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Dunkle Monate Winterblues: Diese Tipps helfen gegen Winterdepression

Eine Frau und ein Mann tragen Kaputze und blicken aufs Meer
Das graue Wetter im Januar und Februar sorgt bei manchen Menschen für einen Winterblues – der sogar in einer Winterdepression enden kann
© Panthermedia/ imago images
Sport treiben, Rausgehen – diese geläufigen Tipps gegen schlechte Stimmung an trüben Wintertagen kennen wir. Es gibt aber noch andere Dinge, die unserer Seele jetzt guttun. Was gegen das Stimmungstief im Winter hilft

Inhaltsverzeichnis

Im Dezember haben wir Glühwein mit Freunden getrunken, die hell erleuchteten Städte genossen und schöne Abende mit der Familie verbracht. Doch jetzt im Januar sind die Tage vor allem grau, wir müssen wieder in den Alltag zurück, täglich arbeiten. Und bis zum Frühling dauert es noch Wochen. Und schon ist es da, das Stimmungstief.

Wenn das Wetter länger regnerisch ist und die Abende früh dunkel werden, zieht das viele Menschen runter. Manche fallen gar in eine saisonal bedingte Depression, auch Winterdepression genannt. Die gute Nachricht: Saisonal abhängige Depressionen sind meist weniger schwer ausgeprägt und weniger häufig als andere depressive Störungen.

Auch sie fühlen sich ein bisschen traurig? Wenn Sie jetzt schnell gegensteuern, werden Sie gar nicht erst richtig in das Tief einer Winterdepression hineinfallen. Achten Sie gut auf sich. Und versuchen Sie doch mal einige dieser Tipps gegen den Winterblues...

1. Tipp gegen Winterblues: Sich einen Überblick über die eigenen Werte verschaffen

Nehmen Sie sich ganz bewusst Zeit für sich selbst. "Statt Trübsal zu blasen, kann gerade ein Jahresanfang eine gute Gelegenheit sein, sich innerlich zu sortieren und den eigenen Wertekatalog zu überprüfen", sagt Nina Steffens, systemischer Coach in Berlin.

Schreiben Sie auf ein Blatt Papier, welche Werte im Leben Ihnen wirklich wichtig sind. Vielleicht steht dann dort: Freundschaft. Vielleicht aber auch Weiterentwicklung.

Im nächsten Schritt fragen Sie sich, ob Sie den notierten Werten genügend Priorität im Leben einräumen oder ob das im Alltagsstress untergeht.

Dazu können Sie auch noch weitere Ziele aufschreiben. Sie sind wegen der Arbeit oft gestresst, der Rücken ist verspannt? Oder wünschen sich, endlich mehr im Jetzt zu leben? Was können Sie dafür tun? Ruhepausen, Yoga, Sport, Aufmerksamkeitsübungen – und was noch? Wie ließe sich das in den Alltag einbauen?

Indem Sie sich gedanklich damit beschäftigen, gelangen Sie vermutlich zu dem Vorsatz, etwas zu ändern. Vielleicht wollen Sie beruflich sogar kürzer treten, um mehr Zeit für sich und ihre Freizeit zu haben – um Dinge zu tun, die Sie glücklich machen? Zum Beispiel, gute Freundschaften künftig mehr zu pflegen. "Wer den eigenen Prioritäten mehr Beachtung schenkt, sorgt für mehr Zufriedenheit bei sich selbst", sagt Nina Steffens.

2. Tipp gegen Winterblues: Aufräumen und aussortieren – auch im Außen

Aufräumen tut nicht nur im Inneren gut, sondern auch in der eigenen Wohnung. Sie können sich also vornehmen, alles auszusortieren, was Sie nicht mehr brauchen. Und worüber sich etwa Wohltätigkeitsorganisationen und andere Menschen noch freuen.

Durch das Aufräumen schafft man bei sich daheim bewusst die Grundlage für einen Neuanfang, der einem möglichen Stimmungstief weniger Platz lässt.

