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USA Area 51: Was verbirgt die Militärbasis in der Wüste?

Eingang - Passieren verboten bei der Area 51
Das Gelände der Area 51 ist bis heute Sperrgebiet, das Betreten ist strengstens verboten
© Chris Hinkley - Adobe Stock
Das militärische Sperrgebiet der Air-Force-Basis Area 51 im US-Bundesstaat Nevada war schon immer Gegenstand vieler Verschwörungstheorien. Gibt es dort Ufos, vielleicht sogar Aliens? Für die einen ist das Science-Fiction, für andere Realität

Leuchtende Punkte ziehen über den Abendhimmel, ein schneller Lichtblitz zwischen den Sternen, Piloten melden mysteriöse Flugkörper – wer immer auch von Ufos und Aliens spricht, denkt sofort an die Area 51. Die Militärbasis im US-Bundesstaat Nevada ist bis heute Sperrgebiet und soll angeblich die Überreste eines Ufo-Absturzes aus dem Jahr 1947 verbergen.

Area 51 mit Aliens und Ufos

Das behaupten zumindest Ufo-Fans aus der ganzen Welt. Wenn es nach ihnen geht, dann lagert die US-Regierung dort in der Abgeschiedenheit der Wüste mindestens die Leichen einiger Aliens und die Wrackteile eines Ufos. Dass in der Area 51 tatsächlich Außerirdische eingefroren in irgendwelchen Kühlkammern liegen könnten, hat eine reale Grundlage: den Roswell-Zwischenfall von 1947.

Farmer aus Roswell meldet Trümmerteile in Wüste

Hätte der Farmer Willam Brazel damals geahnt, was seine Meldung auslösen würde – vielleicht wäre er einfach mit dem Traktor über die paar Trümmerteile gefahren und hätte sie untergepflügt. So aber meldete er seinen Fund dem Sheriff von Roswell, einer US-amerikanischen Kleinstadt im Bundesstaat New Mexico.Schließlich hatte kurz zuvor der Pilot und Geschäftsmann Kenneth Arnold im entfernten Bundesstaat Washington von seiner Begegnung mit Ufos berichtet und damit eine Welle von Ufo-Sichtungen ausgelöst.

Roswell-Zwischenfall löst Kettenreaktion bei Medien aus

Dass ausgerechnet die Fundstücke von Farmer Brazel zu der bis heute bestehenden Legende um Area 51 geführt haben, ist vor allem den örtlichen Medien in Roswell zu verdanken. Während die Roswell Army Air Field als lokaler US-Armeestützpunkt die Wrackstücke auf dem Acker einsammelte und den Fund nichtsahnend der lokalen Presse meldete, hatte damit die Lokalzeitung Roswell Daily Record ihre Schlagzeile für den nächsten Tag:

"RAAF erbeutet fliegende Untertasse auf einer Ranch in der Gegend von Roswell"
Alien in der Ausstellung im UFO-Museum in Roswell, New Mexico
Das International UFO Museum and Research Center in Roswell beschäftigt sich mit dem Roswell-Absturz von 1947 und spätere angebliche UFO-Vorfälle in den Vereinigten Staaten
© IMAGO / Aurora Photos

Kein Wunder, dass diese Meldung landesweit von weiteren Medien aufgegriffen wurde und für entsprechendes Aufsehen und Aufregung sorgte. Die US Air Force berief eilends eine Pressekonferenz ein und stellte klar: Die Trümmer gehören zu einem Wetterballon mit Radarreflektor, der aus großer Höhe abgestürzt sei. Das würde die Aufzählung der gefundenen Teile aus Sicht von Farmer Brazel in einem Interview erklären:

  • graue Gummistreifen
  • Aluminiumfolie
  • dickes Papier mit Ösen
  • Stöcke
  • Trümmerteile mit Buchstaben darauf

Militärbasis in der Wüste von Nevada wird zum Mythos

Damit war dann erst einmal Ruhe eingekehrt um das Gelände in der Wüste von Nevada und um die Area 51. Erst Ende der 1970er Jahre erinnerten sich die beiden Ufologen Stanton T. Friedmann und William Moore an die Geschichte und schrieben ein Buch darüber. Der Mythos um die Area 51 war geboren und hat bis heute immer wieder ordentlich Futter bekommen – unter anderem auch durch die Aussagen von Farmer Brazel, der in dem Buch von Friedmann und Moore davon spricht, dass

  • die von ihm gefundenen Stöcke flexibel und nicht brennbar gewesen sind.
  • die von ihm erwähnten Schriftzeichen und Buchstaben fremdartig und nicht lesbar waren.
  • die gefundene Folie aus einem Material war, das er nicht kannte und nach dem Zusammenknüllen keinerlei Knitterspuren aufwies.

