Endlich verstehen Nachteule oder Frühaufsteher – wer lebt gesünder?

Frühaufsteher gelten als spießig. Haben sie wenigstens die Medizin auf ihrer Seite?
Müdigkeit

Nachteule oder Frühaufsteher? Das hängt zu großen Teilen auch von den Genen ab

Eulen sind Menschen, die gerne die Nacht zum Tag machen. Lerchen dagegen leben eher nach dem Motto „Morgenstund hat Gold im Mund“. Oder wie die Engländer sagen: Early to bed and early to rise makes a man healthy, wealthy and wise. („Früh ins Bett und früh aufstehen macht einen Menschen gesund, wohlhabend und weise.“)

Das mit dem Geld und der Weisheit wollen wir einmal beiseitelassen. Doch wie steht es um die Gesundheit der beiden Typen? Zu den Vor- und Nachteilen der beiden Lebensweisen gibt es mittlerweile eine Reihe von Studien. Kurz gesagt: Der gesellschaftlich eher akzeptierte Lebenswandel mit frühem Zu-Bett-Gehen und frühem Aufstehen scheint auch noch gesundheitliche Vorteile zu haben. Sorry, Nachteulen!

Ungesunde Knabberei am späten Abend

Der Grund dafür liegt offenbar darin, dass wir in den Abendstunden lässiger mit eigenen Vorsätzen umgehen – und häufiger zu ungesunden Knabbereien, Süßigkeiten, Fertiggerichten und Alkohol greifen. Zum Beispiel vor dem Fernseher. Auch Zigaretten und Drogen stehen abends höher im Kurs. Das erklärt, warum Nachteulen tendenziell zu Übergewicht, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes neigen. Darüber hinaus leben viele Menschen, die gerne spät ins Bett gehen, in einem ständigen Widerspruch zu den Anforderungen des Berufslebens.

Um die Folgen für die Gesundheit besser zu verstehen, hat sich ein amerikanisch-britisches Forscherteam 433.268 Teilnehmer einer Studie im Alter zwischen 38 und 73 Jahren genauer angesehen. Die waren im Rahmen der UK Biobank-Studie unter anderem gefragt worden, ob sie sich eher als Morgen- oder als Abendtyp sehen. Der Abgleich mit den Angaben zu Erkrankungen und Todesfällen ergab: Vorteil für Frühaufsteher! Sie leben im Schnitt nicht nur gesünder – sondern auch länger.

Deutlich höheres Risiko, psychisch zu erkranken

Bei psychologischen Erkrankungen war der Unterschied besonders offensichtlich: Sie wurden bei erklärten Nachtmenschen doppelt so häufig diagnostiziert wie bei den Frühaufstehern. Das Diabetes-Risiko war um 30 Prozent höher, Magen-Darm- und Atemwegserkrankungen immerhin noch um 23 beziehungsweise 22 Prozent.

Die Vorliebe für frühes oder spätes Ins-Bett-Gehen ist übrigens keineswegs eine beliebige (oder leicht zu ändernde) persönliche Schrulle. Zu welchem Typ wir neigen, dafür sind zu einem großen Teil, bis zu 50 Prozent, unsere Gene ausschlaggebend.

-----------------
FOLGEN SIE UNS: Ihnen gefallen unsere Beiträge? GEO finden Sie auch auf Pinterest, Instagram und Facebook.
-----------------

Zur Startseite
Aktuelle GEO-Magazine
<< zurück >> vor
nach oben