Entwicklung Geborgenheit in schwierigen Zeiten: Wie Rituale uns helfen, Unsicherheit zu ertragen

Kein Geburtstag ohne Torte: Besondere Anlässe verlangen nach Zeremonien, die ein Gefühl von Sicherheit und Kontinuität vermitteln
Kein Geburtstag ohne Torte: Besondere Anlässe verlangen nach Zeremonien, die ein Gefühl von Sicherheit und Kontinuität vermitteln
© Martin Parr/ Magnum Photos/ Agentur Focus
Bräuche sind altmodisch? Von wegen: Gerade in Zeiten des Umbruchs können Rituale helfen, Vergangenes hinter sich zu lassen und Neues zu wagen, wenn wir dabei aus unserer Fantasie schöpfen, sagt die Ethnologin Antje Pfab

GEOplus: Frau Pfab, das Ende des Jahres liegt vor uns: Viele Menschen begehen ab Weihnachten bis Neujahr die Raunächte, viele andere verabschieden das Vergangene und begrüßen das Neue an Silvester. Warum sehnen wir uns gerade jetzt nach Ritualen?

Antje Pfab: Seit archaischen Zeiten gestalten Menschen Übergänge im Leben mit Hilfe von Ritualen. Oft sind diese aus dem Glauben an höhere Mächte geboren, doch wir können heute viele Elemente davon auch psychologisch verstehen und nutzen. Denn Rituale schenken Geborgenheit, entlasten uns; sie helfen uns dabei, Abschiede und Neuanfänge zu bewältigen, auch Krisen zu meistern, innerlich stärker zu werden – und ein Gefühl von Sicherheit in der Welt zu erlangen.

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