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Tierpsychologie Wie psychopathisch ist meine Katze? Forschende entwickeln einen Fragebogen

"Psychopathische" Züge könnten den Vorfahren unserer Hauskatzen evolutionäre Vorteile verschafft haben
"Psychopathische" Züge könnten den Vorfahren unserer Hauskatzen evolutionäre Vorteile verschafft haben
© sonyachny / Adobe Stock
Wer mehr über seine Katze erfahren und die Beziehung verbessern möchte, dem gibt die Forschung nun einen psychiatrischen Fragebogen an die Hand

Katzen sind auch nur Menschen. Denken viele Katzenliebhaber und -liebhaberinnen jedenfalls. Und so ganz falsch liegen sie damit nicht. Denn sie haben – wie wir Menschen – eine Persönlichkeit. Sie sind scheu oder mutig, aggressiv oder introvertiert.

Jetzt haben Forschende der Universität Liverpool einen Fragebogen entwickelt, der Katzenbesitzer*innen helfen soll, ihre pelzigen Mitbewohner besser zu verstehen. Die insgesamt 46 Fragen (hier online, leider nur auf englisch) sind Teil einer Studie mit mehr als 2000 Katzenbesitzern und ihren schnurrenden Angehörigen.

Abgefragt wird beispielsweise, ob die eigene Katze gerne Streifzüge in die (unbekannte) Umgebung macht, hoch klettert, gerne jagt, die Nähe ihres Besitzers oder ihrer Besitzerin sucht, oder sich an Hausregeln hält. Bewertet wird das mit "Beschreibt meine Katze nicht" bis hin zu "Beschreibt meine Katze extrem gut".

Abgefragt wird auch, ob der Vierbeiner unter plötzlichen Stimmungsschwankungen leidet, sich gegenüber unbekannten Menschen aggressiv verhält oder wie er oder sie auf Streicheleinheiten reagiert.

Fragebogen wurde ursprünglich für Menschen entwickelt

Angelehnt ist der Fragbogen an das sogenannte triarchische Modell der Psychopathie – das ursprünglich für Menschen entwickelt wurde. Es ermöglicht eine Einschätzung von psychopathischen Tendenzen aufgrund der Parameter "Kühnheit", "Enthemmung" und "Gemeinheit". Die Forschenden erweiterten dieses Modell um zwei weitere Aspekte: Unfreundlichkeit gegenüber anderen Haustieren und Unfreundlichkeit gegenüber Menschen.

Als "psychopathisch" gelten etwa ein Mangel an Empathie oder eine Neigung, andere zu eigenen Zwecken zu manipulieren. Psychopathische Menschen zumindest können auf den ersten Blick normal und sympathisch wirken.

Mit dem Ergebnis des CAT-Tri+-Fragebogens, so hoffen die Wissenschaftler*innen, können Besitzer nicht nur ihre Vierbeiner besser verstehen. Der Test könnte auch die Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Katze und das Wohlbefinden der tierischen Hausgenossen verbessern. Etwa, indem eine mutige und unternehmungslustige Katze mehr Gelegenheit zum Kratzen und Klettern bekommt.

"Es ist wahrscheinlich, dass alle Katzen psychopathische Züge haben, so wie es für ihre Vorfahren einmal hilfreich gewesen sein mag, um sich Nahrung, Territorium oder Fortpflanzungschancen zu sichern", sagt die Hauptautorin der Studie, die Psychologin Rebecca Evans von der Universität Liverpool.


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