Der Januar steht ganz im Zeichen des Gasplaneten Jupiter. Generell ist Jupiter neben der Venus einer der hellsten Planeten an unserem Firmament. Doch aktuell leuchtet er auffällig die ganze Nacht hindurch.
Denn am 10. Januar 2026 hat er seine "Oppositionsstellung" erreicht. Bei dieser stehen Sonne, Erde und Jupiter wie eine Perlenkette aufgereiht im Kosmos. Von der Erde aus gesehen steht Jupiter nun der Sonne genau gegenüber. Oder anders gesagt: Die Erde befindet sich zwischen der Sonne und dem Gasriesen. Jupiter geht daher etwa dann auf, wenn die Sonne untergeht. Er steht um Mitternacht hoch am Firmament und geht unter, wenn die Sonne wieder über den Horizont aufsteigt. Dadurch ist er die ganze Nacht hindurch sichtbar und erscheint zudem besonders hell.
Überholvorgang im All mit optischer Täuschung
Während Jupiter auf seiner äußeren Bahn knapp zwölf Jahre für eine Sonnenumrundung braucht, schafft es die Erde in knapp zwölf Monaten. Unser Planet kreist also schneller. Während wir Jupiter überholen, scheint er am Himmel zunächst immer langsamer zu laufen, bis er vermeintlich seine Richtung ändert. Bereits seit dem vergangenen November läuft Jupiter scheinbar rückläufig über das Firmament und befindet sich beim Erreichen der Oppositionsstellung im Januar diesen Jahres mitten in der "Rückwärtsbewegung". Dann wird es wirken, als würde sich sein Tempo reduzieren. Erst im März läuft Jupiter von uns aus gesehen wieder in die "richtige" Richtung.
Wie kommt es zu diesem Effekt? Beim Überholen verschiebt sich unser Blick auf den Jupiter, ähnlich wie beim Blick aus dem Fenster eines rollenden Zuges auf ein langsameres Auto: Vergisst man die eigene Geschwindigkeit, scheint sich das Auto nach hinten zu bewegen, obwohl es weiter vorwärts fährt. Genau durch dieses vermeintliche Zurücklaufen scheint der Jupiter am Himmel eine kleine Schleife zu zeichnen.
Selbst mit bloßem Auge bietet uns Jupiter einen schönen Anblick. Wer zu einem kleinen Fernrohr greift, kann die Wolkenbänder und Sturmgebiete des Gasriesens erkennen. Neben dem Jupiter zeichnen sich auch die Lichtpunkte seiner großen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto ab. Im 17. Jahrhundert sah Galilei in der Bewegung der Monde um den Jupiter den ersten Beweis dafür, dass nicht alle Himmelskörper im All um die Erde kreisen. Seine Beobachtung untermauerte das seit 1543 diskutierte Kopernikanische Weltbild, bei dem die Sonne das Zentrum unseres Planetensystems bildet. Daher werden die vier großen Jupitermonde auch Galileische Monde genannt. Noch heute sind der Jupiter und seine Monde vielversprechende Forschungsobjekte. Aktuell sind mit der ESA-Sonde JUICE und der NASA-Sonde Europa Clipper zwei Raumsonden auf dem Weg zu ihnen.