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Endlich verstehen Darum klebt der Duschvorhang ständig am Körper

Duschvorhang
© designritter / photocase
Jeder kennt das: Besonders in kleinen Duschen schmiegt sich der Duschvorhang an den Körper, sobald man das Wasser anstellt. Ein US-Physiker erklärt, woran das liegt

Dass Physiker ein Faible für skurrile Alltagsphänomene haben, bewies der Physiker David Schmidt von der Universität von Massachusetts. Er wollte wissen, warum der Duschvorhang eigentlich beim Duschen so aufdringlich ist. Schnell stellte er fest: Das Problem ist gar nicht so trivial, wie es zunächst scheint.

Hauptverantwortlich, das ist klar, ist der Wasserstrahl aus dem Duschkopf. Ob das Wasser heiß oder kalt herausströmt, ist dabei unerheblich. Aber welche Effekte spielen dabei eine Rolle? Zwei, so Schmidts Antwort. Zum einen das Gesetz von Stokes, benannt nach dem irischen Physiker George Gabriel Stokes. Der beschrieb als Erster die Reibung von kugelförmigen Körpern in einem Gas.

Bernoulli-Effekt eine weitere Erklärung

Hinzu kommt der Bernoulli-Effekt, benannt nach dem holländischen Mathematiker Daniel Bernoulli. Dieser Effekt ist im Prinzip derselbe, der auch Flugzeuge fliegen lässt. Bernoulli entdeckte, dass ein Geschwindigkeitsanstieg in einer Flüssigkeit oder einem Gas immer mit einem Druckabfall einhergeht. Darum sind Tragflächen von Flugzeugen so geformt, dass die Luft auf der Oberseite schneller strömt als an der Unterseite. Dadurch entsteht ein Sog nach oben: der Auftrieb.

Um beide Effekte zu simulieren, zergliederte Schmidt eine virtuelle Duschkabine in 50.000 Segmente, ließ eine spezielle Software auf seinem Computer zwei Wochen lang laufen und simulierte schließlich eine 30-Sekunden-Dusche. Das Ergebnis: Die fallenden Tropfen erzeugen eine Art Indoor-Windhose. Deren Unterdruck saugt den Duschvorhang in die Dusche.

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GEO

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