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Straßenverkehr Wildtiere in der Dämmerung: So vermeiden Sie Unfälle

Gerade in der Dämmerung kommt es immer wieder zu Kollisionen von Autos und Rehen
Gerade in der Dämmerung kommt es immer wieder zu Kollisionen von Autos und Rehen
© IMAGO / blickwinkel
Viele Wildtiere sind in der Dämmerung aktiv. Und damit zur Zeit der morgendlichen Rushhour. Mit ein paar Tipps lassen sich Kollisionen vermeiden

Die Tage werden kürzer, viele Autofahrer*innen sind nun morgens und abends in der Dämmerung unterwegs, besonders nach der Zeitumstellung vom 29. auf den 30. Oktober. Insbesondere in den Morgenstunden zwischen sechs und acht Uhr kann es dann vermehrt zu unliebsamen Begegnungen während der Rushhour kommen. Denn viele Wildtiere sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Doch wer ein paar Regeln beachtet, kann Kollisionen verhindern – oder zumindest den Schaden begrenzen.

Grundregel Nummer eins: langsamer fahren. "Schon Tempo 80 statt 100 verkürzt den Bremsweg um circa 24 Meter und kann so dazu beitragen, einen Aufprall mit einem Wildtier zu vermeiden", teilt der ADAC Nordrhein mit.

1. Langsamer fahren, Abstand halten!

"Um Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrer und Autofahrerinnen das Tempo drosseln, ausreichend Abstand zum Vordermann haben und jederzeit bremsbereit sein", erklärt auch Eva Lindenschmidt von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Das gilt vor allem dort, wo viele Wildtiere unterwegs sind: im Wald, entlang von Maisfeldern, Wiesen und anderen unbebauten Gebieten. Besonders natürlich dort, wo Warnhinweise wie "Achtung Wildwechsel" explizit auf die mögliche Gefahr hinweisen.

"Wenn man ein reflektierendes Augenpaar am Straßenrand sieht, sollte man abbremsen, hupen und die Scheinwerfer abblenden", rät die Diplom-Biologin, "denn geblendete Rehe oder andere Wildtiere erstarren oft im Lichtschein." Statt wegzulaufen, blieben die Tiere orientierungslos im Lichtkegel stehen.

Auch Tiere, die scheinbar ruhig am Straßenrand stehen oder sitzen, können sich im ungünstigsten Moment entschließen, doch noch die Fahrbahn zu überqueren. Der ADAC Nordrhein rät darum, bestenfalls nur mit Schrittgeschwindigkeit an ihnen vorbeizufahren. Zumal noch weitere Tiere in der Nähe sein könnten.

2. Keine unkontrollierten Ausweichversuche!

Doch nicht immer lässt sich eine Kollision vermeiden. Etwa, wenn Tiere aus der Deckung direkt vor einem fahrenden Auto auf die Straße laufen. Auf keinen Fall sollten Autofahrer*innen dann versuchen, ein Tier mit hektischen Ausweichbewegungen zu umfahren. Der ADAC Nordrhein rät: "Nicht unkontrolliert ausweichen, Lenkrad gut festhalten und mit aller Macht die Bremse und Kupplung treten."

Wer die Spur hält und voll auf die Bremse tritt, hat laut ADAC eine "sehr große Chance", unverletzt zu bleiben. Bei einem Ausweichmanöver dagegen besteht das Risiko, in den Gegenverkehr zu geraten oder gegen einen Baum zu prallen – mit möglicherweise tödlichem Ausgang.

3. Unfallstelle absichern und Polizei informieren!

Nach einem Unfall gilt es die Unfallstelle abzusichern. Das heißt: Warnblinker an, Warnweste überstreifen und Warndreieck aufstellen, die Polizei benachrichtigen und über den Standort informieren. Mit Ausnahme von Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist das ohnehin in allen Bundesländern Pflicht.

Schwer verletzte Tiere werden in der Regel von ihren Leiden erlöst werden müssen. Dafür sind Jäger oder Förster zuständig, die ihrerseits von der Polizei informiert werden. Verletzte Tiere sollten zudem nicht berührt werden. "Wenn das Tier noch lebt, steht es unter immensem Stress", sagt Eva Lindenschmidt von Vier Pfoten. Ein angefahrenes Wildschwein in Todesangst könne sehr gefährlich sein.

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