Psychologie Die dunkle Seite der Kreativität: Von den Abgründen unserer Schöpferkraft

Narzissmus: Manches Kreativen liebster Anblick ist das eigene Ich. Um sich ein positives Selbstbild zu erhalten, wird der Narzisst äußerst erfindungsreich – und nimmt auf das Wohlergehen seiner Mitmenschen keine Rücksicht 
Narzissmus: Manches Kreativen liebster Anblick ist das eigene Ich. Um sich ein positives Selbstbild zu erhalten, wird der Narzisst äußerst erfindungsreich – und nimmt auf das Wohlergehen seiner Mitmenschen keine Rücksicht 
© Norman Konrad
Schillernde Ideen und geniale Geistesblitze vermögen die Menschheit zweifellos voranzubringen. Doch Kreativität lässt sich auch ganz anders nutzen: zum Lügen und Betrügen
Von Jochen Metzger

Mark Landis ist ein blasser Kerl von trauriger Gestalt. Kaum 55 Kilo bringt er auf die Waage, seine Wangen sind eingefallen. Wenn er geht, tut er das mit langen Schritten, vorgebeugtem Kopf und hängenden Armen. Doch er hat Talent, zum Beispiel fürs Zeichnen. Genau das bringt ihn in den 1980er Jahren auf eine Idee: Er malt ein Foto eines indigenen Menschen ab – und verschenkt es als angebliches Original eines US-amerikanischen Künstlers an ein Museum in Kalifornien. „Sobald ich als Gönner auftrat, haben mich die Menschen behandelt wie einen König.“

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