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Elektrosmog: Vernetzt und verstrahlt

Weil Schüler digital besser lernen sollen, werden Schulen mit Drahtlostechnik aufgerüstet. Mediziner, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände warnen vor den Risiken der Strahlenbelastung

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Hamburg, Ende vergangenen Jahres: Im Rudolf-Steiner-Haus am Mittelweg haben sich auf Einladung des BUND rund 70 Menschen versammelt, um sich über eine unsichtbare Gefahr zu informieren. Referent ist der Diplom-Wirtschaftsingenieur und Baubiologe Michael Mumm. Sein Spezialgebiet: Elektrosmog. Heute soll es vor allem um hochfrequente elektromagnetische Felder gehen, wie sie etwa von WLAN und Bluetooth ausgehen. Das Thema ist brisant. Denn soeben hat die Hamburger Schulbehörde ein Pilotprojekt gestartet, das junge Menschen in der Hansestadt zukunftsfähig machen soll - mittels WLAN.

"Start in die nächste Generation" heißt das mit 800.000 Euro ausgestattete Unternehmen. Sechs ausgewählte Schulen sollen auf dem Weg zum digitalen Lernen mit Drahtlostechnik aufgerüstet werden. Damit Schülerinnen und Schüler sich nicht nur im Schulgebäude, sondern, so Projektleiter Michael Vallendor "auch an der Bushaltestelle" mit Lerninhalten beschäftigen können.

Michael Mumm, der sich selbst als "elektrosensibel" bezeichnet, berichtet: "Gäbe es für WLAN einen Beipackzettel, würden unter Nebenwirkungen bei dauerhafter Anwendung von mindestens fünf Jahren folgende Punkte unter 'sehr häufig' aufgeführt: Kopfschmerzen, Migräne, Schlafstörungen, Herzrasen, Konzentrationsstörungen. Bei dauerhafter Anwendung von mindestens zehn Jahren: Erschöpfung, Immunschwäche, Blutdruckstörungen." Selbst von Krebs ist die Rede. Ist der Mann ein Spinner?


Teuer erkaufter Lernerfolg? Mediziner und Umweltverbände warnen vor den Langzeitschäden hochfrequenter elektromagnetischer Felder, wie sie bei WLAN auftreten (Foto von: Roy Mehta/Iconica/Getty Images)
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Teuer erkaufter Lernerfolg? Mediziner und Umweltverbände warnen vor den Langzeitschäden hochfrequenter elektromagnetischer Felder, wie sie bei WLAN auftreten

Zumindest entspricht er nicht dem Klischee des Hypochonders oder Verschwörungstheoretikers, der sich durch außerirdische Strahlung manipuliert glaubt. Der redegewandte Vierzigjährige, der ein eigenes Ingenieurbüro betreibt und Strahlenmessungen anbietet, berichtet von Erfolgen aus seiner Beratungspraxis, von Dutzenden internationalen Studien, die ihm Recht geben. Er weist darauf hin, dass selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO die von Handys und anderen Funkgeräten ausgehende Strahlung seit 2011 als "möglicherweise krebserregend" einstuft.

Genüsslich zitiert Mumm auch die Einschätzung eines großen Rückversicherers. Die Swiss Re stufte 2013 das Risiko durch bisher unbekannte Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung als "hoch" ein. An dieser Stelle, so Mumm, könne er seinen Vortrag eigentlich beenden. Denn Versicherungen kalkulieren Risiken ohne Rücksicht auf Lobbyinteressen, Hysteriker und Hypochonder.

Tatsächlich ist die Liste der Institutionen und Verbände lang, die mittlerweile vor den Folgen elektromagnetischer Strahlung warnen. Darunter Ärzte, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände.

"Kurz- und langfristige Schädigungen"
Die Europäische Umweltagentur (EEA) nahm 2013 die Mobiltelefonie aufgrund des Forschungsstandes in ihren Risikokatalog auf. Und der BUND warnt in einem Grundsatzpapier zum Thema: "Die Gesundheit der Menschen nimmt Schaden durch flächendeckende, unnatürliche Strahlung mit einer bisher nicht aufgetretenen Leistungsdichte. Kurz- und langfristige Schädigungen sind absehbar und werden sich vor allem in den nächsten Generationen richtig manifestieren." Als Konsequenz fordert der Umweltverband in Innenräumen einen Vorsorgewert von einem Mikrowatt pro Quadratmeter für hochfrequente Strahlung. Zum Vergleich: Die Belastung durch WLAN an einem Arbeitsplatz neben einem Accesspoint kann um das 2500-Fache höher sein.


