Weiter reisen? Vor diesen Herausforderungen steht die Raumfahrt

Die Mission "Horizons" lenkt auch den Blick auf die nächsten großen Schritte der Raumfahrt: Astronauten wollen in Zukunft zum Mond zurück - und dann weiter zum Mars. Welche Herausforderungen werden sie dabei zu bewältigen haben?
Selfie von Alexander Gerst

Selfies in absoluter Schwerelosigkeit: Alexander Gerst bei seiner letzten Mission 2014 auf der ISS

Gesund bleiben

Kosmische Strahlung und Strahlungsausbrüche der Sonne erhöhen das Krebsrisiko. Astronauten müssten daher möglichst gut abgeschirmt werden. In der Schwerelosigkeit nehmen zudem Muskelmasse und Knochenstärke ab, was durch Training nicht immer zu kompensieren ist. Auf dem Mond oder Mars lauern zusätzlich Umweltgifte: Der Staub hier ist teilweise toxisch – und längst nicht alle chemischen Bestandteile sind bekannt und müssten noch während der Mission analysiert werden.

Schneller reisen

Geplante Raumschiffe werden um einiges größer als alle jemals gestarteten Raumsonden sein, und brauchen größere Antriebe: Die schon erprobten Ionenantriebe sollen dafür 20-mal stärker werden, um gemächlich und zuverlässig Ausrüstung zum Mars zu bringen. Die NASA experimentiert zusätzlich mit nuklear-chemischen Antrieben, die Menschen deutlich schneller zum Mars schießen könnten.

Steve Swanson erntet im All

Dieser rote Romanasalat wurde vollständig im Weltall angepflanzt. Mit dem Gemüse-Produktions-System auf der ISS wird derzeit daran gearbeitet die Astronauten mit frischen Lebensmitteln zu versorgen.

Recycling perfektionieren

Wenn sich Menschen weiter ins All hinauswagen, müssen sie sich möglichst selbst versorgen und dafür die Erde im Kleinen nachbauen: Auf der ISS wird bereits experimentell Wasser und Sauerstoff zurückgewonnen, was aber noch nicht vollständig funktioniert. Auch die Pflanzenzucht im All steckt noch in den Kinderschuhen.

Neue Ressourcen erschließen

Mehrere Startups in Europa und in den USA planen derzeit, im All Bergbau zu treiben. Wenn das gelänge, könnte diese Rohstoffe die Kosten bemannter Mission reduzieren: Auf dem Mond gibt es Sauerstoff und Wasserstoff, aus denen Astronauten Wasser herstellen könnten. Auf dem Mars könnte aus Kohlendioxid und Wassereis der Raketentreibstoff Methan gewonnen werden.

In der Einsamkeit zurechtkommen

Am Mond sind Menschen über Tage, auf dem Mars über viele Monate auf sich gestellt und müssen mit der psychischen Belastung zurechtkommen. Akute Probleme oder Notlagen müssen Astronauten alleine lösen. Helfen könnten ihnen dabei in Zukunft Roboter, die Raumschiffe selbstständig reparieren.

Foto: VYACHESLAV OSELEDKO/AFP/Getty Images, Alexander Gerst
Horizons
Verfolgen Sie hier die Mission von Alexander Gerst
Zum zweiten Mal fliegt der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation ISS, diesmal als Kommandant. Ein Online-Special von GEO.de