Alleinreisen Ein Hoch auf den Solo-Trip: Fünf Argumente, alleine zu verreisen

Wer alleine reist, lernt nicht nur die Welt auf eigene Faust kennen, sondern auch sich selbst. Oder erfindet sich gleich ganz neu. Dennoch zaudern viele angesichts sozialer Zwänge, drohender Einsamkeit oder der Gefahren unterwegs. Beiseite mit den Sorgen! Alleinreisende erleben mehr - unser Plädoyer in fünf Argumenten
Reisender

Alleinreisende setzen sich stärker mit ihrer Umgebung auseinander, niemand drängt zum Weitergehen.

Die Hemmschwelle, alleine zu verreisen, ist groß. Es erfordert Mut, sich allen Unwägbarkeiten allein zu stellen. Die meisten hadern mit sozialen Zwängen: Lebenspartner und Freunde können pikiert auf die Absage reagieren, gemeinsam in den Sommerurlaub zu starten. Und überhaupt, wie das aussieht: Was stimmt mit dieser Person nicht, die da ganz allein am Strand hockt, durch die Berge wandert, an der Hotelbar sitzt?

Dabei verdienen diese Menschen eher Applaus statt Mitleid. Denn der Solo-Trip lohnt sich enorm: Wer immer nur in Gesellschaft reist, verpasst wertvolle Erfahrungen und Erlebnisse, ordnet seine Interessen und seine Neugier dem Spaß der Gruppe unter. Deswegen wird es Zeit für ein Plädoyer für den Urlaub allein! Wir stellen fünf Dinge vor, die man nur erlebt, wenn man alleine verreist.

Alleinreisende machen weniger Kompromisse und haben mehr Freiheit

Um auf Reisen miteinander auszukommen, müssen Kompromisse her. Sich mal einen ganzen Tag mit einem Buch in den Park setzen und lesen? Schwierig, wenn der Partner Aktivurlauber ist. Das malerische Dörfchen im Inland besuchen? Kompliziert, wenn die Freunde immer nur an den Strand wollen. Konflikte drohen vor allem, wenn Spontanreisende und akribische Planer gemeinsam unterwegs sind.

Alleinurlauber haben’s da leichter: Einfach entscheiden und losziehen – mehr Freiheit geht nicht. Ein Nebeneffekt: Die Reise entspricht völlig dem eigenen, gerne auch ausgefallenen Geschmack. Allerdings muss man dann auch mit der eigenen Entscheidung leben. Und das führt zum nächsten Punkt:

Alleinreisende lösen Probleme selbst

Schlechtes Wetter durchkreuzt den stolz selbst gefassten Plan, man verläuft sich im Gassengewirr der plötzlich entzauberten Altstadt und der Geheimtipp entpuppt sich als Touristenfalle: Mit einem Freund an der Seite findet sich für all das eine Lösung – oder man nimmt den Schlammassel zumindest gemeinsam mit Humor. Geteiltes Leid eben.

Allein fällt dies nicht so leicht – und das ist ein großer Vorteil! Wer lernt, Probleme selbst zu lösen oder unschöne Situationen zu durchstehen, geht gestärkt aus einer Reise hervor.

Alleinreisende knüpfen leichter Kontakte

Allein zu verreisen heißt nicht gleich, auch allein zu bleiben. Im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit ist sogar höher, mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen. Wer seine Reisebegleitung mitbringt, hat seltener einen Grund, sich aus der Komfortzone herauszutrauen.

Alleinreisende tun dies meist zwangsläufig. Ob auf Ausflügen mit anderen Leuten, im Umgang mit Einheimischen, auf der Suche nach Gleichgesinnten oder  Hilfe, überall gibt es Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen, vielleicht eine Etappe gemeinsam zu reisen. Und wer lieber alleine bleiben möchte, kann bequem dem Trubel fernbleiben.

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Alleinreisende lernen sich selbst besser kennen

Denn nur darum geht es: Sich klar zu machen, was man selbst am liebsten unternehmen möchte. Dieses eigene Interesse ordnet man in Gesellschaft meist dem gemeinsamen Erleben unter. Alleinreisen hingegen erfordert stetiges Entscheiden und Reflektieren.

Das klappt am besten in einer Umgebung, in der einen niemand kennt. Ohne die Erwartungen vertrauter Menschen kann man sich neu erfinden. Dadurch findet man viel über sich selbst heraus: Liege ich den ganzen Tag am Strand, damit ich später anderen mit meiner Bräune imponiere? Oder mache ich das wirklich für mich? Der Alleinreisende reserviert die Urlaubszeit für sich selbst und probiert Dinge aus, für die er bislang keinen Mitstreiter gefunden hat.

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Alleinreisende nehmen ihre Umgebung besser wahr

Auf sich allein gestellt, muss man sich stärker mit der Umwelt auseinandersetzen. Ohne gemeinsame Reiseerfahrungen bleibt der eigene Blick ungefiltert und wird nicht abgelenkt. Plötzlich dringen Geräusche, Gerüche, Aussichten, Geschehnisse viel deutlicher zu einem durch: Das Plätschern eines Gebirgsbaches, Meeresrauschen, Markttreiben, Vogelgezwitscher, Begegnungen, all das hinterlässt bleibenden Eindruck ohne ständige Gespräche und Kompromisse.

Niemand drängt zum Weitergehen, wenn man kurz verweilen möchte. Niemand rät vom malerischen Umweg ab, den man so gerne nehmen würde. Das Alleinsein verlangt geradezu, sich stärker mit der Umgebung auseinanderzusetzen. Wer nicht alles für sich behalten möchte, kann die Erlebnisse auch hinterher noch teilen. Am besten, indem man die erkundete Region anderen zeigt.

Vielleicht sogar dem Reisepartner, den man nach der Soloreise umso mehr zu schätzen weiß.

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