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Rocky Mountains David gegen Goliath: Ziege tötet Grizzly - mit ihren Hörnern

Bergziegen sind wehrhafte Gegner für Bären. Trotzdem unterliegen sie meist
Bergziegen sind wehrhafte Gegner für Bären. Trotzdem unterliegen sie meist
© Eivor Kuchta/Shutterstock
In den kanadischen Rocky Mountains hat eine Bergziege ihren Angreifer, einen Grizzly, getötet – mit ihren Hörnern

Ziegen gehören zum normalen Beutespektrum der Grizzlys in Nordamerika. In den Rocky Mountains allerdings hat nun eine Bergziege den Spieß umgedreht – und ihren Angreifer kurzerhand kaltgemacht. Die 70 Kilogramm schwere Bärin hatte ihr Opfer offenbar unterschätzt.

Ein Wanderer hatte den toten Grizzly am 4. September im kanadischen Yoho-Nationalpark entdeckt, wie die Zeitschrift Rocky Mountain Outlook berichtet. Die Stichwunden in beiden Achselhöhlen und am Hals lassen keinen Zweifel zu: Die Ziege muss die Bärin mit ihren stilettartigen Hörnern regelrecht erdolcht haben.

"Wenn Grizzlybären angreifen, konzentrieren sie sich meist auf den Kopf, den Nacken und die Schultern der Beute, und dies geschieht normalerweise von oben", erklärt David Laskin, Wildtierökologe von Parks Canada.

Gut platzierte Stiche führen zum Tod der Bärin

Die Ziege muss also den Moment des Zupackens genutzt haben, um ihrem Angreifer von unten ihre Hörner in Körperregionen mit wichtigen Blutbahnen zu rammen. Die Autopsie ergab, dass andere Ursachen, einschließlich menschlicher Einwirkungen, ausgeschlossen werden können.

Bergziegen sind mit einem Höchstgewicht von bis zu 125 Kilogramm keine leichten Gegner. Können sich die erfahrenen Kletterer durch eine Flucht in abschüssiges Terrain nicht in Sicherheit bringen, bleiben ihnen nur noch die Hörner zur Verteidigung.

Bergziegen seien starke und wehrhafte Tiere, erklärt David Laskin. Gleichwohl sei das, was im Yoho-Nationalpark geschehen ist, eine seltene Ausnahme, sagt Steeve Côté, Bergziegenexperte von der Laval Uni Quebec.

Der Körper der Bärin wurde nicht nur für die Autopsie vom Tatort entfernt. Die Parkverantwortlichen befürchten nämlich, dass der große Kadaver andere Fleischfresser anziehen könnte, die – um ihre Beute zu verteidigen – vermeintlichen Konkurrenten gefährlich werden könnten. Zum Beispiel Wandernden.


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