In der Hamburger Schulbehörde verlässt man sich unterdessen auf Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Dort heißt es: "Bei Einhaltung der empfohlenen Höchstwerte sind nach derzeitiger Kenntnis keine gesundheitlich nachteiligen Wirkungen auf Körpergewebe nachgewiesen." Der entscheidende Punkt: "nach derzeitiger Kenntnis". Die EEA weist darauf hin, dass manche Krebsarten 20 Jahre oder länger zur Entstehung brauchen. Langzeitstudien zum Thema gibt es bislang keine. Und Ellen Kruse von der Arbeitsgemeinschaft Elektrosmog beim BUND weist auf einen blinden Fleck in der Grenz- oder Höchstwertdebatte hin: "Dieser Wert berücksichtigt nur thermische Effekte, also die Erwärmung. Die biologischen Wirkungen, die schon bei geringer Strahlung auftreten, werden in der Grenzwert-Diskussion außer Acht gelassen."

Unterdessen hat das oberste italienische Verwaltungsgericht schon einmal juristische Fakten geschaffen. Im Jahr 2012 entschied es zu Gunsten eines Geschäftsmannes, der an einem gutartigen Tumor am Kopf erkrankt war, einem sogenannten Akustikneurinom. Der Mann hatte zwölf Jahre lang dienstlich mit dem Handy telefoniert und sah darin die Ursache für den Tumor. Das Gericht gab ihm Recht. Die gesetzliche Unfallversicherung musste zahlen.

Beim Thema "Risiken durch Elektrosmog" verweist der Hamburger Projektleiter und Pädagoge Michael Vallendor dagegen auf Angaben und Empfehlungen der Hersteller: "Bei uns kommt die beste Technik zum Einsatz. Als Pädagoge verlasse ich mich auf die Leute, die die entsprechenden Datenblätter wälzen."


"Vorsorge muss im Vordergrund stehen"
Ellen Kruse vom BUND reicht das nicht. Sie weist darauf hin, dass Studien schädliche Auswirkungen besonders auf den Fötus, auf Säuglinge und Heranwachsende nahelegen. Und sieht das Vorsorgeprinzip verletzt: "So lange nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob hochfrequente elektromagnetische Felder für Menschen schädlich sind, muss die Vermeidung und Reduktion von Strahlung im Vordergrund stehen."

In einer Resolution des Umweltausschusses des Europarats aus dem Jahr 2011 heißt es sogar: "Sämtliche Handys, DECT-Telefone oder W-LAN-Systeme sind in Klassenzimmern und Schulen zu verbieten, wie dies auch von einigen regionalen Behörden, medizinischen Berufsverbänden und Bürgerinitiativen gefordert wird." Selbst das Bundesamt für Strahlenschutz hält sich ein Türchen in Richtung Vorsorge offen. Und empfiehlt generell, "die persönliche Strahlenbelastung zu minimieren, um mögliche, aber bisher nicht erkannte gesundheitliche Risiken gering zu halten."

Seinen Vortrag im Hamburger Rudolf-Steiner-Haus schließt der Baubiologe Michael Mumm mit Praxistipps. Denn die persönliche Strahlendosis zu reduzieren, sei ganz einfach: "Kabel statt WLAN, Router ausschalten, wenn er nicht gebraucht wird, Schnurtelefone nutzen." Für Projektleiter Michael Vallendor ist das allerdings keine Lösung. Denn Teil des pädagogischen Konzepts sei ja gerade das ortsungebundene Lernen via Internet. "Versuchen Sie mal, ein Smartphone mit einem Kabel mit dem Internet zu verbinden."




