Thüringen Weimar entdecken! Die besten Tipps und Adressen

Sie gilt als Stadt der Bauhaus-Universität, der großen Dichter und Denker: Weimar ist vor allem für ihr kulturelles und historisches Erbe bekannt. Wir nennen die besten Tipps und Adressen für ein gelungenes Wochenende
Weimar

Vor dem Rathaus auf dem Weimarer Marktplatz plätschert das Wasser im Neptunbrunnen. Die Figur des Meeresgotttes schuf der Hofbildhauer Martin Gottlieb Klauer.

Wichtiges zur Anreise nach Weimar

Am besten die Bahn nehmen. Wer mit dem Auto reist, sollte ein Hotel mit eigenem Parkplatz ansteuern – Parken ist notorisch schwierig in der Altstadt.

Unbedingt: Vorher zur Besichtigung der Anna-Amalia-Bibliothek anmelden. Pro Tag dürfen nur 290 Personen den Lesesaal betreten, zum Schutz der alten Bände. Terminwunsch an info@klassik-stiftung.de. Im freien Verkauf gibt es täglich 70 Karten ab 9 Uhr im historischen Bibliotheksgebäude.

Lieber nicht: Zur Zeit des Weimarer Zwiebelmarktes am zweiten Oktoberwochenende kommen, es sei denn, man steht auf Ausnahmezustände und wüstes Geschiebe.

Bauhaus, Weimar

Die Bauhaus-Universität in Weimar.

Schlafen in Weimar

DESIGN APARTMENTS: Wohnen wie bei Freunden: drei Altbauwohnungen zwischen 45 und 110 m2, stilvoll mit Möbelklassikern und Arbeiten von Bauhaus-Absolventen eingerichtet und ausgezeichnet mit dem Best-of-Interior-Award 2017. Die Einrichtung kann bei Design We Love, (siehe unter »Kaufen«), erworben werden. Fuldaer Str. 85, Tel. 0172356 22 10, Apartment für zwei ab 79 €

AMALIENHOF: Freundliches Hotel mit historisch eingerichteten Zimmern, Biedermeierbetten und Recamiere. Bei schönem Wetter kann es vor der Tür laut werden: Der Wielandplatz ist dank des nahen Spätis ein beliebter Studententreffpunkt. Amalienstr. 2, Tel. 03643-54 90, DZ/F ab 80 €

VILLA HENTZEL: Liegt im ruhigen Weimar extraruhig im Villenviertel links des Ilmparks. Bauhausstr. 12, Tel. 03643865 80, DZ/F ab 85 Euro

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FAMILIENHOTEL: Das Ökohotel gilt als Vorzeigeprojekt: aus Holz und Lehm gebaut und in unschätzbarer Lage – 50 Meter neben dem Goethe-Haus. Elf familienfreundliche Wohnungen für zwei bis sieben Personen mit handgetischlertem Mobiliar. »Gretchens Restaurant & Café« bietet moderne Küche, eine Kletterhöhle für die Kleinen und – für Eingeweihte – eine schöne Dachterrasse. Seifengasse 8, Tel. 03643457 98 88, Apartment ab 90 €

GRAND HOTEL RUSSISCHER HOF: Klassizistisches Traditionshaus mit zeitgemäßem Interieur. Das Restaurant »Anastasia« mit seiner gehobenen Küche (Reservierungen unter Tel. 03643-77 48 14) hätte einen Stern verdient. Goetheplatz 2, Tel. 0364377 40, , DZ ab 120 €

Essen und Trinken in Weimar

ZUM WEISSEN SCHWAN: Geschichtsträchtig – und quasi Goethes Stammkneipe, er wohnte nebenan. Sein angebliches Leibgericht Rindfleisch in Frankfurter grüner Soße steht bis heute auf der Karte. Frauentorstr. 23, Tel. 0364390 87 51

SCHARFE ECKE: Der Weihetempel des Thüringer Kloßes. Der Küchenchef Hendrik Thormeier nutzt die alte stärkereiche Kartoffelsorte Agria, der Rest ist Timing. Mit seinem ausgeklügelten Sechs-Töpfe-Garsystem bringt er seine legendären Klöße minutengenau auf den Punkt. Die Preise sind unschlagbar: »Kloß mit Soß« kostet 3,90 Euro, jeder weitere Kloß 1,60 Euro. Natürlich kann man auch gern Beilagen dazu ordern: Ente oder Sauerbraten oder so. Unbedingt reservieren, sogar mittags! Eisfeld 2, Tel. 03643-20 24 30

ALT-WEIMAR: Schönes holzgetäfeltes Restaurant mit Jugendstil-Bleiglasfenstern im ehemaligen Wohnhaus Rudolf Steiners. Klassische gutbürgerliche Küche, aber wirklich gekonnt. Prellerstr. 2, Tel. 03643-861 90

TROMMLER: Die vielleicht wichtigste Nahrungsquelle Weimars: Gleich rechts neben dem Rathaus auf dem Marktplatz steht der beste Wurststand der Stadt. Die Thüringer (von der Fleischerei Longin Schnabel) kommt vom Holzkohlegrill, wie es sich gehört, wird im Brötchen serviert und im Stehen gegessen, selbstverständlich nur mit Senf von Born – Ketchup ist was für Touristen.

