Augenzeugen haben am Montag vor der kroatischen Insel Cres einen großen Hai in der Adria entdeckt. Ein Follower des Blue World Institute reichte ein entsprechendes Video ein. Obwohl die Bildqualität keine vollständige Gewissheit erlaubt, kamen die Experten anhand der charakteristischen Form der Rückenflosse zu dem Schluss, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Riesenhai handelt – die zweitgrößte Haiart der Welt.
In der Adria selbst gilt die Art als selten, entlang der östlichen Adriaküste tauchen die Tiere jedoch in regelmäßigen Abständen auf. In der nördlichen Adria, im Kvarner Golf, gibt es die meisten Sichtungen, denn hier findet sich eine der weltweit höchsten Biomassen von Zooplankton, dem Hauptnahrungsmittel des Riesenhais.
Bedrohte und seltene Haiart
Im Vergleich zu anderen Haiarten sind Begegnungen mit Riesenhaien weltweit sehr selten. Das Shark Research Institute stuft die Art als „gefährdet“ ein, steht auch auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion. Die Bestände des Riesenhais sind stark zurückgegangen, weil er in der Vergangenheit intensiv bejagt wurde und häufig als Beifang in Fischernetzen landete. Außerdem wachsen die Meeressäuger sehr langsam, werden vermutlich erst nach vielen Jahren geschlechtsreif und bekommen entsprechend wenig Nachwuchs.
Der Riesenhai ist eine der wenigen Haiarten, die sich ausschließlich von Plankton ernährt. Mit weit geöffnetem Maul bewegt er sich langsam entlang der Wasseroberfläche und filtert dabei Plankton heraus. Für den Menschen ist er nicht gefährlich, obwohl er mit einer Länge von bis zu 10 Metern nach dem Walhai der größte Hai der Welt ist. Für das Tier stellt wiederum die Belastung der Meere durch Mikroplastik eine Gefahr dar. Als Filtrierer nehmen Riesenhaie bei der Nahrungsaufnahme Unmengen von Wasser auf, das zahlreiche synthetische Partikel enthält.
Bürger als Helfer der Wissenschaft
Für Meeresforscher sind Videos, die ihnen von der Bevölkerung eingeschickt werden, ein wichtiger Bestandteil ihrer Forschung. Bei der Erfassung von Vorkommen und Wanderbewegungen mariner Arten in der Adria gewinnen Beobachtungsvideos an Bedeutung. Mithilfe der kostenlosen App „Marine Ranger“ kann jeder Fotos, Berichte und App-Einträge von auffälligen Meerestieren einreichen und dokumentieren.
Hinweis: Das Teaserbild ist ein Symbolbild und nicht der gesichtete Riesenhai aus dem Video.