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Kommentare zu "Vernetzt und verstrahlt"

Frank Müller | 25.04.2015 13:23

Nachdem nun die hochbrisanten Fakten über die Schädlichkeit von WLAN ans Tageslicht gebracht wurden, freue ich mich schon auf den nächsten Enthüllungsartikel über Chemtrails und den Krieg, den die Reptilioiden unter unseren Füßen führen. Beitrag melden!

renate meyer | 12.04.2015 22:10

Der Projektleiter der Schulbehörde, Michael Vallendor,der für die technische Umsetzung an den 6 hamburger Versuchsschulen"digitale Medien im Unterricht" verantwortlich ist, scheint mir technisch wenig kompetent und etwas weltfremd zu sein.
Wie käme er sonst auf die Idee, dass sich Schüler an der Bushaltestelle mit Lerninhalten beschäftigen würden? Dafür können sie dann aber, Dank der auf Höchstleistung dauerstrahlender WLAN-Routern in allen Klassenräumen, ihre Nachrichten auf Facebook usw. im Unterricht checken... Das nennt die Schulbehörde dann "Medienkompetenz".Übrigens hat man schon festgestellt, dass Smartphones für
Unterrichtszwecke nicht geeignet sind. Vielleicht doch lieber ein Smartphoneverbot an Schulen - nicht nur wegen der extrem starken Funkstrahlung, sondern auch wegen der Suchtgefahr, "gläserner Schüler", Betrug bei Klassenarbeiten, Mobbing usw.?
Wenn, so wie Herr Vallendor behauptet, die beste Technik zum Einsatz gekommen wäre, warum hat man dann keine individuelle Abschaltmöglichkeit der einzelnen WLAN-Router vorgesehen? Der Grundzustand sollte "Aus" sein und nur bei Bedarf eingestellt werden, um eine dauerhafte Zwangsbefeldung aller Schüler zu vermeiden!
Das hat man aber leider nicht bedacht! Was ist denn das für ein pädagogisches Konzept, in dem die Schüler über Funktechnik lernen müssen? Selbst das Bundesamt für Strahlenschutz gibt für Schulen die Empfehlung heraus, auf WLAN zu verzichten und kabelgebundene Lösungen zu bevorzugen!
Das "moderne Lernen" ist für mich verantwortungslos und Körperverletzung.
In vielen Evaluationsberichten hat man die Sinnfreiheit vom "digitalen Lernen" schon bestätigt.
Beitrag melden!

Torsten Engelbrecht | 10.04.2015 13:05

@ Victor

Gleich Ihr Einstiegssatz - "Nicht die WHO hat 'Mobilfunkwellen' als 'potentiell kanzerogen' eingestuft, das war das IARC" - zeigt doch, wie faktenfern Sie daherkommen. Denn die Internationale Agentur für Krebsforschung, kurz IARC (von englisch International Agency for Research on Cancer) ist ja eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Von daher hat sehr wohl die WHO Mobilfunkwellen als potenziell krebserregend eingestuft.

Und auch sonst liefern Sie keinerlei Fakten für Ihre Behauptung, dass Mobilfunkstrahlung harmlos ist. Im Gegenteil, Sie schreiben im Grunde nichts als unbelegte Sätze, so wie diesen:

"Dass Beweise für die Harmlosigkeit [von Mobilfunkstrahlung] nicht existieren, ist kein 'Beweis' dafür, daß es schädlich ist", so Ihre Behauptung. Doch dieser Satz ist zunächst deswegen deplatziert, weil ich gar nicht geschrieben habe, dass das Fehlen von Beweisen für die Harmlosigkeit von Mobilfunkstrahlung automatisch einen Beweis für deren Schädlichkeit darstellt. Vielmehr ergeben sich die Belege für die Schädlichkeit, wie erwähnt, allein aus einschlägigen Studien.

Zudem ist dieser Satz von Ihnen deswegen nicht fundiert, weil es Fakt ist, dass die Beweislast beim potenziellen "Störer" liegt, in diesem Fall also bei den Mobilfunkunternehmen und den Regierungen. Doch dieser Beweis wurde eben noch nicht erbracht, womit die Errichtung des Mobilfunks ein weltweiter Großversuch an Abermilliarden Lebewesen ist.

Dass Ihr Satz nicht fundiert ist, wird auch nicht dadurch aufgehoben, indem Sie schreiben, "wenn etwas keine messbare Wirkung hat, hat es halt keine Wirkung, also auch keine schädliche". Denn natürlich hat Mobilfunkstrahlung eine messbare Wirkung. Voraussetzung ist nur, wie in dem Artikel ja auch beschrieben, dass man sich vom thermischen Dogma löst, das völlig realitätfern ist. Das scheinen Sie nur noch nicht verinnerlicht zu haben.

