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Instabiles Eis Worauf Sie vor dem Eislaufen achten sollten

Sicheres Eislaufen wird in Zukunft immer seltener möglich sein, warnen Forscher
Sicheres Eislaufen wird in Zukunft immer seltener möglich sein, warnen Forscher
© Eric Gevaert / Adobe Stock
Viele Gewässer sind bei frostigen Temperaturen schon zugefroren. Doch beim Betreten ist äußerste Vorsicht geboten. Experten der DLRG geben Tipps

Die ersten Winternächte mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt haben auf viele Gewässer eine Eisdecke gezaubert. Doch auch wenn es verlockend erscheinen mag, das blanke Eis zu betreten: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt derzeit noch eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen auf Gewässern.

Die Eisdecke sei in den meisten Fällen sicher noch zu dünn, teilte die Organisation am Dienstag mit. Man solle mit dem Schlittschuhlaufen oder dem Spaziergang auf dem Eis warten, bis die Eisfläche dafür von den zuständigen Behörden freigegeben werde. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern, informieren.

Eis auf Seen sollte beim Betreten mindestens 15 Zentimeter dick sein

"Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu sein", sagte der Leiter Einsatz im DLRG-Präsidium, Alexander Paffrath. "Auf stehenden Gewässern sollte es mindestens 15 Zentimeter, auf Bächen und Flüssen sogar 20 Zentimeter dick sein." Eisflächen sollten deshalb nicht gleich an den ersten frostigen Tagen betreten werden. Es bestehe Lebensgefahr.

"Das Eis sendet Signale aus, auf die ich achten muss", sagte Paffrath. Dunkle Stellen verraten: Es sei noch viel zu dünn. Auch wenn das Eis beim Betreten knistert und knackt, ist das laut DLRG ein Hinweis auf die Gefahr, einzubrechen.

In diesem Fall rät die DLRG in ihren Eisregeln, das Eis sofort zu verlassen. Wer einzubrechen droht, solle sich flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und sich dann vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück zum Ufer zu bewegen.

Wer jemandem, der eingebrochen ist, zur Hilfe eilt, muss aufpassen, sich nicht selbst in Gefahr zu begeben. Um das eigene Gewicht zu verteilen, sei es hilfreich, sich dem Menschen in Not mit einem Brett, einer Leiter oder einem umgedrehten Schlitten zu nähern. Passanten können schon während der Rettung einen Notarzt rufen, denn eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein.

In Zukunft mehr instabiles "weißes" Eis

Expert*innen gehen davon aus, dass in unseren Breiten im Verlauf des Klimawandels immer weniger Gewässer zufrieren werden. Anders gesagt: Wegen der höheren Temperaturen im Winter wird die durchschnittliche Eisdicke abnehmen. Zudem wird es immer öfter so genanntes weißes Eis geben.

Im Gegensatz zum durchsichtigen, schwarz erscheinenden Eis entsteht das weiße Eis durch häufiges Auftauen und Überfrieren – und hat eine zehnmal geringere Tragkraft. Gewässer wie Seen und kleine Flüsse sicher zu betreten, wird damit immer seltener möglich sein.

Die Rettungsschwimmer der DLRG haben auch im Winter alle Hände voll zu tun: Eigenen Angaben zufolge leisten sie im Winter jährlich rund 150.000 Stunden Rettungsdienst.

mit dpa

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