SAN: Psst: Nicht verraten, dass wir es verraten, aber das hier ist der Koreaner, von dem Nora Tschirner so schwärmte. Zu Recht. Die beiden Köche aus Seoul wissen, was sie tun, serviert wird auf selbst getöpferten Tellern, und man sitzt urgemütlich am Kachelofen. Eisfeld 4, Tel. 03643-25 89 42

KOI: Lebensmittelgeschäft mit Mittagsimbiss. Man sitzt auf zusammengewürfeltem Mobiliar an einem einzigen langen Tisch und erhält jeden Mittag ein Menü für 6,50 Euro: Schweinekamm, davor Fischsuppe mit Ei zum Beispiel oder koreanischen Reiskuchen mit Fischfrikadellen. Köstlich und kommunikativ. Schlossgasse 5, Tel. 017661 52 92 83

RESIDENZ-CAFÉ ALIAS CAFÉ RESI ALIAS RESI: Noch ein Klassiker, von 1839. Goethe hatte seine erste Weimarer Wohnung im Nachbarhaus, dank eines Durchbruchs ist sein Wohnzimmer jetzt Teil des Cafés. Super Kaiserschmarren, aber auch deftige Gerichte.13 Grüner Markt 4, Tel. 03643594 08

ACC CAFÉ: Cooler ist es direkt um die Ecke: Eine Tapeteninstallation der Künstlerin Tea Mäkipää zieht sich um die Wände, gekocht wird so kreativ, wie im angrenzenden Kulturzentrum Kunst gemacht wird. Unterm Dach der Galerie gibt es auch eine Ferienwohnung (über www.goethezimmer.de). Burgplatz 1, Tel. 0364385 11 61

BROTKLAPPE: Bäckerei und Imbiss der Extraklasse. Trierer Str. 46, montags ab 18 Uhr

KORIAT KUCHENMANUFAKTUR: Der Israeli Aviv Koriat ist ungekrönter Kuchenkönig der Stadt. Ob Karotten-Nuss-Vanillecreme, Orientalische Orange oder Schokomousse-Blaubeer, alle sind köstlich. Steubenstr. 48, Tel. 03643855 28 99

GEO Saison Mallorca

Dieser Beitrag stammt aus GEO SAISON HEFT NR. 04/2018

Einkaufen in Weimar

ARTHOGRAPHIE-WERKSTATT: Zwei Bauhaus-Absolventinnen haben ihre Masterarbeit in die Tat umgesetzt und eine suchtbildende Papeterie gegründet. Entwurf, Fertigung und Verkauf von Papierwaren unter einem Dach. Karlstr. 6

DER CAFÉLADEN: Mekka für Mokka-Fans. Große Auswahl sortenreiner Kaffees und Gourmet-Schokoladen, aber auch kleine Speisen und sensationelles Frühstück. Buttercroissant mit Salzkaramellcreme? Aaah! Im Sommer gibt es eine Strandbar auf Sand im Hinterhof. Karlstr. 8

PENNEWITZ: Eine der letzten Schirmmacherinnen Deutschlands verkauft handgefertigte Schirme und repariert Kostbarkeiten. Im ersten Stock ihres holzgetäfelten Ladens hat Annelies Pennewitz ein entzückendes Schirmmuseum errichtet. Rittergasse 19

DIE EULE: Steffen Knabe hat 2007 den Verlag seines Urgroßvaters wiederbelebt und so auch »Knabes Jugendbücherei«, mit schön gestalteten Abenteuergeschichten und kindgerechten Biografien von Schiller (»Rebell auf der Karlsschule«) bis Benjamin Franklin (»Der Blitzkerl«). Zu kaufen in der verlagseigenen Buchhandlung »Die Eule«. Frauentorstr. 9–11

DESIGN WE LOVE: Klug kuratierte Möbel und Wohnaccessoires, außerdem Kleinkollektionen von Bauhaus-Schülern. 22 Schillersr. 22 und Schützengasse 6

FLEISCHEREI BLÄSSE: Einer der besten Fleischer in Weimar und Umgebung. Die original Thüringer Bratwurst aus Schweinefleisch, Majoran, Kümmel, gestoßenem Eis und Eiern wird von Hand gewurstet. Salami, Blut- und Leberwurst sind ebenfalls hausgemacht und werden selbst geräuchert. Fun Fact: Jens Blässes Tochter Anna spielt Fußball für den VfL Wolfsburg und in der deutschen Nationalmannschaft. Frauenplan 16, Tel. 03643-20 23 52

Erlebnisse und Unternehmungen in Weimar

BAUHAUS-SPAZIERGANG: Studenten der Bauhaus-Universität Weimar bieten mehrmals wöchentlich Führungen durch den Van-de-Velde-Bau, das lichtdurchflutete Meisteratelier Paul Klees und Walter Gropius’ spektakuläres Direktorenzimmer. Im Café »Bauhaus.Atelier« im Innenhof bekommt man hinterher einen Kaffee und eine gute Buchauswahl. Übrigens: 2019 feiert das Bauhaus sein Hundertjähriges! Geschwister-Scholl-Str. 7/8

HOCHSCHULE FÜR MUSIK FRANZ LISZT: Die Studenten der Hochschule für Musik Franz Liszt geben regelmäßig kostenlose Konzerte. Platz der Demokratie 2/3

LANGE NACHT DER HAUSMUSIK: Im Rahmen der Bachwochen öffnen im März und im April Weimarer Bürger ihre Häuser für kostenlose Musikabende. 

EIN KLASSISCHES SOUVENIR GEFÄLLIG, noch dazu gratis? Dann klaubt man unter dem Ginkgobaum am Fürstenhaus, der Musikhochschule, ein Blättchen vom Boden – zur Erinnerung an Goethes Gedicht »Ginkgo biloba«, in dem das zweigeteilte Blatt zum Symbol der Liebe wird (»Ist es ein lebendig Wesen, / Das sich in sich selbst getrennt, / Sind es zwei, die sich erlesen, / Daß man sie als eines kennt?«).

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