Dazu heißt es in dem Artikel:

"Ellen Kruse von der Arbeitsgemeinschaft Elektrosmog beim BUND weist auf einen blinden Fleck in der Grenz- oder Höchstwertdebatte hin: 'Dieser Wert berücksichtigt nur thermische Effekte, also die Erwärmung. Die biologischen Wirkungen, die schon bei geringer Strahlung auftreten, werden in der Grenzwert-Diskussion außer Acht gelassen.'" Beitrag melden!

Victor | 10.04.2015 12:12

Die WHO hat 'Mobilfunkwellen' nicht als 'potentiell kanzerogen' eingestuft, das war das iARC.
Die Quelle der zugrundeliegende Studie mit den angeblich um 40% erhöhten Gliom-Risiko wurde wohlweislich nirgends genannt, das ganze Papier drückt sich äußerst schwammig aus 'könnte evtl.' 'es kölnte vermutet werden' etc.
Das widerspricht allen bekannten Studien, u.a. in Schweden, die genau die vom iARC angesprochenen Risiken als vernachlässigbar zeigen.
Wer solche Angst vor Mobiltelefonen hat, sollte nicht in die Sonne gehen. Die Sonnenstrahlung hat nachweislich stark Kanzerogene Eigenschaften und schädigt nachweislich das Erbgut. Zudem ist sie mit ca. 1,5 kW/m2 ca. 5000 mal stärker als jedes Mobiltelefon und das in einem viel Energiereicheren Wellenlängenbereich.
Zu den 'Baubiologen': Jeder Hinz und Kunz kann sich Baubiologe schimpfen, die Bezeichnung erfordert weder Ausbildung noch Zulassung. Erfahrungsgemäß nennen sich alle möglichen Scharlatane, Wünschler, Pendler und sonstige esoterischen Spinner ohne jegliches Fachwissen 'Baubiologe'. Die Methoden dieser Leute sind i.d.R. haarsträubend, die verwendeten 'Meßgeräte' sind meistens ein Witz.
Ein 'Spezialversand' für Baubiologen wirbt mit Meßgeräten für 'E-Smog' mit Meßfehlern von mehr als 10% als 'für die Praxis ausreichend'. So etwas würde man normalerweise mit etwas Fachwissen sofort in den Müll oder dem Lieferanten an den Kopf werfen.
Der Artikel ist ein schlechter Witz.
Zum Nicht-Argument 'daß Beweise für die Harmlosigkeit' nicht existieren, ist kein 'Beweis' dafür, daß es schädlich ist. Wenn etwas keine meßbare Wirkung hat, hat es halt keine Wirkung, also auch keine schädliche. Umgekehrt müssten die, die die Schädlichkeit behaupten, beweisen, daß es diese Wirkung gibt, nicht umgekehrt.
Die Wirkung von Funkwellen ist ziemlich gut bekannt und man weiß ziemlich gut, bei welchen Sende-Leistungen es bei welchen Wellenlängen Gewebeschäden o.ä. geben kann. Sie mit Radioaktivität zu vergleichen beweist eigentlich nur das physikalische Nichtwissen der Behaupter.
Mich wundert immer wieder, daß Leute wie der Herr 'Prof. Dr. PD Dipl. Ing.' ihre Weisheiten in einer Zeitschrift für Verwaltungsrecht verbreiten, statt in einem echten Fachmagazin. Ihrer Forderung nach Beweisen könnten sie ohne weiteres Taten folgen lassen und diese einfach stichhaltig und nachvollziehbar vorlegen statt behauptungen ohne Beleg aufzustellen.
Das 'Pessimismusprinzip' ist ein Prinzip zur Selbstimmunisierung gegen jedwede Kritik an den eigenen Behauptungen, sonst nichts. Beitrag melden!

Torsten Engelbrecht | 10.04.2015 00:30

Hier noch eine brandaktuelle Studie, die im Mai 2015 in der Printausgabe des "International Journal of Oncology" veröffentlicht wird und den Titel trägt "Mobile phone radiation causes brain tumors and should be classified as a probable human carcinogen (2A)", siehe http://www.spandidos-publications.com/ijo/46/5/1865.