Zusammen mit einem weiteren Zeugen, Barny Barnett, der von toten Aliens an einer Ufo-Absturzstelle berichtete, nahm die Geschichte um Ufos bei Roswell dann endgültig Fahrt auf. Verschiedene Bücher wurde dazu bis heute veröffentlicht, um die Existenz von Außerirdischen zu beweisen und vor allem auch der Area 51. Noch 1989 wurde der damalige Leichenbestatter aus Roswell, Glenn Dennis, vom privat finanzierten Center for UFO Studies zu den Vorgängen von 1947 befragt. Er sagte aus, dass

  • Armeevertreter ihn am 9. oder 10. Juli 1947 nach luftdicht versiegelbaren Kindersärgen gefragt hätten.
  • eine Krankenschwester des örtlichen Armeehospitals bei der Autopsie von kinderähnlichen Leichen mitgearbeitet habe.

US-Regierung bestätigt Existenz von Area 51 lange Zeit nicht offiziell

So tauchten im Laufe der Jahrzehnte immer neue Zeugenaussagen und Variationen des Roswell-Zwischenfalls auf. Dass die Existenz der Area 51 erst 2013 von der CIA offiziell bestätigt wurde, hat nicht unbedingt zum Abklingen der Vermutungen rund um Ufos und Aliens in der Wüste von Nevada geführt.

Tatsächlich ist die Area 51 nur ein Teil der Militärbasis, die von der US Air Force ganz offiziell schon seit den 1940er Jahren in der Wüste von Nevada betrieben wird: Die Nellis Air Force Base, die mit der Nellis Range am Groom Lake ein eigenes Sperrgebiet hat – dessen Teil wiederum die Area 51 ist.

CIA Studie untersucht Ufo-Sichtungen

Rund 110 Kilometer von Las Vegas entfernt, ist die streng abgesicherte Militärbasis heutzutage das weltweit beliebteste Ziel von Ufo-Nauten – auch wenn die Basis selber auf dem rund 100 Quadratkilometer großen Sperrgebiet in der Mojavewüste nicht zu erreichen ist und laut militärischer Definition dort ohne Vorwarnung von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wird.

Zusätzlich befeuert wurden die Alien-Theorien erst im Juni 2021. Ein von der CIA und dem Pentagon veröffentlichter Bericht bestätigt zwar nicht die Existenz von Ufos, schließt sie aber auch nicht explizit aus.

Außerirdische Technik auf Gelände von Area 51?    

Grundlage dafür sind unter anderem die Aussagen von US-Kampfpiloten, die in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 120 Flugobjekte mit unerklärlichem Flugverhalten gesehen haben. Sichtungen von Lichtern am Himmel und mysteriösen Flugobjekten geben auch dem Verdacht von Forschungen an außerirdischer Technik auf der Area 51 immer wieder neuen Stoff.

Air Force testet Flugzeuge in Area 51

Laut der US Air Force ist das kein Wunder. Immerhin werden in der Area 51 seit mehr als 70 Jahren zu jeder Tages- und Nachtzeit die neuesten Flugentwicklungen der US-amerikanischen Luftwaffe getestet. Das beginnt mit dem legendären Spionageflugzeug U2 und seinen Höhenrekorden und geht bis zu den ersten Prototypen des Tarnkappenbombers.

Heute sollen dort unter anderem militärische Drohnen sowie das legendenhafte Aurora-Flugzeug – ein Aufklärungsflugzeug, das mit fünffacher Schallgeschwindigkeit schneller als 6100 Kilometer die Stunde fliegen soll – erprobt werden. Beweise für die Existenz des Aurora-Flugzeuges gibt es nicht.

Ebenso wenig wie für die zahlreichen Verschwörungstheorien, die sich um Area 51 ranken. Unter anderem sollen dort

  • Teile abgestürzter Raumschiffe gelagert werden
  • Tote oder noch lebende Besatzungen von außerirdischen Raumschiffen untersucht werden
  • Treffen und Gespräche mit außerirdischen Lebensformen stattfinden
  • Neuartige Energiewaffen entwickelt werden
  • Geheime Welt-Regierungen Treffen abhalten
  • Filmstudios existieren, in denen die Mondlandung von 1969 simuliert und der Öffentlichkeit als real präsentiert wurde

Student ruft zum Sturm auf Militärbasis auf

So vielfältig wie die Art der Verschwörungstheorien, ist auch die Menge der Menschen, die sich für die Wahrheit hinter der Area 51 interessieren. Immerhin wurde ein Aufruf auf Facebook im Jahr 2019 zum Publikumshit. Mehr als zwei Millionen Menschen sagten ihre Teilnahme am Sturm auf die Militärbasis zu. Am Ende kamen nur rund 2000 Ufo-Fans in die Wüste von Nevada – sehr zur Erleichterung des US-amerikanischen Studenten, der online zu der Veranstaltung aufgerufen hatte und seitdem einen intensiven einseitigen Kontakt zum FBI hat.

