Kindheit Warum das Vorlesen für Kinder so wichtig ist

Es gibt kaum etwas Schöneres als ein gutes Buch, das uns fesselt und zum Nachdenken anregt. Schon die Kleinsten greifen neugierig nach den Buchseiten und erkunden mit großen Augen die gedruckten Fantasiewelten. Mit dem Vorlesen kann man gar nicht früh genug beginnen!
Vater liest seinem Sohn vor

Das gemeinsame Lesen tut Eltern und Kindern gut

Denken Sie einmal kurz an Ihre schönsten Kindheitserinnerungen zurück: Welche Momente fallen Ihnen spontan ein? Oft ist das Lieblingsbuch - vielleicht vorgelesen vom Großvater im großen Ohrensessel - unter den Erinnerungen, an die man sich mit Begeisterung zurückerinnert. Die Helden der Kindergeschichten bleiben vielen ein Leben lang prägend im Gedächtnis.

Für Kinder öffnet das Vorlesen ein Tor zu neuen Welten: Es bringt sie zum Lachen und rührt vielleicht manchmal auch zu Tränen, es lässt Bilder vor dem inneren Auge entstehen und beflügelt die Fantasie. Und manchmal sind Bücher sogar so spannend, dass man sie kaum noch aus der Hand legen mag.

Den bettelnden Satz "Och, bitte noch ein Kapitel!", kennen sicher die meisten Eltern nur zu gut. Und manche Kinderbücher können sie vielleicht schon auswendig, so oft wurden sie dem Nachwuchs bereits vorgelesen ...

Vorlesen fördert die Kindesentwicklung

Bereits in frühester Kindheit werden die Weichen für künftige Bildungschancen gestellt, bei denen Lesen und Schreiben unverzichtbare Schlüsselkompetenzen sind. Schon bevor sie überhaupt richtig sprechen können, bringen Kleinkinder mit ihrer Fantasie und Wissbegierde die besten Voraussetzungen mit, um zu begeisterten Lesern heranzuwachsen.

Dass regelmäßiges Vorlesen sich positiv auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt, ist allgemein bekannt. Fachleute sind sich einig: Wenn Eltern ihren Kindern schon von klein auf vorlesen, tut das den Kleinen auf verschiedenen Ebenen gut. Und gerade in Corona-Zeiten, wo viele Kinder zuhause ohne ihre Freunde auskommen müssen und nach einer Beschäftigung suchen, ist das Vorlesen wichtiger denn je.

Kinder lieben die gemeinsame Zeit, wenn sie sich mit Mama oder Papa auf das Sofa kuscheln und ein Buch lesen. Denn Vorlesen bedeutet nicht nur, einen Text zu erfassen, sondern auch mit der Bezugsperson die Beziehung zu pflegen. Das gemeinsame Lesen ist also auch Beziehungsarbeit - es stärkt die Bindung und es bereitet Spaß, sich zusammen in die Abenteuer zu stürzen, die auf den gedruckten Seiten warten.

Darüber hinaus lernen Kinder beim Vorlesen aufmerksam zuzuhören, dabei auf jedes kleine Detail zu achten und gleichzeitig mit der ihnen vorlesenden Person ins Gespräch zu kommen. Über ein bestimmtes Thema im Buch, aber auch über sich selbst und andere. Das fördert die Empathie und die Kinder lernen, ihre Gedanken in Worte zu fassen.

Auf diese Weise schulen die Kleinen ganz unbewusst ihre Konzentrationsfähigkeit, die Merkfähigkeit und Sprachkompetenz, was wiederum eine wichtige Vorbereitung auf den Schulunterricht und die Unterrichtsgespräche ist. Zudem fällt Kindern, denen bereits früh viel vorgelesen wurde, nachweislich das Lesen und Schreiben lernen leichter.

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Und der vielleicht wichtigste Grund, seinen Kindern regelmäßig vorzulesen: Wer schon früh und mit Spaß die spannende Welt der Bücher für sich entdeckt, wird meist viel leichter den Zugang zum selbstständigen Lesen finden und so zu einer begeisterten Leseratte werden!