Damit kommen die Autoren zu dem Schluss, Mobilfunkstrahlung in der Klassifizierung der Weltgesundheithsorganisation (WHO) von derzeit 2B (= möglicherweise krebserrend) auf 2A (= wahrscheinlich krebserregend) hochgestuft werden sollte. Beitrag melden!

Torsten Engelbrecht | 09.04.2015 19:11

Dass Elektrosmog "nicht gefährlicher ist als Kaffeetrinken", wie IZgMF behauptet, ist schlicht falsch. Und genau so ist es nur als polemisch zu bezeichnen, wenn man, wie Petra D, Baubiologen pauschal als "Wünschelrutengänger" abkanzelt.

Wohlgemerkt hat selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mobilfunkwellen als „potenziell kanzerogen“ eingestuft. Und im schweizerischen Mobilfunkforschungsprogramm ebenso wie schon seit Jahren in fast allen nicht(!) industriell finanzierten Studien wurden Veränderungen von Gehirnströmen (EEG) registriert, darunter auch Zellschäden, ähnlich wie sie Radioaktivität bewirkt. „Unwiderlegbare“ Effekte mit Gesundheitsrelevanz stellte, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, 2009 die französische Strahlenschutzbehörde fest.

Was die industrienahe Forschung genau wie das IZgMF, das von der Organisation Diagnose Funk in markigen Worten als "Hetzplattform gegen Bürgerinitiativen" bezeichnet wird, dabei auch ausblenden, ist, dass eine Vielzahl an Forschungsergebnissen vorliegen, die nachweisen, dass der Mechanismus der Zellschädigung durch nicht-ionisierende Strahlung wie Mobilfunkg auf indirektem Weg erfolgt: Die Strahlung führt zu oxidativem Stress in den Zellen durch die Provokation freier Radikale.

Im Übrigen wird auch gerne übersehen, dass Beweise für die Harmlosigkeit von Mobilfunkstrahlung fehlen, genau solche aber für ein weiteres Bestreitenwollen der Gefahren unerlässlich wären. Darauf machen z.B. auch der Richter am VG a. D. Bernd Irmfrid Budzinski und Professor PD Dipl.-Ing. Dr. med. Hans-Peter Hutter in ihrem Fachartikel "Mobilfunkschäden Ansichtssache? Höchste Zeit für Beweise statt Vermutungen" aufmerksam, der in der "NVwZ - Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht", Heft 7 2014, erschienen ist.

"Denn was unstreitig biologisch wirkt, gefährdet tendenziell auch die Gesundheit – bis zum Beweise des Gegenteils („Pessimismusprinzip“)", so Budzinskis und Hutter weiter. "Und diesen Beweis hätten Regierung und Betreiber zu führen. Die Beweislast kehrt damit der Regel entsprechend zum Störer zurück." Beitrag melden!

No-zensur | 09.04.2015 18:45

Wahrer Artikel, zu selten in den Massenmedien.
Die WHO muss anhand von neuen Daten sogar überlegen, ob die krebserregende Wirkung von Mobilfunk noch weiter hochgestuft. Momentan steht er ja auf gleicher Stufe wie Blei, Nickel, Benzol, Dieselabgase, Chloroform, Aflatoxin). Denn der bekannte mobilfunkverharmloser Prof. Lerchl, jahrelang zur Freude der Industrie in leitender Position der SSK, der alles mögliche und unmögliche tat und tut (auch im mobilfunknahen Diffamierungsportal IZGMFl), um kritische Studienergebnisse zu zerreden oder als Fälschung abzutun, hat nun eine von teuren Steuergeldern finanzierte Studie veröffentlicht, die eine tumorverstärkende Wirkung auf Tiere zeigt. Das ist zwar aus vielen Zellversuchen und Tierversuchen schon lange bekannt, doch dass der Kronzeuge der Mobilfunbkindustrie nun eigene missliche Ergebnisse herausbringt, ist neu. Prof. Adlkofer, der bisher ohne Interessenskonflikten zu Mobilfunk geforscht hat, und vor über 10 Jahren schon Genschäden durch Mobilfunk unterhalb aller Grenwerte fand, hat den Sachverhalt deutlich dargelegt:
http://www.pandora-stiftung.eu/archiv/2015/stellungnahme-von-prof-adlkofer-zur-lerchl-studie.html
Wenn nicht die Bevölkerung und die Kinder zwangsweise mit schädlichen Funkstrahlungen permanent vollgedröhnt würden, wäre das ganze ja noch lustig. Vielleicht sollte mal ein Mensch vom Schlage Lerchls Lerchls neue Studie auseinandernehmen. Könnte ja gefälscht sein, und man kann sofort Entwarnung blasen. Wurde aber von Lerchl selbst eh schon: Man können nicht von Tieren auf den Menschen schließen. Die Forschungsgelder (mehrere 100.000 Euro) waren von vornherein sinnlos verbraten. Übrigens musste Lerchl unterlag Lerchl vor kurzem in einem Gerichtsprozess:
http://kompetenzinitiative.net/KIT/KIT/elisabeth-kratochvil-verklagt-professor-alexander-lerch/ Beitrag melden!

