Sekunde. Oder 130 Sverdrup, wie die physikalische Einheit für den Volumenfluss im Meer nach einem norwegischen Ozeanographen heißt. Neben Wasser befördern Meeresströmungen Energie. In ihren obersten drei Metern speichern sie so viel wie die gesamte Erdatmosphäre. Damit erstreckt sich ihr Einflussbereich weit über den Ozean hinaus bis auf die Kontinente und prägt dort das Klima. Forscher schätzen, dass etwa der Golfstrom 1,3 Milliarden Megawatt über den 25. Breitengrad nach Norden bringt – das ist die Leistung von einer Million Großkraftwerken.


Videos seiner Tauchgänge machten Guillaume Néry berühmt


Spektakuläre Kurzfilme von seinen Tauchgängen haben Apnoe-Taucher berühmt gemacht. Das Video "Free Fall", das Néry und Gautier 2010 ebenfalls gemeinsam drehten, ist bis heute mehr als 20 Millionen Mal allein auf Youtube aufgerufen worden. Néry tauchte damals in das über 200 Meter tiefe „Dean's Blue Hole“ hinab.





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Kommentare zu "Kurzfilm "Ocean Gravity": schwerelos im Meer"

CRISTIAN | 18.02.2015 13:35

Warum nutzt der Mensch diese Kraft nicht und versichtet so ganz auf Atomanlagen und Kohlekraftwerke? Zu teuer wohl kaum! Beitrag melden!


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