Ausmisten betrifft übrigens nicht nur Dinge. Welche Menschen tun Ihnen nicht gut? Nach welchen Treffen fühlen Sie sich positiv bestärkt, angenommen und wahrgenommen? Und bei welchen Menschen haben Sie immer ein schlechtes Gefühl nach einem Telefonat oder Treffen? Haben oft das Gefühl, die Freundschaft ist anstrengend, ermüdend, und der Freund oder die Freundin unerstützt weniger, sondern behindert Sie mehr in ihrem Leben? Dann sollten Sie überdenken, ob dieser Mensch Ihnen über lange Zeit mehr Kraft raubt, als er gibt. In diesem Fall sollte man sich vielleicht von ihm verabschieden. Stichwort: loslassen.

3. Tipp: Pläne und Ziele abstecken - aber realistisch

Eine andere Möglichkeit, um einem Stimmungstief etwas entgegenzusetzen: "Pläne schmieden und sich Ziele setzen", rät Fiona Waltraud Berle. Sie ist Life-Coach für Persönlichkeitsentwicklung in München und Stuttgart.

Pläne und Ziele bringen frischen Schwung im Alltag. Zumindest, wenn sie schaffbar sind. Wer nicht die Defizite in den Mittelpunkt stellt, sondern sich die Chancen vor Augen führt, kann sich noch besser motivieren.

Möchte man abnehmen, lenkt man die Aufmerksamkeit also besser nicht darauf, dass man ab sofort auf die Schokolade oder Chips verzichten muss. Besser: Sich das Positive an dem Vorhaben bewusst machen – dass man sich mit der Zeit fitter, gesünder und ausgeglichener fühlen wird.

"Auch täglich aufs Neue kann man sich ein Ziel setzen", sagt Fiona Waltraud Berle. Etwa morgens, wenn man vor dem Spiegel steht.

"Dieses Bewusstmachen trägt dazu bei, dass die eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht im Alltag untergehen, sondern verstärkt werden zugunsten von mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit", sagt Berle.

4. Tipp gegen Winterblues – die Klassiker: Bewegung und Tageslicht

Um sich gut zu fühlen und gesund zu bleiben, führt an den Klassikern Bewegung und Tageslicht also kein Weg vorbei. Der Spaziergang in der Mittagspause etwa, oder die regelmäßige Joggingrunde.

"Wenn die dunkel-trüben Tage den Winterblues begünstigen, kann mitunter auch eine gute Tageslichtlampe Abhilfe schaffen", sagt Nina Steffens.

Geht es nach Fiona Waltraut Berle, kann auch der Glaube an sich selbst dem Winterblues ordentlich was entgegensetzen. Wer davon überzeugt ist, dass das Kalt-Dunkle-Nasse zu Jahresbeginn einem nichts anhaben kann, lässt es womöglich von vornherein abperlen.

Tipp 5 für bessere Stimmung: Kindheitshobbys aufleben lassen

Für Wohlfühlmomente an tristen Tagen kann man auch sorgen, wenn man sich daran erinnert, womit man als Kind Stunden verbringen konnte. "Damit schafft man eine gute Verbindung zwischen dem Heute und dem Damals in einem", sagt Nina Steffens. Sie sind als Jugendlicher mit der Clique zum Bowling gegangen, haben als Kind gerne gezeichnet und dabei Hörbücher gehört? Los geht's! Dadurch, dass man aktiv wird, grübelt man auch weniger.

Tipp 6: Vorfreude zelebrieren

Sich schon morgens darauf freuen, dass man abends etwa zum Yoga geht, ein Fußballspiel mit dem Kumpel anschaut oder sein Lieblingsrestaurant besucht. Vorfreude lässt uns beschwingter durch den Alltag gehen.

Der Advent war eine Zeit der Hoffnung und Vorfreude – auf Weihnachten. Dieses Prinzip können sie sich auch in den Januar und Februar holen. Und zwar, indem Sie jetzt schon einen Urlaub im Frühling planen. "Letztlich vertreibt nur der Frühling den Winter. Machen Sie sich den Frühling."

All diese Tipps helfen Ihnen nicht und Sie fühlen sich seit Wochen traurig? Bitte suchen Sie sich schnell Hilfe. Auf der Webseite der Deutschen Depressionshilfe können Sie online einen Test machen, ob Sie von einer Depression betroffen sind. Falls das auf Sie zutrifft, gehen Sie bitte umgehend zu einem Arzt oder Psychotherapeuten, um eine Behandlung zu besprechen.

mit dpa

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