Torsten Engelbrecht | 09.04.2015 17:52

Dass Elektrosmog "nicht gefährlicher ist als Kaffeetrinken", wie IZgMF behauptet, ist schlicht falsch. Und genau so ist es nur als polemisch zu bezeichnen, wenn man, wie Petra D, Baubiologen pauschal als "Wünschelrutengänger" abkanzelt.

Wohlgemerkt hat selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mobilfunkwellen als „potenziell kanzerogen“ eingestuft. Und im schweizerischen Mobilfunkforschungsprogramm ebenso wie schon seit Jahren in fast allen nicht(!) industriell finanzierten Studien wurden Veränderungen von Gehirnströmen (EEG) registriert, darunter auch Zellschäden, ähnlich wie sie Radioaktivität bewirkt. „Unwiderlegbare“ Effekte mit Gesundheitsrelevanz stellte, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, 2009 die französische Strahlenschutzbehörde fest.

Was die industrienahe Forschung genau wie das IZgMF, das von der Organisation Diagnose Funk in markigen Worten als "Hetzplattform gegen Bürgerinitiativen" bezeichnet wird, dabei auch ausblenden, ist, dass eine Vielzahl an Forschungsergebnissen vorliegen, die nachweisen, dass der Mechanismus der Zellschädigung durch nicht-ionisierende Strahlung wie Mobilfunkg auf indirektem Weg erfolgt: Die Strahlung führt zu oxidativem Stress in den Zellen durch die Provokation freier Radikale.

Im Übrigen wird auch gerne übersehen, dass Beweise für die Harmlosigkeit von Mobilfunkstrahlung fehlen, genau solche aber für ein weiteres Bestreitenwollen der Gefahren unerlässlich wären. Darauf machen z.B. auch der Richter am VG a. D. Bernd Irmfrid Budzinski und Professor PD Dipl.-Ing. Dr. med. Hans-Peter Hutter in ihrem Fachartikel "Mobilfunkschäden Ansichtssache? Höchste Zeit für Beweise statt Vermutungen" aufmerksam, der in der "NVwZ - Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht", Heft 7 2014, erschienen ist.

"Denn was unstreitig biologisch wirkt, gefährdet tendenziell auch die Gesundheit – bis zum Beweise des Gegenteils („Pessimismusprinzip“)", so Budzinskis und Hutter weiter. "Und diesen Beweis hätten Regierung und Betreiber zu führen. Die Beweislast kehrt damit der Regel entsprechend zum Störer zurück." Beitrag melden!

IZgMF | 09.04.2015 11:58

Leider ein Beitrag, der die Realität verzerrt wiedergibt. Ist nicht falsch, was Herr Carstens da schreibt, nur eben tendenziös. Was völlig fehlt: Der starke kommerzielle Aspekt, der mit dem Schüren von Ängsten gegenüber Elektrosmog verbunden ist, viele Branchen verdienen schlechtes Geld damit, z.B. mit unnötigen Abschirmungen, Beratungen, die nur Geschäftsabschlüsse zum Ziel haben, unnötige Messungen, unnötige Behandlungen usw. Der BUND hat sich als Partner auf die Seite der Baubiologen geschlagen und schürt fleißig mit. Objektiv gesehen ist Elektrosmog nicht gefährlicher als Kaffee trinken. Wer sich nicht bei Pseudoexperten informiert, wird dies ziemlich schnell merken. Beitrag melden!

Petra D | 09.04.2015 08:32

GEO führt Wünschelrutengänger (Baubiologen) als Referenz an? Das ist einfach so unfassbar.
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