Inquisition Bernard Gui – der Mönch, der Dutzende Menschen auf den Scheiterhaufen schickte

Porträt von Bernard Gui
Wenn Bernard Gui straft, ist er davon überzeugt, verirrte Seelen zu retten. Der tiefgläubige Inquisitor trägt die Kutte des Dominikanerordens und die Tonsur eines Geistlichen, wie auf diesem Bild dargestellt. Wie genau Gui aussah, weiß heute allerdings niemand mehr
© IMAGO / Leemage
Er ist gebildet, liebt die Werke von Aristoteles – und wird zu einem der meistgefürchteten Inquisitoren seiner Zeit. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts verurteilt der Inquisitor Bernard Gui im Namen des Vatikans mehrere Hundert Menschen

Das Finsterste des finsteren Mittelalters ist, so mag man glauben, die Inquisition. Die Glaubensrichter der katholischen Kirche sind zum Mythos geworden, als gnadenlose Wächter der reinen Lehre, die Seelen brechen und Körper auf Scheiterhaufen verbrennen. Asketische, zerquälte Mönche als Erfinder der Geheimpolizei und der Schauprozesse, der Folter und jener totalitären Willkür, die auch den Unschuldigsten zerschmettern kann.

Das alles ist wahr. Und falsch zugleich.


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