ET-Highway führt entlang der Area 51

Trotz der militärischen Abschirmung gibt es aber durchaus Wege, um nah an die Area 51 heranzukommen – ohne gleich mit einer Strahlenkanone erschossen zu werden. Eine Möglichkeit ist die Nevada State Route 375 von Las Vegas nach Tonopah. Die Straße führt schnurgerade durch die Wüste und heißt seit 1996 sogar offiziell "Extraterrestrial Highway" – kurz genannt "der ET-Highway".

Straßenschild "Extraterrestrial Highway" in Rachel, Nevada
Die Nevada State Route 375, besser bekannt als "Extraterrestrial Highway", führt von Alamo und Crystal Springs nach Tonopah
© IMAGO / ZUMA Press

Der Staat Nevada hat sich für den touristischen Effekt einiges einfallen lassen. So steht auf den Temposchildern nicht etwas 70 Meilen als Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern "Warp 7" – die bekannte Tempoeinheit aus den Star Trek Filmen.

Kultkneipe für Ufonauten aus aller Welt: Little A'Le'Inn

Sogar auf die Groom Lake Road können Sie mit dem Wagen vom ET-Highway abbiegen und die grobe Asphalt- und Schotterpiste in Richtung Area 51 entlangfahren – allerdings nur bis zu den ersten Warnschildern, Überwachungskameras und postiertem Wachpersonal. Spätestens dann wird es Zeit, umzudrehen und in den benachbarten kleinen Ort Rachel zu fahren. Hier wohnen zwar nur rund 75 Leute, aber dafür lohnt sich ganz unbedingt ein Besuch in der dortigen Kneipe Little A´Le´Inn. Die Bar ist ein Wallfahrtsort für Ufonauten aus der ganzen Welt, besteht von oben bis unten aus Alien-Andenken und der Alien-Burger ist wirklich zu empfehlen.

Militärbasis in der Wüste trotz Sperrgebiet zu sehen

Und trotz aller Zäune, Sperrgebiet, Wachpersonal und Kameras können Sie tatsächlich einen Blick auf die legendäre Militärbasis und die Area 51 erhaschen. Der gut 2400 Meter hohe Gipfel des Tikaboo Peak liegt nur rund 40 Kilometer von der Sperrzone rund um die Area 51 entfernt. Von hier aus haben Sie vor allem morgens in der noch klaren Wüstenluft eine hervorragende Sicht auf die legendäre Militärbasis.

Eingang zur Area 51
In den Weiten der Wüste von Nevada befindet sich das bewachte Haupttor der Air-Force-Basis Area 51
© RicAllanLaFollette - Adobe Stock

Aber Achtung: Die Zuwegung läuft über eine 90 Meilen lange Wüstenpiste. Es gibt keine Tankstellen und größtenteils auch keinen Mobilfon-Empfang. Den Weg auf den Gipfel müssen Sie zu Fuß zurücklegen. Ausreichend Verpflegung und vor allem Wasser ist dringend erforderlich.

Woher der Name "Area 51" stammt, lässt sich übrigens leicht erklären. Hier wurden schon zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges auf dem Testgelände in der Nachbarschaft die ersten Versuche mit Atombomben durchgeführt. Die Bezeichnung "Area 51" stammt von den alten geographischen Einteilungen auf der Karte des Gebietes in der Mojave-Wüste.

Außerirdische mit Klebeband

Was bis heute rätselhaft bleibt, ist die Tatsache, dass Farmer William Brazel 1947 nach eigener Aussage bei den Trümmerteilen in der Wüste von Nevada auch Klebeband mit aufgedruckten Blumenmustern gefunden hat. Das passt so gar nicht zu der US Air Force Version des verunglückten Wetterballons. Es würde aber zumindest die Theorie des abgestürzten Ufos eindeutig unterstützen und auch absolut logisch erklären: Wer klebt denn auch sein Raumschiff mit Blümchen-Klebeband zusammen? Also Leute, wirklich...


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