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Verlängertes Wochenende Tipps für den kulinarischen Kurztrip nach Amsterdam

Doppelt schön: An der Brouwersgracht schwant jedem, warum der Grachtengürtel Welterbe ist
Doppelt schön: An der Brouwersgracht schwant jedem, warum der Grachtengürtel Welterbe ist
© mauritius images / Westend61 / Werner Dieterich
Grün, grüner, Amsterdam – das gilt ganz besonders kulinarisch. Unsere Podcaster Matten, Olaf und Fabio führen auf der Ideallinie zu den größten Essenswürdigkeiten der Stadt
Olaf Deharde

Regional, saisonal, selbst angebaut? Natuurlijk! Selbstverständlich! Kaum eine Stadt in Europa, die gastronomisch grüner als Amsterdam wäre. Wo Zero-Waste-Restaurants sprießen, frisch um die Ecke geerntete Gemüse kulinarisch die Hauptrolle spielen und auf jeder noch so kleinen Fläche »Microgreens« in vertikalen Gärten gezogen werden, ist klar: Aus dem einstigen Paradies für Fast-Food-Fans ist längst eines für anspruchsvolle Slow-Food-Fans geworden.

1. Nachhaltige Nacht

Mitten im Museumsquartier, nur Schritte von Van-Gogh-, Stedelijk- und Rijksmuseum, liegt man richtig, auch in Sachen grünes Gewissen. Diese kleine, aber feine Öko-Hotel-kette bietet Zimmer aus recycelten Materialien, mit Bio-Bettwäsche und wassersparenden Duschen. Klingt unsexy? Nee, ist very sexy. Eco-sexy! Obendrauf gibt’s kostenlose Räder.

Conscious Hotels, conscioushotels.com, DZ ab 126 €

2. Himmel der Häppchen

Amsterdam ist als Snack-Stadt in seiner stylischsten Lagerhalle ganz bei sich. Hier kann man sich stunden-, ach was, tagelang durchprobieren: vietnamesische Glücksrollen, Lachs-Tacos, Bitterballen, die örtlichen Fleischkroketten. Geordert wird mit Smartphone, bezahlt bargeldlos, gegessen auf Mehrweggeschirr.

De Foodhallen, foodhallen.nl

3. Bestes Bistro

Let the night begin! Idealerweise in diesem kleinen Bistro, das Pierre und Sommelier Daniele mit hochwertigen saisonal-lokalen Produkten und einer eindrucksvollen Weinkarte zu etwas ganz Großem gemacht haben. Austern, Schnecken, Oeufs Mayo kommen hier auf die wenigen Tische, liebevollst zubereitet.

Ô Bistro, obistro.nl

Wissenshappen

Eine wie keine

Amsterdam und seine rund 870.000 Einwohner vertrauen auf ein Fundament aus elf Millionen Holzpfählen. Die niederländische Hauptstadt liegt nämlich bis zu 6,70 Meter unter dem Meeresspiegel. Und hat mehr Kanäle als Venedig: 165, um genau zu sein.

Schlanke Linie

Amsterdams dicht an dicht stehende Grachtenhäuser sind nicht zufällig »slim size«. Einst wurde die Grundsteuer nach Fassadenbreite berechnet. Schmal und hoch war also günstig. Das Haus mit der schmalsten Fassade, eines am Singel 7, misst gerade mal einen Meter.

Fette Flotte

Die Stadt setzt aufs Rad. Und sitzt dabei fest im Sattel, obwohl jährlich Zehntausende fietsen in den Grachten versinken. Von denen gibt’s trotzdem mehr als Einwohner, insgesamt über eine Million – das Fahrrad ist als Fortbewegungsmittel Nummer eins nicht unterzukriegen.

4. Fliegender Holländer

In Sachen Drinks begeben wir uns am liebsten in die Hände von Tess und Timo. Eine garantiert ausgezeichnete Wahl: Die Bar mit ihren 800+-Flaschen gehört zu den besten europaweit. Angel’s Advocate, Sailor’s Swizzle, Bikini Martini – hier werden bis vier Uhr nachts die spätesten Cocktails der Stadt gemixt. Unbedingt vorher reservieren, aber das gilt eigentlich für alle Läden in Amsterdam.

Flying Dutchmen, tessposthumus.com/bar

5. Formidables Frühstück

Amsterdam ist die Frühstücks-Stadt, wovon man sich beim tollen Bio-Breakfast im Hotel überzeugen kann. Variante 2: Rauf aufs Rad und nach De Pijp ins »Little Collins«. Für den zweiten Kaffee auf die Fähre und rüber zum EYE Filmmuseum, 90 Minuten Kultur aufsaugen, dann auf dessen überdimensionierten Stufen chillen.

littlecollins.nl/home/depijp, eyefilm.nl

6. Gärten + Gewächshäuser

Es folgt die Qual der Wahl: Entweder ins »Choux« mit seinen sensationellen Menüs, wo Köche dauernd Kräuter im Garten zupfen und zu den schönsten Tellern arrangieren. Oder zum Hafen, zu einem Spot, der sich mit höchst kreativer veganer Küche und coolen Gewächshäusern direkt am Wasser einen Namen gemacht hat. Top-Tipp für den Abend: ein Bier mitnehmen, an die Gracht setzen, Füße baumeln lassen.

choux.nl, mediamatic.net/en/ETEN

7. Best of Brunch

Der Name ist Programm: Alles ist selbst gebacken, selbst geröstet, selbst gepresst. Veganer werden sicher selig. Aber der Tag kann in diesem Top-Brunch-Spot auch mit Bloody Mary, Eggs Benedict oder Huevo Rancheros etwas weniger brav starten. Anschließend ist Zeit, die Museumscard zu zücken und etwa ins Rijksmuseum abzutauchen.

Bakers & Roasters, bakersandroasters.com, rijksmuseum.nl

8. Mehrgang-Finale

Großes Finale? Das gelingt entweder bei einem letzten Mal Grachtenflanieren oder im »4850«, wo Túbo aufkocht. Der Name steht für die Hausnummer 48–50, in denen seit Kurzem furiose Sieben-Gänge-Menüs serviert werden. Unter der Woche aber auch Zimtschnecken und formidabler Kaffee. Das »4850« ist ein absoluter Geheimtipp und (noch) in keinem Reiseführer zu finden.

4850, 4850.nl

GEO SAISON

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