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Psychologie Gibt es einen Traum, den jeder Mensch im Schlaf schon erlebt hat?

Ein Albtraum: Man stürzt von einem hohen Punkt in die Tiefe. Fast drei Viertel der Menschen kennen ihn 
Ein Albtraum: Man stürzt von einem hohen Punkt in die Tiefe. Fast drei Viertel der Menschen kennen ihn 
© Christin Lola / Adobe Stock
Forschende haben in einer Studie untersucht, inwiefern sich die Inhalte von Träumen bei Menschen ähneln. Zwei Ergebnisse der Befragung: Kinder fühlen sich häufiger verfolgt, ältere Menschen kommen in ihren Träumen oft zu spät 

Forscherinnen und Forscher fragen sich bereits seit vielen Jahren, ob es einen Traum gibt, den jeder Mensch schon erlebt hat. Eine einfache Methode, um die Frage zu beantworten: Man befragt sehr viele Menschen über ihre Träume. Das geschieht üblicherweise mit dem "Typical Dreams Questionnaire". Dieser Fragebogen umfasst etwas mehr als 50 typische Träume. Freiwillige kreuzen an, welcher Traum ihnen aus ihrem nächtlichen Erleben bekannt vorkommt und welcher nicht. Dabei zeigt sich, dass kein einziger Traum schon einmal von allen Menschen geträumt wurde. Oder besser: dass es keinen einzigen Traum gibt, an den sich alle Menschen erinnern können. 

Aber das ist noch nicht alles. Wie man aus einer Studie aus Kanada mit mehr als 1100 Teilnehmenden weiß, gibt es überhaupt nur sehr wenige Motive, die mehr als zwei Drittel aller Befragten schon einmal geträumt haben. Auf Platz eins landet der Traum, von etwas oder von jemandem verfolgt zu werden, etwa von einem Mörder, einem furchtbaren Monster oder einem gefährlichen Tier. Mehr als 80 Prozent der Menschen erinnern sich an solche Träume. Auf Platz zwei mit rund 76 Prozent Zustimmung landen Traumbilder mit sexuellen Inhalten. 

Die Bronzemedaille in der Liste der häufigsten Träume bekommt das Motiv, aus großer Höhe herunterzufallen: 73,8 Prozent der Befragten können sich daran erinnern. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden geben schließlich an, schon einmal von Lehrern, der Schule, von Klassenarbeiten und dergleichen geträumt zu haben.

Kinder fühlen sich verfolgt, Ältere kommen zu spät

Alle anderen klassischen Trauminhalte – etwa zu spät zu kommen, nackt durch die Fußgängerzone zu laufen, zu fliegen, etwas vergeblich wieder und wieder versuchen – sind laut dieser Studie zwar immer noch häufig, aber weit seltener als die vier genannten Traum-Spitzenreiter.

Wie oft wir diese Dinge träumen, scheint sich im Laufe des Lebens zu ändern. So sind Verfolgungsträume bei Kindern viel häufiger als bei Erwachsenen. Soziale Ängste wie vor dem Zuspätkommen registrieren Forschende dagegen eher bei älteren Menschen.


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