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Astrohighlights im November Sternschnuppen-Feuerwerk und Gasriesen: Der Novemberhimmel lädt zum Staunen

Leuchtspuren der Leoniden
Bei den Leuchtspuren der Leoniden handelt es sich um die verglühenden Staubpartikel des Komet 55P/Temple-Tuttle
© mauritius images / Science Faction / Tony Hallas
Am 17. November erwartet uns das Sternschnuppenfeuerwerk der Leoniden mit einigen besonders auffälligen kosmischen Leuchtspuren. In Kooperation mit dem Planetarium Hamburg erklärt uns Prof. Thomas W. Kraupe, Astrophysiker und Direktor des Sternentheaters, regelmäßig die astronomischen Highlights des Monats. 

Insbesondere zur Monatsmitte können wir in der zweiten Nachthälfte Sternschnuppen entdecken. Das Maximum des alljährlichen Meteorschauers erleben wir in der Nacht vom 17. November auf den 18. November. Der Radiant der Leuchtspuren, also ihr scheinbarer Ausstrahlungspunkt, liegt im Sternbild (lateinisch Leo), sodass sie unter dem Namen Leoniden bekannt sind.

Leoniden am Novemberhimmel: Der Mond spielt mit

Wer einen Blick auf die Sternschnuppen erhaschen möchte, sucht sich am besten einen Platz fern der Lichter der Stadt. Außerdem brauchen unsere Augen Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Zum Glück spielt der Mond dieses Mal mit. Steht er am 16. November noch als Halbmond ebenfalls im Löwen, wird er anschließend immer schmaler. Daher stört sein Licht die Beobachtung der Meteore kaum noch. So können wir mit etwas Wetterglück in den Nächten ab dem 17. November auf einen regelrechten Ansturm von Sternschnuppen freuen.
Thomas Kraupe
Professor Thomas W. Kraupe studierte Mathematik und Physik an der Universität München. Seit dem Jahr 2000 leitet er als Direktor das Planetarium Hamburg und hat es zum erfolgreichsten Sternentheater im deutschsprachigen Raum gemacht. An dieser Stelle wird er nun monatlich die Highlights am Sternenhimmel erklären, die uns erwarten.
© Wolfgang Köhler
Bei den Leuchtspuren handelt es sich um die verglühenden Staubpartikel des Komet 55P/Temple-Tuttle – denn unsere Erde rast jedes Jahr im November durch die längs seiner Bahn verstreuten Trümmer. Aus der Flugrichtung unseres Planeten prasseln dann unzählige Staubpartikel in die Erdatmosphäre. Die meisten dieser Brösel sind so klein wie Sandkörner. Sobald sie auf unsere schützende Lufthülle treffen, leuchten sie auf und zeigen sich als Sternschnuppen am Himmel.
Die Leoniden sind mit etwa 70 Kilometern pro Sekunde besonders schnelle Meteore. Da sich unter ihnen auch erbsengroße Partikel befinden, leuchten diese beim Eintritt in die Erdatmosphäre besonders hell als Feuerbälle oder „Boliden“ auf. Dabei können sie auch viele Sekunden nachglühen.
Laut den Berechnungen japanischer und russischer Meteor-Experten wird unsere Erde in den Morgenstunden des 19. November von einer dickeren Spur solcher Brösel getroffen. Diese hat der Komet bereits im Jahre 1733 verloren. Zu Beginn der Morgendämmerung haben wir Westeuropäer daher eine gute Chance, einige außergewöhnlich helle Sternschnuppen zu entdecken.

Gasriesen und Mars: Highlights zu Monatsbeginn

Doch nicht nur Sternschnuppen zieren diesen Monat unseren Himmel. Der Mond lenkt unseren Blick im Verlauf des Novembers zu einigen auffälligen Lichtpunkten – es sind die freisichtigen Planeten Saturn, Jupiter und Mars. Zu Monatsbeginn leuchtet der Halbmond über dem Südhorizont am Abendhimmel. Links neben ihm erkennen wir den Ringplaneten Saturn. Weiter östlich sticht sein deutlich auffälligerer "großer Bruder" Jupiter ins Auge.
Einen Tag bevor er am 8. November seine Vollmondstellung erreicht, steht der Mond ziemlich genau zwischen Mars und Jupiter. Gegen 21 Uhr bilden die Wandergestirne eine nahezu gleichmäßige ‚Perlenkette‘ am Himmel: von Mars im Osten, dem Mond im Südosten, hin zu Jupiter im Süden und zu Saturn im Südwesten. Am Abend des 10. November rücken unser Trabant und Mars schließlich noch ein wenig näher aneinander und bilden ein hübsches Paar.

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